Hammelburg
Kultur

Volle Kirchenbänke zum Jubiläum

Einen großen Zulauf verzeichneten die Kirchenmusiktage zum Jubiläum 1300 Jahre Hammelburg. Die Konzerte waren ausverkauft.
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Unter der Überschrift "Lebenszeiten" stand das Konzert der Gesangs- und Instrumentalgruppe (GuIG) mit Dirigent Stefan Ammersbach am Freitagabend in der evangelischen St.-Michaelskirche.  Foto: Gerd Schaar
Unter der Überschrift "Lebenszeiten" stand das Konzert der Gesangs- und Instrumentalgruppe (GuIG) mit Dirigent Stefan Ammersbach am Freitagabend in der evangelischen St.-Michaelskirche. Foto: Gerd Schaar
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Zwei Konzerte bereicherten den Reigen der Hammelburger Kirchenmusiktage. Am Freitag setzte die ansässige Gesangs- und Instrumentalgruppe (GuIG) in der evangelische St.-Michaelskirche mit "Lebenszeiten" musikalische Schlaglichter. Am Samstag ertönte das Konzert "Musica Sacra" des sinfonischen Blasorchesters der Eschenbacher Musikanten zusammen mit der Sängerin Jeannine Engelen in der Klosterkirche Altstadt. Volle Kirchenbänke bewiesen, dass ein Bedarf an solchen Veranstaltungen besteht.
Offenbar ist es gerade die Vielfalt der Musikstile und der verschiedenen Interpreten, die diese Kirchenmusiktage so lebhaft macht. Unter der Leitung von Stefan Ammersbach erreichten die Sänger von GuIG stimmungsvoll die Herzen der Zuhörer. Die Michaelskirche war bis auf den letzten Platz voll besetzt. Die Interpreten boten eine musikalische Bandbreite und einfühlsame Texte. Zum Schluss klatschte das Publikum begeistert mit, und Zugaben waren fällig.


Geburtstagsständchen

Auch ein Geburtstagsständchen für die Stadt Hammelburg, die heuer ihr 1300-jähriges Bestehen feiert, war dabei - sehr zur Freude des Publikums. "Ich sage ja zu Hammelburg", tönten die Sänger, und die Zuhörer in den Kirchenbänken stimmten mit ein. Der Lebensgeist von GuIG sprang über - und das sowohl in den rhythmischen Gospeln, in afrikanischen Gesängen und freilich auch in den Liedern mit deutschen Texten. Die Bandbreite reichte bis hin zu jüdischen Kletzmer-Klängen, die Angelika Silberbach auf ihrer Klarinette anstimmte. Friedbert Heckmann spielte das Saxophon und Valentin Fell begleitete den Chor auf der Gitarre.
Maria Heckmann moderierte durch das eineinhalbstündige Konzert. "Vielleicht haben die Gründer von der einstigen Siedlung Hamulum Castellum, ähnlich wie die Urväter der Gospels, auch einen besonderen Geist gespürt", sagte sie. Sie erwähnte Herzog Hedan, Bischoff Willibrord und das Geschenk dieser ehemaligen Ansiedlung Hammelburg. "Wir freuen uns, im Rahmen der Kirchenmusiktage unseren Beitrag zu den Feierlichkeiten des 1300. Geburtstages leisten dürfen", so Heckmann.
Parkplätze waren am Samstagabend rund um Kloster Altstadt Mangelware. Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) freute sich über so viel Publikum in der übervollen Klosterkirche mit vollen Kirchenbänken und beigestellten Stühlen. Sowohl optisch als auch klangdynamisch hinterließen die Eschenbacher Musikanten des sinfonischen Blasorchesters einen gewaltigen Eindruck. Den Taktstock schwang Dirigent Thomas Bogner.
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Sängerin im Internet gefunden

Die Moderation übernahm Thomas Reuter, der 1. Vorsitzende des Musikvereins Ober / Untereschenbach. Der verriet auch, dass die aus Leverkusen stammende Sängerin Jeannine Engelen per Youtube im Internet für dieses Konzert entdeckt wurde. Mit den Songs "Halleluja" (Leonhard Cohen) und "Gabriellas Sang" (Py Bäckmann, Stefan Nilsson) überzeugte die reine Stimme von Engelen, und die Zuhörer waren hingerissen. Kräftigen Applaus gab es auch für die übrigen Musikstücke ohne die Begleitung der Sängerin.
Schon der dynamisch gewaltige Satz "Fortuna Imperatrix Mundi" aus Carl Orffs Werk "Carmina Burana", der den Konzertabend mit Paukenschlag eröffnete, weckte die Aufmerksamkeit der Zuhörer auch in der letzten Sitzreihe. Die Bandbreite des Konzerts "Musica Sacra" war groß. Sie reichte von Kompositionen eines Henry Purcell aus der Barockzeit bis zu den zeitgenössischen Komponisten Marc van Delft (Niederlande), Steven Bryant (USA) und Thiemo Kraas (Sauerland).
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