Hammelburg
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Neuer Pächter dringend gesucht

Schon geraume Zeit steht die Gastwirtschaft im Liebenthal leer. Die Schützengesellschaft will das Domizil gerne wiederbeleben.
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Ehrenschützenmeister Detlef Eigen (l.) und Sportleiter Heinz Frötschner (rechts) dankten Erich Bayer (zweiter von links) und Andreas Rieß (zweiter von rechts) für ihre Treue.
Ehrenschützenmeister Detlef Eigen (l.) und Sportleiter Heinz Frötschner (rechts) dankten Erich Bayer (zweiter von links) und Andreas Rieß (zweiter von rechts) für ihre Treue.
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Die Sportler der Königlich privilegierten Schützengesellschaft 1462 Hammelburg nagen zwar nicht am Hungertuch, suchen aber händeringend nach einem neuen Pächter für ihr Domizil im "Liebenthal", der die angeschlossene idyllische Gaststätte mit Biergarten betreibt.
"Ein Gastwirt wäre eine große Erleichterung - nicht nur für hungrige Schießsportler, wegen des Königsmahls oder nur aus finanziellen Gründen - sondern auch der Bewirtung und Betreuung des schönen Plätzchens im Grünen wegen", erklären Sportleiter Heinz Frötschner und sein Stellvertreter Andreas Rieß unisono.
In der Tat. Das Schützenhaus, früher ein beliebtes Ausflugsziel in herrlicher Umgebung mit Blick auf die Saalestadt, liegt gastronomisch ungenutzt am Waldesrand. "Das A und O ist ein Pächter der im Nebenerwerb die Gaststätte mit bürgerlicher Küche zu auszuhandelnden Zeiten öffnet", meint Rieß. Doch einziger, ständiger Bewohner ist bislang die Hauskatze, die jeden Tag gefüttert wird.
Die Jahreshauptversammlung stand auch in anderen Angelegenheiten unter keinem glücklichen Stern. So mussten Schützenmeister Friedrich Schellenberger und Stellvertreter Winfried Schmitt aus gesundheitlichen Gründen ihr Kommen absagen, Frötschner und Rieß übernahmen die Leitung. Wie Schellenberger schriftlich mitteilte, könnte sich aus der Vermietung des Schützenhauses für Familienfeste und Feierlichkeiten eine Einnahmequelle ergeben. Ein Gastronom, der ab März des Jahres eröffnen wollte, sagte wieder ab.
In seinem Schreiben ließ der Schützenmeister die Sportlerehrung der Stadt und des Landkreises, das "Adler"-Schießen und die Königs-Proklamationen der Gewehr- und Bogenschützen Revue passieren. Zur 1300-Jahr-Feier der Stadt beteiligten sich die Schießsportler gemeinsam mit den Pfadfindern am Jubiläum. Zum neuen Bogenreferenten wurde Peter Treutlein gewählt.


Pflege der Außenanlagen

Durch den Wegfall eines Pächters kommen den Mitgliedern mehr Aufgaben zu, wie zum Beispiel die Pflege der Außenanlagen oder der Getränkeeinkauf. Hier bat Schellenberger um freiwilliges Engagement. Wer nicht an den Arbeitsdiensten teilnimmt, muss höhere Standgebühren entrichten. Der Schützenmeister, der eine Wiederwahl aus Altersgründen ausschloss, dankte schriftlich den Helfern und aktiven Sportlern für ihren Einsatz.
Für die ebenfalls erkrankte Schatzmeisterin, Elke Schellenberger, verlas Michael Nikoleiski den Kassenbericht 2016, der ein geringes Plus auswies. Das Stadtjubiläum und die Bogenschützen polsterten die Einnahmen etwas auf. Die Kassenprüferinnen, Maria Sell und Renate Schaupp, bestätigten die ordentliche Kassenführung, die Entlastung fiel einmütig aus.
Stellvertretender Bürgermeister Reimar Glückler, der die Grüße der Stadt überbrachte, hoffte ebenfalls auf eine baldige Lösung zur Verpachtung. Er dankte den beiden Mitgliedern Erich Bayer für 40 Jahre und Andreas Rieß für 25jährige Treue zur Gesellschaft, die Frötschner mit der Ehrennadel und der Urkunde auszeichnete. Für den laufenden Haushalt peilt der Vorstand eine "schwarze Null" an. Allerdings bedarf der Pistolen-Schießstand eines Umbaus, denn Kugelfänge aus Holz sind nicht mehr erlaubt und müssen durch Stahl ersetzt werden. Ob die voraussichtliche Summe von 4500 Euro heuer zu schultern ist, bleibt fraglich. Frötschner erbot sich, die Kosten für einen Kugelfang zu übernehmen. Gegen den Haushaltsplan gab es keine Einwände.
Der Sportleiter stellte auch die sportliche Bilanz vor. In den Rundenwettkämpfen belegten die Sportpistolenschützen den ersten Rang und stiegen in die Gau-Liga auf. Einen zweiten Platz errang die Altersfreundschaftsgruppe, die Luftgewehr- und Luftpistolen-Sportler belegten den jeweils dritten Platz, die Großkaliber-Schützen Platz fünf. Nach seinem Weltmeister-Titel behauptete sich Bernd Kreps in Zürich auch als Europameister im Feldarmbrustschießen in der Seniorenklasse. Schützenkönig wurde Heinz Frötschner, Jugendschützenkönigin Sarah Eppler. Neuer Robin Hood ist Magnus Seemann, bei der Bogenjugend gewann Dominik Weisenseel. Die Wanderpokale in den verschiedenen Disziplinen holten sich Dieter Biernoth, Detlef Eigen, Markus Dahm und Heinz Frötschner.
Um die Einnahmen etwas aufzubessern, planen die Schützen ein Fest auf der Bogenwiese, das voraussichtlich im August stattfindet.


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