Hammelburg
Mega-Memory-Methode

So macht das Lernen Spaß

Gedächtnistrainer Gregor Staub zeigte ungewohnte Wege auf, wie man sich leichter etwas merken kann.
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Gedächtnistrainer Gregor Staub zeigt Tricks, wie Lernen Spaß machen kann, hier am Frobenius-Gymnasium in Hammelburg. Foto: Gerd Schaar
Gedächtnistrainer Gregor Staub zeigt Tricks, wie Lernen Spaß machen kann, hier am Frobenius-Gymnasium in Hammelburg. Foto: Gerd Schaar
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Lernen kann Spaß machen und sogar als sinnvolle Freizeitbeschäftigung im Familienkreis dienen. Das spezielle Lernen "Mega-Memory", das Gedächtnistrainer Gregor Staub im Frobenius-Gymnasium vorstellte, ist allerdings ein anderes Lernen als nach dem Unterrichtsplan des Schulamtes. Es ist ein fröhliches Lernen, das zu weiterer Lerntätigkeit ansteckt.
So jedenfalls war die Rückmeldung aus der vollen Aula am Montagabend. Dort waren abends die Erwachsenen der Einladung vom Verein der Freunde des Frobenius-Gymnasiums gefolgt. Schon am Vormittag gab es die Begegnung zwischen Staub und den Schülern und am Nachmittag mit den Lehrern.
Beim Gedächtnistraining ging es hauptsächlich um Spaß und Motivation. "Dann können Sie sich spielend Namen, Gesichter und Zahlen besser merken", sagte Staub. Und dies auf eine Weise, die den obligatorischen Lernmethoden der Leistungsgesellschaft ein Schnippchen zu schlagen schien, nämlich mit Erziehen statt Erdrücken.

Thailändisch bis zehn zählen

"Wer ist freiwillig hier?", lockerte Staub schon zu Beginn seines knapp zweistündigen Vortrags die Atmosphäre im Saal. Die Zuhörer waren überrascht, als sie nach wenigen Minuten mit Staubs gestenreicher Hilfe schon auf Thailändisch bis Zehn und nach weiteren Minuten bis Tausend zählen konnten. Kein Kunststück war es auch, sich die Namen oder Geburtsdaten von 20 fremden Personen zu merken. Freilich schien es jetzt auch viel einfacher, sich mit Staubs fröhlicher Methode den alltäglichen Lernstoff spielerisch anzueignen.
Den Mathematiklehrern standen die Haare zu Berge, als Staub mehrstellige Zahlen auf ungewöhnliche indische Art multiplizierte und nach wenigen Sekunden das richtige Ergebnis auf dem Flipchart notierte. Die Zuhörer waren hingerissen und zückten ihre Taschenrechner zur Kontrolle. Der Erfolg gab dem 61-Jährigen aus Liechtenstein recht. Warum sollte man nicht einfachere Wege als die bisher bekannten nutzen?
"Ich will", heißt die Lösung. Ein klares Ziel vor Augen haben und mit Freude ans Lernen ran gehen, riet Staub. "Haben Sie keine Angst vor Misserfolgen und probieren Sie alles aus", machte er klar, dass auch die erkannten Fehler der Lösungsannäherung dienen. "Fühlen Sie sich wie ein Fünfjähriger, gehen Sie entspannt und fröhlich an die Sache ran", sagte Staub. Vor Prüfungen riet er, sich einen Spickzettel zu Schreiben und diesen so oft zu lesen, bis man ihn im Kopf hat.
Das Geheimnis von Staubs Methode scheint die Verbindung der beiden menschlichen Gehirnhälften zu sein. Die linke logische soll mit der rechten gefühlsmäßigen als Eselsbrücke zusammen arbeiten. Dann kann man sich auch die Ahnenreihe der U.S.-amerikanischen Präsidenten in kurzer Zeit anhand von Gebäudeteilen merken. Staub legt mit seiner Mega-Memory-Methode die heilende Hand auf die Wunden der Leistungsgesellschaft. Fremdsprachen zu lernen, frei zu reden, Lernstress abzubauen und effektiv zu lernen soll spielerisch gemeistert werden. Dann ist auch der Schulbesuch ein Freudenfest.


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