Euerdorf

Rat Euerdorf sagt Nein zur Litfaß-Säule

Der Antrag auf Errichtung einer Litfaß-Säule führte im Gemeinderat Euerdorf zu einer Grundsatzdiskussion über Werbung.
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Wie auf dieser Fotomontage könnte die Litfaß-Säule in Euerdorf aussehen. Foto: Marktgemeinde Euerdorf
Wie auf dieser Fotomontage könnte die Litfaß-Säule in Euerdorf aussehen. Foto: Marktgemeinde Euerdorf
Werbung ist wichtig. Doch häufig ist sie überbordend oder einfach am falschen Platz. Der Marktgemeinderat gab zwar für mehrere Großflächen-Werbetafeln der Firma Perma sein Einverständnis. Doch äußerte er Zweifel am Sinn einer Litfaß-Säule an der Ecke Hammelburger-/Schweinfurter Straße, auf der sich örtliche Vereine präsentieren möchten.
Gisela Bergel (Bürgerblock Euerdorf) befürchtet eine Sichtbeeinträchtigung. Für Elmar Hofmann (Bürgerblock Euerdorf) ist "der Standort zu dominant, insbesondere für neonfarbene, schreiende Plakate." Zudem hätten die Vereine ihre Info-Flächen. Michael Fell (CSU/FWG) konnte sich nicht vorstellen, dass mit einer Litfaß-Säule das "wilde Plakatieren" unterbunden wird. "Das wird wohl nie verschwinden", vermutete Bürgermeisterin Patricia Schießer (CSU). Der Rat lehnte mit knapper Mehrheit die Errichtung der Info-Säule ab.
Das Kommunalunternehmen beantragt eine immissionschutzrechtliche Genehmigung für eine Behandlungsanlage für Mineralfaserabfälle auf der Deponie Wirmsthal. Dazu soll eine 830 Quadratmeter große Stahlhalle entstehen. Eine Presse komprimiert die besagten Abfälle - die bereits eingelagert werden - und verpackt sie in "Big Bags". So kann das Einlagerungsvolumen auf das Zehnfache gesteigert werden.

Kritik an Landrats-Aussage

Kritik übte Hofmann in diesem Zusammenhang an einer Aussage des Landrats. Der soll einmal versprochen haben, dass keine Gebäude mehr auf der Deponie entstehen. Hofmann betonte, er sehe nicht ein, "dass jetzt die künstliche Mineralwolle zusätzlich behandelt wird, zumal niemand weiß, woher und in welcher Menge das Giftzeug kommt". Für Dietmar Büchner (CSU/FWG) handelt es sich lediglich "um eine neue Art von Einbau und damit eine Platz sparende, technische Verbesserung". Was die Mengen angeht, geht Büchner allerdings mit Hofmann konform.
"Wir können den Antrag ablehnen oder Anmerkungen dazu machen, doch das wird kaum etwas nützen", glaubt Schießer. Mit der Beschluss-Neuformulierung ging die Verweigerung des Rats einher. Er will seine Zustimmung nur geben, wenn regelmäßige Informationen über angelieferte beziehungsweise eingelagerte Mengen gewährleistet sind.
Der Markt plant eine Aufrüstung für den gemeindeeigenen Bauhof. Dazu gehören der Kauf eines Schlegelmulchmähers, eines Frontmähers und eines Pkw-Anhängers. Hierfür holte Bauhofangestellter und Kfz-Meister Gerhard Schmitt Angebote ein. Der Rat genehmigte einen 0,7-Tonnen-Dreiseitenkipper-Anhänger zum Preis von 6426 Euro, den die örtliche Firma Neumann liefert.

Frontmäher von Ferrari

Beim Schlegelmäher entschied sich der Rat auf Schmitts Empfehlung für ein Modell, das die Firma Landmaschinen-Müller liefert. Zum Preis von 6664 Euro kommen weitere rund 300 Euro für ein Mulchkit hinzu, ein Vorschlag von Christian Baumann (CSU/FWG). Teuerstes Gerät ist der Ferrari-Frontmäher, den Amrhein aus Schweinfurt zum Brutto-Preis von rund 30 000 Euro bereitstellt. Dem Antrag des SV Wirmsthal auf einen Zuschuss zu den Wasser- und Abwassergebühren für die Sportanlagen und das Sportheim stimmte der Gemeinderat zu. Bernhard Herterich (FWG Wirmsthal) beantragte den Zuschuss in Höhe der letztjährigen Zuwendung. Der Rat entschied auf 80 Prozent bei der Sportanlagenbewässerung und 20 Prozent Zuschuss beim Verbrqauch des Sportheims.
Eintimmig grünes Licht gab es für den Bauantrag von Susanne Holcomb, die eine Terrassenüberdachung des Wintergartens ihres Anwesens plant. Das Startgeld für die Breitbandförderung, das im August vom Staat ausbezahlt wurde, gibt Euerdorf an das Landratsamt weiter, bei dem die Koordination zuammenläuft.
Ein Brief zur Kritik am Caritas-Kreisverband, den die Bürgermeisterin verlas, war Anlass für Elmar Hofmann, die Situation im örtlichen Pflegeheim zu hinterfragen. "Im Seniorenheim läuft nicht alles glatt", will er erfahren haben. "Was hat der Stiftungsrat im Altenheim vor? Was passiert in den nächsten Jahren?", fragte er Patricia Schießer, die dem Stiftungsrat angehört. Die Bürgermeisterin verwies darauf, dass der Stiftungsrat zur Auskunft nicht verpflichtet sei. "Es gibt eine neue Vorschrift, die wir derzeit überprüfen", wehrte sie Hofmanns Einwurf ab. Dieser pochte auf die Bürgschaft des Marktes von einer Million Euro für das Pflegeheim.
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