Hammelburg
Einzelhandel

Quirliger "Dämmershoppen" in Hammelburg

Der Verein für Wirtschaft und Stadtmarketing präsentiert die Hammelburger Innenstadt bei Musik und akrobatischen Darbietungen als attraktiven Einkaufsort.
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Die Breakdance-Meister "Lunatics" wirbeln auf der Bühne. Foto: Winfried Ehling
Die Breakdance-Meister "Lunatics" wirbeln auf der Bühne. Foto: Winfried Ehling
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Die lange Einkaufsnacht war jedoch noch nie eine Veranstaltung, die den Händlern üppige Umsätze beschert. Nach 20 Uhr einkaufen - in größeren Städten gang und gäbe - ist nicht die Sache der heimischen Bevölkerung, auch wenn am Freitagabend so manches über den Ladentisch ging. Daher ist der Name "Dämmershoppen" die treffendere Bezeichnung, da sie bei den Besuchern die Weinstadt Hammelburg in den Vordergrund rückt.

"Von dem Gedanken, dass an diesem Abend die Kassen klingeln, sind die meisten Geschäfte schon abgerückt", sagte Sebastian Hose, Vorsitzender des Vereins für Wirtschaft und Stadtmarketing (VWS). "Die Intention der Veranstaltung ist es, Werbung für uns zu machen - und zwar nachhaltig. Die Leute sollen wissen, dass auch wir in Hammelburg etwas zu bieten haben."

Jeder Besucher konnte ein Weingläschen kaufen, das in jedem Geschäft kostenfrei nachgefüllt wurde. Die Kunden nutzten das Angebot unterschiedlich: Ein Geschäft verbrauchte nur eine Flasche Wein, ein anderes gleich sieben Flaschen. Schauen, sich informieren, plaudern war angesagt.

Das galt auch für den Außenbereich. Am Marktplatz heizte DJ Peter G. mit Oldies und Hits ein. Moderator Martin Dorn von "Primaton" lieferte professionelle Ansagen zum Beispiel für die deutschen Breakdance-Meister im Junioren-Bereich, die Gruppe "Lunatics" aus Schweinfurt, oder die Orient-Tänzerinnen von Christiane Aul.
Show hielt auch Dieter Hohmann vom gleichnamigen Sportgeschäft in der Kissinger Straße bereit. Mit "Firlefanz" präsentierte sich ein Jongleur-Duo mit Feuerfackeln und Lichtkugeln. Die Gymnastikgruppe des Reha-Centers Thums warb für ein spezielles Training mit Suspension-Bändern. Das besondere an der Darbietung waren die zwei Bagger, an denen die Bänder hingen.

Ganz gezielt schaute ein amerikanisches Ehepaar in der Stadt vorbei. Sigfried Charow und seine Gattin, Auswanderer aus Deutschland, die sich im US-Bundesstaat Michigan eine Existenz aufgebaut haben, waren mit ihrem Chor in Deutschland unterwegs - die Gruppe hatte übrigens vor fünf Jahren auch in der Saalestadt ihr Debüt gegeben. "Wir haben auf Tour mit unserem Chor einen Abstecher nach Hammelburg gemacht, weil es uns hier gefiel und wir Grüße einer Bekannten überbringen sollten, die von hier stammt und mit uns befreundet ist", erklärte das Ehepaar. "Was in dieser kleinen Stadt geboten wird, kennen wir in Amerika nicht - es ist toll."

Die Bilanz bei den Gastronomen gestaltete sich unterschiedlich und reichte von "erfreulich guter Besuch" wie in der Pizzeria Saim bis hin zum achselzuckenden "geht so" in einem anderen Lokal. Dem Anschein nach gab es vor zwei Jahren mehr Besucher beim "Dämmershoppen". Doch vielleicht täuschte der Eindruck auch: Je weiter der Abend fortschritt, desto mehr füllte sich der Marktplatz mit Menschen. Schließlich stand eine Wette aus.

Die Saale-Zeitung wettete, dass sich um 22 Uhr keine 300 Besucher auf dem Marktplatz einfinden, die Frankenlied singen. Die Saale-Zeitung verlor ihre Wette, wie Ulrike Zehner, Inhaberin von "Sammeln & Schenken", von der Bühne verkündete. Ihr Team hatte mehr als 500 Servietten mit dem Text des Frankenlieds verteilt, sodass die Mindestschwelle locker übertroffen wurde.

Nach der gemeinsam geschmetterten Franken-Hymne, die ein Ensemble der Stadtkapelle musikalisch unterstützte, oblag es Markus Daum und seinem Personal vom "Irish Pub", den Ansturm am Zapfhahn zu bewältigen. Eine Stunde lang Freibier war der versprochene Wetteinsatz.

Allerdings gab es zwei Schwachpunkte beim "Dämmershoppen". Die an vielen Ecken aufgestellten Lautsprecher plärrten in den äußeren Bereichen völlig übersteuert und verzerrt. Und in der Bahnhofstraße standen die wenigen geöffneten Geschäfte auf verlorenem Posten. Hier sollte sich der VWS für die Einbindung etwas einfallen lassen.




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