Oberthulba

Neues Wohnangebot fürs Alter entsteht in Oberthulba

Nach Jahren der Überlegungen und Planungen geht es jetzt recht schnell: Das neue Seniorenheim nimmt deutlich Konturen an. Und auch die Neugier auf das Betreuungsangebot wächst.
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Das Seniorenhaus Thulbatal: Der Komplex besteht aus dem Verwaltungsgebäude (links), dem Zwischenbau mit Haupteingang (Mitte) sowie dem Haupthaus mit den Zimmern (rechts). Die Farbe der Fassadenplatten fällt allerdings heller aus. Fotos: Architekturbüro Planwerk
Das Seniorenhaus Thulbatal: Der Komplex besteht aus dem Verwaltungsgebäude (links), dem Zwischenbau mit Haupteingang (Mitte) sowie dem Haupthaus mit den Zimmern (rechts). Die Farbe der Fassadenplatten fällt allerdings heller aus. Fotos: Architekturbüro Planwerk
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Bis Ende dieses Monats soll das neue Seniorenhaus Thulbatal im Rohbau stehen. Dann will Albrecht Eyrich-Halbig gleich den Keller für das Appartement-Haus für betreutes Wohnen ausheben lassen.

Für Januar 2015 ist das Richtfest am Seniorenhaus geplant und für Mai 2015 die Eröffnung. Das Appartement-Haus soll im Herbst 2015 fertig sein. Aber schon jetzt ist das Interesse bei der potenziellen Zielgruppe groß: Mehr als 100, überwiegend ältere, Personen besuchten den Informationsabend zum neuen Betreuungsangebot und überraschten die Veranstalter, die nicht mit einem so starken Interesse gerechnet hatten.

"Ich hätte es nicht weit", sagte eine Zuhörerin am Rande. Sie wohnt in der Nähe des künftigen Seniorenheims bei ihrer Tochter. Mit der Lage mitten im Ort warb auch Gotthard Schlereth (CSU) für das neue Wohnangebot. Der Bürgermeister erinnerte beim Informationsabend an die mehrjährige Vorgeschichte des Projekts, die Suche nach einem geeigneten Standort und die vielen Auflagen.

Mit Albrecht Eyrich-Halbig kommt der Investor direkt aus dem Ort. Den Betrieb des Seniorenheims übernimmt die Carl-von-Heß´sche Sozialstiftung. Das Haus bietet 40 stationäre Pflegeplätze in 32 Einzel- und vier Doppelzimmern. Um ein Haus wirtschaftlich betreiben zu können, ist das eigentlich zu wenig, wie Stiftungsvorstand Marco Schäfer erläuterte: "Ein Haus muss mindestens 70 bis 80 Plätze haben." Das wiederum wäre aber zu viel für Oberthulba.

Anbindung ans Haus Waldenfels

Dieses Dilemma löst die Stiftung, indem sie das Seniorenhaus in Oberthulba bei Verwaltung und Versorgung an das Haus Waldenfels in Bad Brückenau angliedert. So spart die Oberthulbaer Einrichtung zum Beispiel die Kosten für eine eigene Großküche ein. Das Essen liefert das Haus Waldenfels. Auch personell gibt es eine Verbindung zwischen den Einrichtungen: Claudia Weigand, derzeit noch Pflegedienstleiterin im Haus Waldenfels, wird Leiterin des Oberthulbaer Seniorenheims.
Es ist das erste Mal, dass die Carl-von-Heß´sche Sozialstiftung ein komplett neues Haus an einem neuen Standort übernimmt. Schäfer geht davon aus, dass es ein Jahr dauern wird, bis alle Pflegeplätze belegt sind. Er hofft, dass sich beispielsweise wie in Münnerstadt auch in Oberthulba ein Helferverein für das Seniorenheim gründet, der Besuche oder Veranstaltungen für die Bewohner organisiert.

Direkt am Heim entsteht ein Gebäude für betreutes Wohnen. Die sieben Wohnungen können gekauft oder gemietet werden. Die ersten Interessenten gibt es laut Eyrich-Halbig bereits. Wer in das Haus einzieht, zahlt eine monatliche Grundgebühr für einen Basis-Service. Dazu gehören Beratungs- und Vermittlungsleistungen und vor allem ein Notrufdienst. Zusätzliche Leistungen wie Essensversorgung und Wohnungsreinigung können nach Bedarf gebucht werden.

Die Grundgebühr ist verpflichtend. Sie soll verhindern, dass junge, nicht betreuungsbedürftige Menschen das Wohnungsangebot nutzen und die betriebswirtschaftliche Kalkulation des Services durchkreuzen.
Das betreute Wohnen ist ein separates, zusätzliches Angebot auf dem früheren Sägewerksgelände.
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