Hammelburg
Freizeit

Rentner beweisen ihr Können

Musik kann bis ins hohe Alter ein erfüllendes Hobby sein. Das zeigt das unterfränkische Blasorchester der Senioren unter anderem mit Polkas, Märschen und Schottisch.
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Einer der Gründer des Seniorenorchesters: Edgar Rudloff spielt beim Konzert in der Musikakademie Posaune. Foto: Gerd Schaar
Einer der Gründer des Seniorenorchesters: Edgar Rudloff spielt beim Konzert in der Musikakademie Posaune. Foto: Gerd Schaar
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Posaunist Rudolf Wagner ist mit Begeisterung bei der Sache. "Wenn ich auch nicht mehr in meiner Heimatkapelle der Musikvereinigung Wartmannsroth spiele, habe ich nach über 50 Jahren noch Spaß am Musizieren", betont er. Wagner schätzt vor allem auch die Gemeinschaft der Gleichgesinnten. "Deshalb bin ich im Seniorenblasorchester dabei", erklärt er.
Die rund 40 erfahrenen "Oldies" können sich auch heute immer noch hören lassen. Mit seinen 86 Jahren gehört Schlagzeuger Walter Braun aus Bergrheinfeld zu den Ältesten im Seniorenorchester.
Ebenfalls am Schlagzeug sitzt der Hammelburger Rudi Hofmann. "In den 70er Jahren habe ich in der Stadtkapelle mitgespielt", erzählt er. Damals gab er auch der Tanzmusik-Band "Top-Stars" den Takt vor. "Vor sieben Jahren, als ich in Rente gegangen bin, kam ich zum Seniorenorchester. Und bereut habe ich diesen Schritt nicht", unterstreicht er. Denn es hätten sich einige Freundschaften entwickelt, auch zu den Mitspielern aus der Rhön, dem Spessart, der Würzburger Region und sogar aus Bamberg.

"Abschalten vom Alltag"

Aus dem Altlandkreis Hammelburg sind Winfried Breun (Trompete), Christine Schuster (Saxophon), Wolfgang Fella (Tenorhorn), Hermann Karollus (Klarinette) und Helmut Schäfer (Trompete) im Seniorenorchester aktiv. "Die Kameradschaft mit den Mitspielern lockt mich auf die Bühne", bekennt Hofmann. Die Vielfalt der unterschiedlichen Musikstile lässt keine Langeweile aufkommen. Neben Märschen und Polkas gehören kirchliche Stücke und Bigband-Musik zum Repertoire.
Den Taktstock schwingt Erhard Rada. "Beim Musizieren kann ich total vom Alltag abschalten", verrät der Dirigent den Grund für sein Engagement. Rada schätzt das hohe Niveau der Blasmusiker des Orchesters. Dass er Musik im Blut hat, ist bei den Egerländer Polkas deutlich zu sehen, für die er sich am Dirigentenpult förmlich im Takt verbiegt.

"Wie ein Schweizer Uhrwerk"

Erfahrung und Präzision zeichnet das Unterfränkische Seniorenorchester aus. Das Ergebnis ist Musik von feinster Qualität, die es auch auf CD gibt. Dirigent Erhard Rada lobte den langjährig aktiven Organisator Edgar Rudloff: "Der funktioniert präzise und zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk."
Rudloff gehört zu den Gründern des Orchesters, das er 1991 zusammen mit Otto Zeier und Hermann Deußer aus der Taufe hob. "Wir sind der Musikakademie in Hammelburg sehr dankbar für die optimalen Übungsmöglichkeiten", betont Rudloff.
Das Treffen des Orchesters im Dezember in Hammelburg ist zu einer schönen Tradition geworden. Nach dem Gottesdienst in der Klosterkirche Altstadt stellen die Senioren dann im Großen Saal der Musikakademie unter Beweis, dass sie es immer noch drauf haben.
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