Aura an der Saale

Verlegung des Wildbachs in Aura

Das Wasserwirtschaftsamt verbessert den Hochwasserschutz am Schrenkgraben in Aura. Die Baumaßnahme ist außergewöhnlich und komplex.
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Der Schrenkgraben läuft künftig in einem Kastenprofil unter der Straße auf die andere Seite. Foto: Arkadius Guzy
Der Schrenkgraben läuft künftig in einem Kastenprofil unter der Straße auf die andere Seite. Foto: Arkadius Guzy
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Es ist eine imposante Konstruktion, findet der ältere Herr. Er besichtigt jeden Tag die Baustelle in der Schrenk. Dort errichten Arbeiter ein Kastenprofil, um den Schrenkgraben unter der Straße umzuleiten und zu einer neuen Einmündungsstelle in die Saale zu führen.

Das dient dem Hochwasserschutz. Der Querschnitt des unterirdischen Grabenverlaufs ist auf ein 100-jähriges Hochwasserereignis ausgelegt, wie Martin Rottenberger vom Wasserwirtschaftsamt auf Nachfrage erklärt.

Da der geschlossene, untere Teil des Schrenkgrabens erneuerungsbedürftig ist und der Durchflussquerschnitt dort aber nicht vergrößert werden kann, entschied das Wasserwirtschaftsamt sich für die Verlegung des Wasserlaufs auf die andere Straßenseite. Der Schrenkgraben mündet künftig auf der linken Brückenseite in die Saale.

Er tritt dort wieder an die Oberfläche und fließt über eine breite, mit Steinblöcken ausgelegte Sohle in den Fluss.
Es ist ein außergewöhnliches Projekt, das eher an Gewässerbaumaßnahmen im Gebirge, etwa im Alpenvorland, erinnert. Doch der Schrenkgraben gilt als ausgebauter Wildbach, vor allem wegen seines Gefälles aus Richtung Wittershausen.


Bohrgerät setzt Pfähle

"Es ist ein schwieriges Projekt", urteilt Rottenberger. So ist in der kommenden Woche zum Beispiel ein großes Bohrgerät im Einsatz: Da an einer Stelle die Haus- und Grundstücksfront bis zur Straße reicht, wird der Bereich mit Bohrpfählen gesichert, bevor die Untertunnelung weiter gezogen wird.

Zum Schuljahresbeginn soll die Baustelle so weit fortgeschritten sein, dass die Straßensperrung für den Busverkehr aufgehoben werden kann - aber auch nur ausschließlich für den Busverkehr. Die Arbeiten werden noch bis Oktober dauern. Die Verlegung des Bachs kostet laut Rottenberger zwei Millionen Euro. Das Staatliche Bauamt Schweinfurt und die Gemeinde sind finanziell beteiligt.

Bereits im vergangenen Jahr ließ das Wasserwirtschaftsamt am Ortsrand eine Zufahrt zum Schrenkgraben anlegen. Dort wurde die Sohle breit ausgebaut. Außerdem dienen sechs Stahlprofile als Rechen, das Treibgut auffängt. Dabei geht es nicht nur um Totholz. An den Stahlträgern sollen im Winter Eisschollen zerbrechen, die sich an den Kaskaden bilden und weiter unten den Lauf aufstauen. Die nach Auskunft Rottenbergers in den 50er und 60er Jahren gebauten Kaskaden stabilisieren den Hang des Wildbachs. In den kommenden ein, zwei Jahren folgen größere Sanierungsarbeiten an diesen Stützbauwerken.

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