Ramsthal
Weinbau

Weingut Baldauf feiert Jubiläum

Vor 50 Jahren begann mit der Abfüllung des allerersten Bocksbeutels die Geschichte des Weinguts Baldauf.
Artikel drucken Artikel einbetten
Gerald Baldauf präsentiert die spezielle Jubiläumsedition. Foto: Arkadius Guzy
Gerald Baldauf präsentiert die spezielle Jubiläumsedition. Foto: Arkadius Guzy
Für Gerald Baldauf gibt es keinen anderen Beruf, in dem man sich so selbst verwirklichen kann wie als Winzer. Er und sein Bruder Ralf führen zusammen mit ihren Frauen das Weingut Baldauf in Ramsthal. Das feiert am Wochenende sein 50-jähriges Betriebsjubiläum.

Der Vater legte den Grundstein für die Entwicklung. Er stammt aus Rhein-Hessen und war durch den Bundesgrenzschutz in den Landkreis gekommen. In Ramsthal erkannte er das Potenzial, das in den Weinbergen steckt, erklärt Gerald Baldauf. Die Familie mütterlicherseits hatte eine kleine Landwirtschaft und Weinberge - wie es im Saaletal eben so üblich war.


Mehr Anbaufläche

Im Jahr 1966 wurde der erste eigene Bocksbeutel abgefüllt. Der Weinbau lief damals noch im Nebenerwerb. Vater Karl-Heinz Baldauf nutzte die Flurbereinigung, um die Anbaufläche auf rund vier Hektar zu vergrößern. Damit konnte der Betrieb 1978 zum Haupterwerb wechseln. Gerald Baldauf übernahm das Weingut dann 1990, sein Bruder stieg etwas später, im Jahr 1996, mit ein.

In den vergangenen 50 Jahren gab es mehrere bauliche Investitionen. Die markanteste war der Bau der Vinothek im Jahr 2008. Die Vinothek bringe viele Kunden, wie Gerald Baldauf bestätigt. Er zählt einen Umkreis von 50 Kilometern als wichtigstes Einzugsgebiet.

Daneben spiele aber auch der Versand eine große Rolle. Vor einigen Jahren sind er und sein Bruder "noch selbst mit dem Transporter durch das Land getingelt", um Weinbestellungen persönlich abzuliefern - von München bis Hamburg.

Etwa 60 Hektar Anbaufläche gehören zum Weingut, nicht nur im Saaletal. Mit 27 Hektar gibt es zum Beispiel eine große Weinbergsfläche in Erlabrunn. Sie kam 2011 dazu, in einem existenziell schwierigen Jahr. "Der Spätfrost im Mai vernichtete damals drei Viertel der Ernte", berichtet Gerald Baldauf. Um wegen des Verlustes nicht irgendwann ohne Wein dazustehen, nahm der Betrieb die Flächen im weniger betroffenen Gebiet am Main hinzu.

Die Unterscheidbarkeit und ein eigener Charakter der produzierten Weine ist Gerald Baldauf wichtig. Daher folgte 2010 auch die Umstellung auf Bioanbau auf den hiesigen Flächen. Es war eine "Neuentdeckung des Weinbaus", sagt Gerald Baldauf. "Man ist gezwungen den Boden anders zu betrachten."


Viele Auszeichnungen

Die Qualität der Weine bezeugen zahlreiche Preise. Eine der jüngsten Auszeichnungen ist "Best of Gold" des Fränkischen Weinbauverbandes für eine Scheurebe. Sie überzeugte die Juroren durch ihre feinfruchtig-elegante, saftige und vielschichtige Art, wie es im Zusammenhang mit der Verleihung hieß. Und das Weingut wagt auch immer wieder mal Trauben für Eiswein hängen zu lassen. Das Risiko wird wegen der Klimaerwärmung aber immer größer.

Seit 2010 bringt jedes Jahr etwas anderes, meint Gerald Baldauf. Waren es im vergangenen Jahr zum Beispiel Hitze und starke Sonneneinstrahlung, müssen die Rebstöcke jetzt entblättert werden, damit genug Licht und Luft an die Beeren kommt. Aber im Augenblick rechnet Gerald Baldauf mit einer guten Ernte.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren