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Hammelburg
Natur

Arbeiten des Wasserwirtschaftsamtes an der Saale - Der Frühling ist in vollem Gange

An der fränkische Saale herrscht seit einigen Tagen emsiges Treiben.
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Das Wasserwirtschaftsamt hat den Fluss von Treibgut mit schwerem Gerät befreit. Foto: Bianca Volkert
Das Wasserwirtschaftsamt hat den Fluss von Treibgut mit schwerem Gerät befreit. Foto: Bianca Volkert

Die Natur zeigt sich von Corona unbeeindruckt. Es grünt und blüht überall - der Frühling nimmt volle Fahrt auf. Die Knospen der Bäume öffnen sich zaghaft, und in Kürze werden die noch kahlen Bäume im satten Grün stehen.

Emsiges Treiben

An der fränkische Saale herrscht seit einigen Tagen emsiges Treiben. Die Tierwelt am Fluss bereitet schon alles für den Nachwuchs vor. Die Enten sind auf der Suche nach sicheren Nistplätzen, vom Wasser geschützt und unerreichbar für kleine Räuber wie Wiesel, Füchse, Marder oder Uhus. Die Stockente ist eine sehr ruffreudige Ente und wer am Fluss wohnt, wird öfters von den Rufen der balzenden Männchen und Weibchen um den Schlaf gebracht. Der Eisvogel baut am Ufer schon seine ca. 60 Zentimeter lange Nisthöhle. Nur jetzt in der Paarungszeit finden sich die Einzelgänger zusammen und jagen einander laut rufend in atemberaubenden Kunstflügen. Unbeweglich sitzt das fliegende Juwel mit seinen kontrastreichen Farben auf einem Ast, um sich plötzlich pfeilgerade zum Beutefang ins Wasser zu stürzen.

Die putzige und emsige Bisamratte gehört zu den Wühlmäusen, deren größter lebender Vertreter sie ist und kämpft sich sichtlich durch die noch stark strömende Saale. Als geschickte Schwimmer und Taucher mit langen kräftigen Beinen, wasserdichten verschließbare Ohren, Schwimmborsten an den Zehen und einen langen Schwanz als Steuer, ist der Pflanzenfresser bestens für sein Leben im Wasser ausgestattet. Mit den Vorderpfoten und seinen Nagezähnen gräbt er seine Bisamburg. Beginnend unterhalb des Wasserspiegels, führt eine ca. zwei Meter lange Röhre in den Kessel, wo die Jungen geboren werden. Unermüdlich schafft der putzige Nager Äste und Gras in den Bau, um es dem Nachwuchs bequeme zu machen.

In diesem Jahr dürfte der Lebensraum hier am Fluss für die Tiere ein besonderes Jahr werden. Das Wasserwirtschaftsamt hat den Fluss mit sinkendem Wasserpegel von Treibgut und vom Sturm gebrochenen Bäumen und Ästen, entlang der Saale, mit schwerem Gerät befreit. In den letzten Jahren konnte man beobachten, dass die Brüter im Treibgut Nester bauten. Als das Wasser wieder den Normalstand erreichte, waren die Gelege auf dem Trockenen und schutzlos den Nesträubern ausgeliefert. Viele Gelege wurden verlassen, weil Boote in diese Ruhezonen fuhren und die Tiere unbeabsichtigt verscheuchten.

Eine große Gefahr geht noch von Hunden aus. Mit stark ausgeprägtem Jagdtrieb verschrecken sie bellend die Brüter hier am Fluss, dabei wollen die Hunde doch nur spielen. Auch die anpassungsfähigen Nilgänse sind gegenüber allen Tieren am Fluss sehr aggressiv und attackieren Stockenten bis zum Tode. Nilgänse sind während der Brutzeit streng territorial und in ihrer Nistplatzwahl sehr flexibel.

Im Röhricht, zwischen Felsgestein außerdem in Baumhöhlen und auch Greifvogelhorste oder Krähennester kommen als Niststandort in Frage und werden in Kürze die Saale verlassen.

Seit drei Jahren lebt hier schon eine Hausente, die sich mit den Stockenten zusammen gerottet hat. Noch leiden die sehr unter den Nilgänsen, die in Kürze die Saale verlassen werden. Dann kehrt endlich wieder Ruhe ein. In der Zeit der Isolation schenkt die Natur Zuversicht und neuen Mut. Die Natur erfindet sich zu allen Jahreszeiten immer wieder neu. Nehmen wir uns die Natur als Beispiel.