Trimberg
Vorhaben

Sonnensegel statt Fenster

Das Denkmalamt sprach sich gegen eine Verglasung des Erthal-Saales aus. Nun überlegten sich die Freunde der Trimburg eine Alternativlösung.
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Eine Verglasung der Fenster im Erthal-Saal der Trimburg, wie das Musterfenster (Foto) zeigt, lehnt das Denkmalpflegeamt ab. Stattdessen sollen Sonnensegel den Innenraum schützen. Fotos: Winfried Ehling
Eine Verglasung der Fenster im Erthal-Saal der Trimburg, wie das Musterfenster (Foto) zeigt, lehnt das Denkmalpflegeamt ab. Stattdessen sollen Sonnensegel den Innenraum schützen. Fotos: Winfried Ehling
Stete Pflege, Neuerungen und Renovierungen sollen zum Erhalt und zur Attraktivität der Trimburg und ihrem Umfeld beitragen, wie die Einigkeit der "Freunde der Trimburg" belegte. Vorsitzender Micha Strauß definierte in der Jahresversammlung die in nächster Zeit angestrebten Ziele.


Musterfenster gefiel nicht

Trotz Ideen und Initiative ist jedoch nicht alles realisierbar. Finanzielle Mittel und Personal sind nicht immer ausreichend und natürlich ist die Zustimmung der Denkmalpflege bei Sanierungsmaßnahmen notwendig, wie bei der Verglasung der Fenster zum Schutz des Innenraum des Erthal-Saals.
Anhand eines eingebauten Musterfensters - das nicht ganz nach Wunsch der Trimburgfreunde ausfiel - lehnte das Denkmalamt dieses Vorhaben ab. Der Vorstand erarbeitete eine Alternativlösung, ein Sonnensegel in Rollo-Form, das Regen, Schnee und Wind Paroli bieten soll. Dies begeisterte auch die Repräsentanten der Denkmalpflege und findet voraussichtlich Anwendung. Verglaste Fenster sind zudem der Akustik des Veranstaltungsraumes nicht zuträglich, fügte Strauß hinzu.
Kein Gehör fand dagegen der Wunsch nach einer Ausstattung der sanierten Südspitze der Burg, die für kleinere, kulturelle Aktivitäten verwendet werden sollte. Dazu gab es ein klares "Nein" der Denkmalschützer, die das Areal im jetzigen Zustand belassen wollen.


Teilbefestigung

Keinen Einwand hatte die Behörde gegen die Teilbefestigung des äußeren Burghofs im Bereich der Essens- und Getränkeausgabe, um hier die Staubentwicklung zu reduzieren. Mit diesem Thema befasste sich bereits der Gemeinderat Elfershausen, ließ Vize-Bürgermeister Jürgen Englert wissen. Die Renovierung der Renaissance-Portale im inneren Burghof - die Zugänge zur Küche und zum Rittersaal - kann nach fachlicher Absprache mit der Denkmalbehörde voraussichtlich vonstatten gehen.
Ein kritischer Punkt bleibt die Zufahrt zur Burg an die August Schneider erinnert. Die Auffahrt, ein bislang einfacher Forstweg, ist dringend sanierungsbedürftig. Eine asphaltierte Zufahrt zur Landmarke käme allerdings ziemlich teuer und entsprechende Fördermittel stünden auf sehr wackligen Beinen. Hinzu kommt, dass Gemeinderäte wie Mitglieder der Trimburgfreunde diese Lösung ablehnen.
Die Frage Schneiders, welches Material die Sanierungsmaßnahme vorsieht, will der Marktgemeinderat noch diskutieren, so Englert. Ein notwendiger Aspekt bei diesem Projekt ist auch die Wasserabführung.
Ein zentraler Punkt bleibt die Kulturpflege auf der mit entsprechenden EU-Fördermitteln sanierten Ruine. Die Trimburg zeichnet sich nicht nur als touristisch interessantes Ziel aus, sondern mauserte sich zu einem kulturell historischen Hort. Stellvertretender Vorsitzender Matthias Schiebl erinnerte an das Theater-Wochenende, die Knappen-Schule, die Veranstaltungen des angegliederten Vereins "Musifit", die "Nacht der Poesie", das Mittelalter-Treiben, das Jazzfest und weitere Aktionen.
Mit seinem Dank an Vorsitzenden Micha Strauß und den Regisseur der Theatergruppe der Schweinfurter Disharmonie, Bernd Lemmerich, warfen Schiebl und Strauß allerdings auch die personelle Frage auf. Die Trimburg wird bekanntlich von Vereinen bewirtschaftet, die dafür einen Teil der Einnahmen generieren dürfen. Derzeit herrscht jedoch mangelndes Interesse, was die Vorsitzenden teils auf die Stadt- und Marktjubiläen in Hammelburg und Euerdorf zurückführten.
Zwei Wochenende sind noch zu vergeben und für die "Nacht der Poesie" suchen die Trimburgfreunde noch Helfer aus den eigenen Reihen für den Ausschank. Die Führungen durch die Burg obliegen Alt-Bürgermeister Otmar Pfister.
Bernd Strauß gab den korrekt geführten Kassenbericht von 2015, der - geprüft von Alfons Hausmann und Bernhard Büttner - die einmütige Entlastung des Vorstands erlangte. Zwei steuertechnisch bedingte Satzungsänderungen wurden ebenfalls gebilligt. Die Freunde der Trimburg haben aktuell 229 Mitglieder.



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