Gräfendorf
Tourismus

Saale bekommt für den Radwegbau ein neues Flussbett

Seit mehr als 15 Jahren wird eine Lösung für einen sicheren Radweg von Michelau nach Gräfendorf gesucht.
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Eine Feuerwehrübung nutzten die Gräfendorfer Bürgermeister Johannes Wagenpfahl (links) und Alfred Frank (im Boot mit Messlatte), um Ingenieur Erich Hutzelmann Daten für den geplanten Radweg zwischen Gräfendorf und Michelau zu liefern. Foto: Wolfgang Schelbert
Eine Feuerwehrübung nutzten die Gräfendorfer Bürgermeister Johannes Wagenpfahl (links) und Alfred Frank (im Boot mit Messlatte), um Ingenieur Erich Hutzelmann Daten für den geplanten Radweg zwischen Gräfendorf und Michelau zu liefern. Foto: Wolfgang Schelbert
Eigenhändig hat Bürgermeister Alfred Frank (CSU) mit einer Messlatte die Tiefe der Saale zur Vorbereitung des neuen Radwegs zwischen Michelau und Gräfendorf ausgelotet. Im Rahmen einer Feuerwehrübung mit dem Rettungsboot ließ das Ingenieurbüro Erich Hutzelmann aus Hammelburg die Daten für das Saale profil ermitteln.
Seit mehr als 15 Jahren wird eine Lösung für einen sicheren Radweg von Michelau nach Gräfendorf gesucht.

Die schmale Kreisstraße MSP 17 ist gefährlich für Radfahrer. Der Lückenschluss soll das Radwegenetz von Bad Kissingen bis Gemünden komplettieren. Die Landkreise Main-Spessart und Bad Kissingen unterstützen das Vorhaben. Die Gemeinde Gräfendorf hofft auf 80 Prozent Staatszuschuss zu den Kosten, die noch nicht konkret ermittelt sind. Als beste Variante erachtet der Gemeinderat eine Trasse zwischen der Saale und den Bahngleisen von der Roßmühle bis nach Gräfendorf.

Dazu muss allerdings das Saalebett an der Engstelle zwischen Michelau und Gräfendorf auf 500 Metern Länge in Richtung Gut Hurzfurt um mehrere Meter verlegt werden. Für diese Planung benötigt das Ingenieurbüro Hutzelmann gesicherte Daten vom Profil des Flussbettes oberhalb des Hofgutes.

Um der Dorfgemeinschaft Kosten in Höhe mehreren 1000 Euro für diese Datenerhebung zu sparen, setzte der stellvertretende Bürgermeister und Kommandant der Gräfendorfer Feuerwehr, Johannes Wagenpfahl, eine Feuerwehrübung mit dem Rettungsboot an. Bürgermeister Alfred Frank griff selbst zur Messlatte und gab die Daten an Erich Hutzelmann weiter.

Im Abstand von ein bis zwei Metern wurde die Wassertiefe quer zur Flussrichtung ermittelt. Im oberen Bereich stellten die Hobby-Vermesser eine maximale Tiefe von 3,40 Meter fest. Nach neun vermessenen Flussabschnitten fanden sie am untersten und nächsten Abschnitt zum Stauwehr des Elektrizitätswerkes eine maximale Wassertiefe von 4,50 Meter.

Der Radweg soll zum Teil auf einem aufzuschüttenden Damm verlaufen. Mit einer schnellen Planfertigung können das Wasserrechtsverfahren beim Wasserwirtschaftsamt in Aschaffenburg beschleunigt und staatliche Fördermittel beantragt werden.

Der ehrenamtliche Einsatz der Feuerwehrleute und beiden Bürgermeister spart der Kommune Zeit und Geld für das ersehnte Projekt. Die Verlegung der fränkischen Saale erfordert allerdings Ausgleichsmaßnahmen auf der gegenüberliegenden Saaleseite. Die dafür notwendigen Flächen hat die Gemeinde Gräfendorf bereits zur Förderung des Tourismus erworben. Wolfgang Schelbert
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