Hammelburg
Sehenswürdigkeit

Amalberga ist wieder da

Amalberga steht wieder auf dem Felsvorsprung über dem Saaletal. Fünf Jahre lang wurde die Figur vermisst. Ihr Auftauchen ist eine große Überraschung.
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Die neue Amalberga-Figur schaut von ihrem  Platz auf dem Hammelberg ins Saaletal.Foto: Arkadius Guzy
Die neue Amalberga-Figur schaut von ihrem Platz auf dem Hammelberg ins Saaletal.Foto: Arkadius Guzy
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Sie ist so plötzlich und geheimnisvoll aufgetaucht, wie sie im September 2013 verschwand. Amalberga hat den Felsvorsprung auf dem Hammelberg wieder eingenommen. Damit hatte in der Stadt keiner mehr gerechnet.

Holger Augsburg war der Erste, der die Nachricht am Sonntagmittag verbreitete. "Wir waren mit dem Hund unterwegs, als wir sie entdeckten", berichtet er auf Nachfrage. Als er am Mittwoch auf dem Hammelberg spazierte, stand die Figur noch nicht da, sagt Augsburg. Der Sockel der neuen Figur habe sich am Sonntag noch frisch angefühlt. Demnach kann die Aufstellung der Statue nicht lange zurückliegen.

Die Nachricht vom Wiederauftauchen Amalbergas machte am Sonntag in Hammelburg schnell die Runde. Elfriede Böck vom Kulturamt postete die Bilder, die Augsburg gemacht hatte, auf der Facebook-Seite der Stadt. "Die Rückmeldungen waren sehr positiv. Alle freuen sich", sagt Böck. Auch für sie sowie den Bürgermeister sei es überraschend gewesen.

Denn Amalberga war allzu lange weg. Im Herbst 2013 verschwand sie von ihrem Sockel. Keiner wusste, wer sie weggeschafft hatte und wieso. Viele gingen damals allerdings davon aus, dass ihr Urheber sie für eine Restaurierung in seine Werkstatt zurückgeholt hatte. Die Statue hatte über die Jahre deutliche Witterungsspuren davongetragen. Allgemein herrschte die Erwartung, dass Amalberga dann zum Stadtjubiläum 2016 wieder aufgefrischt auftauchen könnte. Die Stadt veröffentlichte dazu sogar einen Aufruf an den anonymen Künstler - erfolglos.

Die Umstände, weshalb Amalberga ausgerechnet jetzt wieder da ist, bleiben unbekannt. Es handelt sich offenbar auch um eine komplett neue Figur, sagt Böck. Denn es gibt einige Abweichungen. Die auffälligste Veränderung ist die Frisur: Bisher trug Amalberga ihr Haar offen. Jetzt hat sie es zu einem Dutt gebunden.

"Das Gewand ist jetzt feiner ausgestaltet. Es sieht aus, als hätte sich der Künstler weiterentwickelt, wenn es derselbe ist", sagt Maria Heckmann von "Kunst vereint". Sie hat sich die Statue gleich am Sonntag angeschaut.

Nachdem sich die Nachricht von Amalberga verbreitete hatte, kamen Spekulationen auf, dass "Kunst vereint" dahinter stecken könnte. Schließlich plante der Zusammenschluss lokaler Künstler einen Wettbewerb, um für ein Nachfolge-kunstobjekt für den Hammelberg zu sorgen. Doch "Kunst vereint" hat mit der aufgetauchten Amalberga nichts zu tun, wie Heckmann erklärt. "Gut, dass wir bisher noch nichts unternommen haben", sagt sie.

Im Jahr 2000 wurde Amalberga von Spaziergängern zum ersten Mal am Hammelberg entdeckt. In den Folgejahren kamen "der Philosoph", "die Tänzerin" und "das Kind" dazu. Ein Rundweg verbindet die Figuren zu einem touristischen Ausflugsziel. Ihre Urheberschaft und Bedeutung ist bis heute ein Geheimnis. Daher sind sie nur als die "geheimnisvollen Figuren" bekannt und benannt.

Auch jetzt bleibt das Wiederauftauchen von Amalberga ein kleines Mysterium. "Ich möchte gar nicht wissen, wer der Künstler ist", sagt Böck. Denn das mache die Sache viel spannender.


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