Hammelburg

Musik überwindet auch Sprachbarrieren

Im Wasserhaus der Musikinitiative hieß es "Punkrock is back in town". Eine Band aus Moskau sorgte für internationales Flair.
Artikel drucken Artikel einbetten
Internationales Flair: Dass Punkrock keine Sprachbarrieren kennt, bewiesen die Moskauer "Agitators" zusammen mit dem Hammelburger Publikum im Wasserhaus der Musikinitiative. Foto: Eva Fischer
Internationales Flair: Dass Punkrock keine Sprachbarrieren kennt, bewiesen die Moskauer "Agitators" zusammen mit dem Hammelburger Publikum im Wasserhaus der Musikinitiative. Foto: Eva Fischer
+1 Bild
Egal ob auf Deutsch, Englisch oder Russisch: Punk bleibt Punk. Die Wasserhausband "The Poor Devils" und ihre russischen Street-Punk-Kollegen "Agitators" feierten ihren fulminanten Tourauftakt zusammen mit "Terence Spencer", "Lokusbomber" und den begeisterten Gästen.
Als die Jungs von "Terence Spencer" die Bühne enterten, sah es im Zuschauerraum noch ein wenig mau aus. Doch noch während des Auftritts des Dreiergespanns stieg die Zahl der Gäste rasant an. Musikalisch überzeugten die Königsberger auf voller Linie und mit den besungenen "Kopfschmerzen" hatten am nächsten Tag sicherlich einige der Zuschauer zu kämpfen.

Drummer zweier Bands

Doch von Katerstimmung war, zumindest am Freitagabend, nichts zu merken. Schließlich folgte den Königsbergern gleich die nächste Krachkapelle. Wer Gemeinsamkeiten zwischen "Terence Spencer" und "Lokusbomber" suchte, wurde schnell fündig. Zwar liegen zwischen den Songs der beiden Bands Welten, doch teilen sie sich den Schlagzeuger.
Den Wechsel von Rockpunk zu "Brutalo-Deutschpunk" meisterte der Drummer ohne Probleme. "Lokusbomber" gaben ein Paradebeispiel für schnellen Punkrock mit deutschsprachigen Texten zwischen politisch und mehr oder wenig lustig. Wie viel Leidenschaft in einem einzigen Akkord stecken kann, zeigte Sänger und Gitarrist Morv, als er beim Anschlagen gleich alle sechs Saiten seiner Gitarre zum Reißen brachte. Ersatz war glücklicherweise schnell beschafft, und die Show konnte weitergehen.
Perfekt aufgewärmt ging es für das Publikum gleich weiter mit "The Poor Devils" - und spätestens ab diesem Zeitpunkt gab es kein Halten mehr. Da wurde gepogt, getanzt und mitgegrölt. Die Untererthaler zeigten sich auch von ihrer besten Seite. Ehrlicher Punkrock traf auf dreckigen Old-School Hardcore, und die Texte der fünf Punks luden zum lauten Mitgrölen ein. Schließlich sind Songs wie "Outlaw Crew", oder "F*** you I'm drunk" in der Region mittlerweile bestens bekannt. Um die begeisterte Meute vor der Bühne vollends zufrieden zu stellen, zauberte die Wasserhausband schließlich noch eine Coverversion der Ramones aus dem Hut.

Geheimtipp der Szene

Höhepunkt des Abends aber waren die aus Moskau eingeflogenen "Agitators". Der Geheimtipp der russischen Punkszene übertraf alle Erwartungen. Melodisch, schnell, laut und eingängig präsentierten sich die vier Jungs aus dem Umland der russischen Hauptstadt.
Keiner der begeisterten Zuschauer ließ sich davon abschrecken, dass alle Songs in russischer Sprache vorgetragen wurden. Am Ende stand für alle fest: Punkrock kennt keine Sprachbarrieren. Den "Agitators" ist es auch zu verdanken, dass Hammelburg nun in einem Zug mit St. Petersburg, Tallinn, Nürnberg, Hamburg und Berlin genannt wird. Der Name der kleinen Weinstadt prangt nämlich nun gemeinsam mit den anderen Metropolen auf dem Tourshirt der Punkband.
Für die Wasserhaussprösslinge "The Poor Devils" heißt es nun eine Woche Deutschlandtournee zusammen mit den russischen Freunden. Im Wasserhaus geht es am 2. November mit der zweiten Auflage von "Metalloween" weiter. Mit von der Partie sind "Henfald", "Broken Circle", "Trinity Site" und "Der Weg einer Freiheit". Florian Brell

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren