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Obereschenbach
Hobby

Regionalverband Mainfranken-Rhön ehrt erfolgreiche Brieftaubenzüchter

Der Regionalverband Mainfranken-Rhön zeichnet seine besten Züchter aus. Der Flugerfolg hängt nicht nur vom richtigen Training der Jungtiere ab.
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Bernd Bindrum leitet die Einsatzstelle Hammelburg. Fotos: Gerd Schaar
Bernd Bindrum leitet die Einsatzstelle Hammelburg. Fotos: Gerd Schaar
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Auch nach vielen Züchterjahren ist die Liebe zu seinen Tieren nicht erloschen. "Die Liebe zu den Tauben hält mich ein Leben lang gefangen", sagt Oberflugleiter Edgar Halbig. "Im Gegenteil, jetzt habe ich mehr Zeit für ein lebendiges Hobby, das mir über lange Zeit schon ans Herz gewachsen ist", meint der frühere technische Leiter des Hammelburger Krankenhauses.

Der Seitentrakt der Eschenbachhalle beherbergt am Wochenende 212 Käfige mit Tauben. Dorthin hat Bernd Bindrum, Leiter der Einsatzstelle Hammelburg im Regionalverband Mainfranken-Rhön eingeladen.
Die ausgestellten Brieftauben tragen keine Namen, sondern sind mit mehrstelligen Nummern bezeichnet. Die Qualität einer Taube zeichnet sich einerseits durch eine passable Flugleistung und andererseits durch Schönheit aus. Darüber macht sich eine Jury bei der Bewertung ein Bild.

Knapp 8000 Tauben der insgesamt 461 Züchter aus der bayerischen, hessischen und thüringischen Rhön treten jährlich beim Nationalflug an. In Obereschenbach ist der regionale Ausschnitt zu bewundern.

"Es dauert 18 Tage, bis ein Taubenei ausgebrütet ist", erklärt Halbig. Doch damit sei die Arbeit für einen erfolgreichen Züchter längst nicht getan. Wenn die Jungtaube ein Jahr alt ist, beginne die Phase des Flugleistungssports. "Anfangs sind es etwa 200 Kilometer Flug. Bis zum siebten Jahr folgen dann erheblich längere Flugstrecken", berichtet Halbig zum Beispiel von Taubenauflassungen in Südfrankreich. Das entspreche einer Entfernung von rund 800 Kilometern bis daheim in der Rhön.

Maiskörner für die Muskeln

"Flugtraining für die Tauben, ähnlich anstrengend wie das Training beim Fußball der Nationalelf, ist für den Erfolg entscheidend", meint Halbig. Dazu gehöre auch ein ausgeklügeltes Futter. Es enthalte oft Maiskörner und Erbsen für eine kräftige Flügelmuskulatur. "Es ist das gekonnte Zusammenspiel von Eiweiß, Fetten und Kohlehydraten", verrät Halbig. Die Ernährung müsse auch Rücksicht auf die Temperaturverhältnisse im Taubenschlag nehmen.Halbig merkt an: "Und dann gibt es noch Futterkomponenten, die ich als mein Betriebsgeheimnis hüte."

Bei der jährlichen Ausstellung des Regionalverbands bekommen erfolgreiche Züchter eine Anerkennung. Harald Herbach, Vorsitzender des Regionalverbands, ehrt seine Meister. "Das Jahr 2014 war ein turbulentes Reisejahr mit wetterbedingt oft vergeblichen Anläufen und abgesagten Flügen", berichtet Herbach (Taubenschlag Wallkrone Würzburg). Aus seiner Hand gibt es die Siegerpokale.

Bei der internen Meisterschaft des Regionalverband kommt der Schlag von Rudi Kirchner (Burkardroth) auf den ersten Platz. Auf dem zweiten Platz folgt Siegfried Markert (Bad Kissingen) und auf dem dritten Platz Stefan Schuhmann (Bad Kissingen). Stefan Ullrich überreicht die Pokale für die Jugendmeisterschaft. Bei der Jugend erreicht Jonas Bauer (Schweinfurt) den ersten Rang. Tanja Keller (Waigolshausen) kommt auf den zweiten Platz und Lukas Bäumker (Münnerstadt) auf den dritten. Der Würzburger Zauberer Joe Walthera und seine Frau Pafema sorgen beim Ehrungsabend für die Unterhaltung - bei den Tricks spielen auch Tauben eine Rolle.