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Hammelburg
Kirche

Rückkehr nach Indien im Herbst

Nach sieben Jahren in Unterfranken geht Pfarrvikar Murphy im Oktober zurück in seine Heimat. Er habe sich hier sehr wohlgefühlt, erklärt der Geistliche.
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Pfarrvikar Murphy wird im Oktober in seine indische Heimat abberufen. Fotos: Gerd Schaar
Pfarrvikar Murphy wird im Oktober in seine indische Heimat abberufen. Fotos: Gerd Schaar
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Geistliche kommen und gehen. Gerade wird gemeldet, dass Dr. Jaroslaw Woch ab September Pfarrer in Aidhausen sein wird. Und Pfarrvikar Sebastian Ray Murphy signalisiert jetzt seine Abberufung in seine indische Heimat (Tiruchiroppalli, Tamilnaon) heuer zum Oktober. Sein Bischof in Indien rief ihn nach sieben Jahren zurück. Murphy weist auf die Möglichkeit einer Indienreise für jedermann hin, für die man sich bei Interesse bis zum 30. April melden kann. Am 7. Mai gibt es dazu die gezielte Information.


"Alles hat seine Stunde"

"Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit", zitiert Murphy den passenden Bibeltext (Koh. 3,1). Er gehe dann mit einem weinenden und einem lachenden Auge, so Murphys Rundschreiben. Denn einerseits freue er sich, zu seinen ursprünglichen Wurzeln zurückzukehren und seine Familie und Freunde in Indien wiederzusehen. Andererseits falle es ihm schwer, seine zweite Heimat Unterfranken zu verlassen, in der sieben Jahre lang neue Wurzeln gewachsen seien. Murphy: "Ich habe mich hier sehr wohlgefühlt und viele nette Leute kennengelernt." Die guten Erinnerungen werden ihn immer begleiten, auch wenn die neu gewachsenen Wurzeln bald durchtrennt werden.
"Ich kann mich noch genau erinnern, als ich im November 2009 zuerst in Wartmannsroth aus meiner subtropischen Heimat hier in die Kälte kam", erzählt Murphy von seinem damaligem Klimaschock. Dort sei er für drei Jahre bei der netten Familie Kleinhenz untergekommen. "Ich habe damals mit 32 Jahren meinen ersten Schnee erlebt", so Murphy. Drei Pullover übereinander habe er dann gegen die ungewohnte Kälte in der ersten Zeit angezogen.
"Es brauchte seine Zeit", geht Murphy auf die Themen Vertrauen, Gesellschaft, Infrastruktur und Mentalität ein. "Die Kirchengemeinden sind hier super", dankt Murphy für die freundliche Aufnahme. Sein Dank gelte ebenfalls für das deutsche Engagement bezüglich seines indischen Brückenprojekts gegen die Armut der Kinder. Auch nach seiner Rückkehr werde er weiter an einer Stiftung arbeiten, die den armen Kindern aus seiner Heimat den Besuch von Kindergarten und Bildungseinrichtungen ermöglicht.


Pünktlichkeit schätzen gelernt

"Pünktlichkeit, Sauberkeit und Umweltbewusstsein habe ich hier gelernt", blickt Murphy auf sieben Jahre in der deutschen Kultur zurück. Im Unterschied zu Indien musste er hier eine zweite Dienstprüfung für seine Vikarstelle ablegen, die er mittlerweile seit drei Jahren innehat. "Diese Prüfung gibt es in Indien nicht", sagt Murphy. Ja, er habe mittlerweile die Welt der Unterfranken gründlich kennengelernt und bestätigt jetzt: "Ich fühle mich hier wohl."
Trotzdem: Murphy unterliegt nicht dem personellen Einfluss des Würzburger Bischofs Friedhelm Hofmann, sondern seines indischen Bischofs, der ihn jetzt in die Pfarrstelle seiner ursprünglichen Heimat beruft. "Sieben ist eine heilige Zahl", geht Murphy auf seine Aufenthaltsdauer von sieben Jahren in Deutschland ein. "Sieben Kinder sind wir in meiner Familie", weist er auf seine sechs Geschwister in Indien hin. Allerdings habe er keine sieben, sondern lediglich vier unterfränkische Priester vor Ort in direkter Nähe erlebt, nämlich die Pfarrer Michael Erhart, Paul Kowol, Thomas Eschenbacher und dessen Vorgänger Christian Müssig.


Studienreise geplant

"Viele Freunde bleiben hier zurück, aber die gute Erinnerung bleibt mir", sagt Murphy. Ganz aus der Welt sei man ja im Zeitalter des Internets nicht. Und das trotz etwa 12 000 Kilometer Entfernung. "Angekommen bin ich mit wenigen Kilo in meinen Koffern, gehen werde ich mit tonnenschweren Koffern voller Erfahrungen", so Murphy. Wer ihn in seine indische Heimat begleiten will, hat dazu Gelegenheit. Denn eine 15-tägige Studien- und Erlebnisreise nach Nord- und Südindien vom 11. bis 25. Oktober 2016 (voraussichtliche Gesamtkosten 2200 Euro) führt über die Route Delhi, Jaipur, Amber, Fatehpur Sikri, Agra, Delhi, Chennai, Mahabalipuram, Puducheri, Velankanni, Trichy, Chettynadu, Madurai, Thekkady, Alleppy, Backwaters und Cochin. Unverbindliche Anmeldungen sind möglich bis 30. April im katholischen Pfarrbüro. Bei mindestens 25 Interessierten gibt es am Samstag, 7. Mai, um 16 Uhr im Pfarrsaal Hammelburg eine Informations-Veranstaltung dazu.

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