Hammelburg
Garten

Taufe für die Sinnliche Sissi

In der Hammelburger Gärtnerei Schlereth findet die Taufe der bayerischen Pflanze des Jahres statt.
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Regierungsvizepräsidenten Jochen Lange, Irmgard Heinrich, Gärtnereiinhaber Christoph Schlereth und Friedrich Reim, Bezirksvorsitzender des Bayerischen Gärtnerei-Verbands, taufen die Pflanze. Foto: Arkadius Guzy
Regierungsvizepräsidenten Jochen Lange, Irmgard Heinrich, Gärtnereiinhaber Christoph Schlereth und Friedrich Reim, Bezirksvorsitzender des Bayerischen Gärtnerei-Verbands, taufen die Pflanze. Foto: Arkadius Guzy
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Viel Herz zeigt die bayerische Pflanze des Jahres 2017. Diesmal kürte der Bayerische Gärtnerei-Verband eine Petuniensorte mit diesem Titel, auf deren Blüten purpurfarbene Herzen auf gelbem Grund erscheinen. Im Gärtnerei- und Floristikbetrieb Schlereth wurde sie auf den Namen Sinnliche Sissi getauft.

"Die Sinnliche Sissi blüht von April bis zum ersten Frost", sagte Friedrich Reim. Der Bezirksvorsitzende des Bayerischen Gärtnerei-Verbands stellte den Gästen die Pflanze des Jahres kurz vor. Allen, die sie in den Blumenkasten auf dem Balkon oder ins Beet in den Garten setzen wollen, empfahl er spezielle Erde. Denn Petunien brauchten mehr Eisen.

Der Pflanze des Jahres steht das Gemüse des Jahres zur Seite. In diesem Jahr ist es die Paprika-Pflanze Dulcita. "Paprika wächst nicht nur im sonnigen Süden, sondern auch bei uns in den Gärten", erklärte Reim. Er hob die Eigenschaften der süßen Paprikasorte hervor.

Dulcita sei als Snack gedacht. Entsprechend wird sie auch als Naschpaprika vermarktet. Ihre Schoten sind leuchtend orange. Das Besondere an ihnen ist, dass die Kerne im Inneren nur am Steilansatz liegen und sich nicht über die ganze Frucht verteilen. Reim sagte: "Wenn man hineinbeißt, hat man nicht gleich die ganzen Samen im Mund."

Dem Gärtnern allgemein widmete Reimar Glückler, stellvertretender Bürgermeister von Hammelburg, eine kurze Betrachtung. Den Garten oder Balkon bezeichnete er als Rückzugsort in "verrückten Zeiten". Der stellvertretende Landrat Emil Müller wünschte der Pflanze und dem Gemüse des Jahres viel Aufmerksamkeit.


Sekt statt Gießwasser

Als Taufpaten fungierten der unterfränkische Regierungsvizepräsident Jochen Lange und die frühere, langjährige Vorsitzende des Kreisverbands für Gartenbau und Landschaftspflege, Irmgard Heinrich. "Gärtnern ist in", sagte Lange. Er sah im Trend zum Selbstanbau viele Chancen für die Gärtnereibetriebe, zum Beispiel als Ratgeber.

Bevor Lange und Heinrich die Pflanze des Jahres und das Gemüse des Jahres mit Sekt taufen konnten, sangen noch die Ganztagsschüler der Grundschule am Mönchsturm ein Leid über das Gartenjahr. Damit dankten sie Gärtnereiinhaber Christoph Schlereth für seine Unterstützung. Die Schüler dürfen den Betrieb zum Beispiel besuchen.

Seit 2001 wird in Bayern eine Pflanze des Jahres gekürt. Aus den Anfängen entwickelte sich eine bayernweite Aktion unter der Regie des Bayerischen Gärtnerei-Verbands. In diesem Jahr nehmen laut dem Verband rund 300 Mitgliedsbetriebe an der Pflanze-des-Jahres-Aktion teil. In jedem Regierungsbezirk wird jeweils ein Betrieb ausgewählt, in welchem eine Taufe und damit eine öffentlichkeitswirksame Präsentation der Pflanze des Jahres stattfindet.

Der Landkreis Bad Kissingen war mit der Hammelburger Gärtnerei Schlereth das erste mal für Unterfranken an der Reihe. Er habe sich bereit erklärt, das in seinem Betrieb zu machen, auch wenn es zusätzlichen Aufwand bedeute, sagte Schlereth am Rande der Veranstaltung.

Die Aktion des Gärtnerei-Verbands sei der Auftakt für die neue Garten- und Balkonsaison. Und wie Schlereth erklärte, sorgt sie für Aufmerksamkeit. Er sprach von einer sehr guten Resonanz im Vorfeld der Taufe. Die Leute interessierten sich für die Pflanzen und fragten nach ihnen.


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