Außerordentlich gut haben sich die Mädchen und Jungen von AMSC und Verkehrswacht Hammelburg beim nordbayerischen Jugendfahrrad-Endturnier "Mit Sicherheit ans Ziel" geschlagen. Annika Sell sicherte sich mit fehlerfreier Fahrt Platz eins und damit die Meisterschaft in ihrer Altersgruppe, während Tim Augsburg wegen einer minimalen Pylonenberührung einen Fehler kassierte und Dritter wurde. Neuling Kaj Mischke freute sich ganz toll über den 6. Platz in seiner starken Klasse.

Die Nervosität war Annika vor ihrem Start deutlich anzumerken - obwohl sie bereits mehrfach an der nordbayerischen Meisterschaft in Heilsbronn nahe Ansbach teilgenommen hatte. Oder war es, weil sie wusste, was in der riesigen Turnhalle mit dem glatten Parkettboden auf sie zukommen würde? Egal. Annika startete als Vorletzte in ihrer Altersgruppe. Die Mädels vor ihr hatten teils tolle Zeiten vorgelegt, allerdings auch "gekegelt" und deshalb Fehlerpunkte eingefahren.

"Fahr" ruhig und konzentriere dich darauf, fehlerfrei zu bleiben", lautete die Ansage von Karlheinz Franz, die die Hammelburger Kinder bereits seit Jahren nach Mittelfranken begleitet und sie dort betreut. Besonders für Annika zahlte sich in vollem Umfang aus, dass sie mit allen anderen Teilnehmern aus der Saalestadt am Freitag vor dem Turnier nochmals auf dem AZE-/ E-Center-Parkplatz trainiert hatten. Immer wieder war sie dabei sehr diszipliniert die einzelnen Aufgaben gefahren, hatte dabei wichtige Tipps und Rückmeldungen erhalten.


Sehr konzentriert unterwegs

Genau das setzte die junge Dame aus Wittershausen bei der nordbayerischen Meisterschaft dann auch um. Akribisch hatte sie zuvor ihre Mitbewerberinnen um den Gruppensieg beobachtet, ehe sie nach einer kurzen Einfahrzeit zu ihrem Wertungslauf startete. Anfahren, Spurbrett und Kreisel rechts klappten tadellos. Jetzt die neue Aufgabe, das liegende "S". Es war mucksmäuschenstill in der großen Halle - keines der vielen Markierungsklötzchen fiel.
Auch den neu eingebauten Kreisel links herum meisterte Annika, wie sie auch den Spurwechsel fehlerfrei hinter sich brachte. Die vorletzte Aufgabe, der Slalom, hatte es in sich. Weit versetzt angeordnete Tore, noch dazu auf glattem Hallenboden - ob das gut gehen würde? Und ob! Die 13-Jährige fuhr besonnen, holte weit aus und kam erleichtert ins Ziel. Als einzige ihrer Altersgruppe ohne Fehl und Tadel! Das bedeutete Platz eins und den nordbayerischen Meistertitel für Annika.


Eine winzige Berührung

Auch Tim Augsburg ist bei den Endturnieren seit Jahren eine sichere Bank. Das zeigte der 15-Jährige einmal mehr bei der jüngsten Meisterschaft. Tim musste als erster seiner Klasse auf den Parcours. Auch ihm war die Anspannung deutlich anzumerken. Dennoch begann der Hammelburger konzentriert und gleichzeitig flott. Tim absolvierte alle Übungen tadellos und noch dazu mit der zweitbesten Zeit. Und trotzdem reichte es am Ende nicht zum erhofften Klassensieg. Eine winzige Unachtsamkeit führte dazu, dass Tim mit dem Schaltwerk seines Fahrrades im Slalom eine Pylone streifte, was ihm einen Fehlerpunkt einbrachte. Tim nahm es sportlich und freute sich trotzdem über seine gute Platzierung.
Erstmals bei einem Endlauf mit von der Partie war Kaj Mischke. Immer und immer wieder hatte er sich während des Trainings das Spurbrett vorgenommen, zumal falsche Blickführung und zu langsame Fahrt meist dazu geführt hatten, dass er vorzeitig von dem 20 Zentimeter breiten Brett gefahren war. Anders in Heilsbronn. Da setzte Kaj all das um, was er zuvor zig Mal trainiert hatte. Ein einziges Holzklötzchen polterte in der schwierigen Kurvenkombination, sonst schaffte der Junge alle Aufgaben fehlerfrei. Darüber freute sich der Elfjährige am Ende wie ein "Schneekönig". Als der Hammelburger bei der Siegerehrung auf Platz sechs liegend aufgerufen wurde, war die Freude riesengroß.


Psychischer Druck

Nicht ganz optimal lief es für die übrigen drei Teilnehmer Hammelburg. Tina Sell (Wittershausen), vor zwei Jahren bereits mit einer Teilnahme bei der deutschen Meisterschaft geadelt, hatte nicht den besten Tag erwischt und sammelte einige Fehlerpunkte. Genauso ging es Jasmin Heisler (Fuchsstadt), die erstmals an der Endausscheidung teilnahm und mit dem psychischen Druck einer solchen Meisterschaft klarkommen musste. Tina wurde Siebte und Jasmin Achte in ihrer Altersgruppe.
Mit acht Jahren war Leo Götz aus Veitshöchheim jüngster Hammelburger Teilnehmer. Er hatte das Freitagstraining wegen einer anderen Sportveranstaltung nicht absolvieren können, fuhr aber für sich einige Übungen zur Vorbereitung auf das Endturnier. Vielleicht war das fehlende Spezialtraining der gestellten Aufgaben mit ein Grund, weshalb Leo im Parcours einige Male Probleme hatte und am Ende Elfter seiner starken Altersgruppe wurde.


"Alle haben sich wacker geschlagen"

"Unsere Mädels und Jungs haben sich allesamt wacker geschlagen - ganz gleich, auf welchem Platz sie am Ende gelandet sind", freute sich der Verkehrswacht-Vorsitzende Karlheinz Franz. Dass alle sechs Teilnehmer mit ihrer Teilnahme zugleich die Perfektion im Umgang mit dem Fahrrad verbessert haben, steht für ihn außer Frage. "Unser Ziel ist es, Kinder und Jugendliche zu sicheren Verkehrsteilnehmern aus- und weiterzubilden." Genau das lasse sich mit der Teilnahme an den jährlich gemeinsam von AMSC, Verkehrswacht und Polizei Hammelburg ausgerichteten Fahrradturnieren erreichen.
Die Endlauf-Teilnehmer wurden von ihren Eltern beziehungsweise Großeltern nach Heilsbronn begleitet, von ihnen angefeuert und bei Bedarf auch ein wenig getröstet. Zum Schluss waren sich alle sechs Mädels und Jungs einig: "Es hat viel Spaß gemacht und war zugleich eine gute Schule für uns alle."