Hammelburg
Sehenswürdigkeit

Aussichtspunkt im Weinberg

Die Idee ist schon mehrere Jahre alt. Nun endlich bekommt auch Hammelburg einen "terroir f"-Punkt in den Weinbergen.
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Diese Aussicht wird der "terroir f"-Punkt bieten.Foto: Arkadius Guzy
Diese Aussicht wird der "terroir f"-Punkt bieten.Foto: Arkadius Guzy
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An der obersten Stelle angekommen sagt Patrick Vogt: "Der Platz ist wirklich richtig gewählt." Der Garten- und Landschaftsbaubetrieb Vogt aus Gemünden legt derzeit einen "terroir f"-Punkt in den Weinbergen über der Stadt an. Damit gehört bald auch Hammelburg zu dem Netz an speziellen Aussichtspunkten, die sich über das fränkische Weinland verteilen.

Von der Stelle am Ofenthaler Berg lässt sich nicht nur ganz Hammelburg überblicken. Die Aussicht reicht weit ins Saaletal. Das soll auf besondere Weise erlebbar gemacht werden: Das "terroir f"-Konzept verbindet Landschaft mit Weinbaugeschichte und -thematik.

In Hammelburg entstehen vier Hörstationen, erklärt Felix Lang vom Büro für Landschaftsarchitektur arc.grün aus Kitzingen, das die Gestaltungsidee für den "terroir f"-Punkt lieferte. Die Hörstationen werden sich an den Knickstellen eines Zickzack-Wegs befinden. Sie bilden so etwas wie Portale. Es wird eine Sitzmöglichkeit geben und einen Schrank, in dem für Führungen zum Beispiel Wein aufbewahrt werden kann. Außerdem werden wie an allen "terroir f"-Orten Stahlfahnen auf die Sehenswürdigkeit hinweisen.

Die Wegführung im Weinbergshang ist bereits zu erkennen. Auch die Fundamentstreifen für die Hörstationen sind schon angelegt. Auf ihnen werden Konstruktionen aus Cortenstahl aufgebaut. An der Innenseite werden die Portale golden gefärbt sein, beschreibt Lang die Gestaltung. In Mundart sollen die Hörstationen die Geschichte des Hammelburger Weinbaus erzählen. Der Zickzack-Weg musste an die Hanglage angepasst werden. Aufgrund des Geländes hat er eine Steigung von mehr als sechs Prozent, erläutert Vogt.

Die Idee für einen "terroir f"-Punkt in Hammelburg ist schon mehrere Jahre alt. Die ersten Überlegungen reichen bis ins Jahr 2013 zurück. In Ramsthal ging es schneller. Hier wurde ein "terroir f"-Aussichtspunkt im Jahr 2016 eröffnet. Nicht nur wegen der Standortsuche hat es in Hammelburg so lange gedauert - zunächst war eine Stelle am Hammelberg in Betracht gekommen. Bis vor wenigen Jahren hätte sich die Stadt so eine Besonderheit auch nicht einfach leisten können.

Laut Stadtbaumeister Detlef Mohr kostet der "terroir f"-Punkt rund 200 000 Euro. Die Landesanstalt für Wein und Gartenbau Veitshöchheim gibt 90 000 Euro als Zuschuss. Der Hammelburger Weinbauverein beteiligt sich mit 10 000 Euro.

Noch in diesem Jahr soll ein möglichst großer Teil der Arbeiten abgeschlossen werden. Wie viel tatsächlich erledigt werden kann, hängt aber vom Wetter ab und der Zugänglichkeit für den Metallbaubetrieb, wie Lang erklärt. Denn bei Regen wird die Arbeit am Hang schwierig. Nach den Bauarbeiten wird das Gelände mit Weinbergspfirsichen und Weinreben bepflanzt, damit die Besucher wirklich den Eindruck haben, mitten durch einen Weinberg zu laufen.

Das ist "terroir f" "Terroir f" versammelt rund 20 Aussichtspunkte, die ein spezielles Kapitel des Weinbaus in der Landschaft markieren. Es ist eine Idee der fränkischen Weintourismusmarkte "Wein.Schöner.Land". "Terroir f" greift die französische Bezeichnung für den typischen Charakter auf, den ein Wein auf seinem Standort ausbildet. Das kleine f steht dabei für Franken.

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