Hammelburg

Modernisierung der Herrenmühle

Das Stadtmuseum Herrenmühle soll wieder mehr Besucher anlocken. Dafür braucht nicht nur die Präsentation eine Überarbeitung.
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Das Stadtmuseum Herrenmühle in Hammelburg. Foto: Archiv/ Arkadius Guzy
Das Stadtmuseum Herrenmühle in Hammelburg. Foto: Archiv/ Arkadius Guzy
Seit das Stadtmuseum Herrenmühle im Jahr 1991 öffnete, hat sich die Ausstellung "Brot und Wein" nicht wesentlich verändert. Die Präsentation kommt ohne Bildschirme und andere interaktive Spielereien aus. Das wirkt heute nicht mehr zeitgemäß, weshalb die Stadt das Museum in den kommenden Jahren modernisieren will.

Die Neuausrichtung umfass mehrere Maßnahmen, wie Elfriede Böck vom Amt für Tourismus und Kultur im Stadtrat erklärte. Vor allem soll die Ausstellung überarbeitet werden. "Wir brauchen einen inhaltlichen Gegenwartsbezug im Museum", sagte Böck. So soll das Thema "Brot und Wein" auch an aktuelle Diskussionen um Lebensstil und Ernährung anknüpfen.

Baderturm als Aussichtspunkt

Die Räume bekommen eine neue Beleuchtung mit LED-Technik, und der Brandschutz erfährt eine Aktualisierung. Ein Problem der Herrenmühle ist die Lage an der Außengrenze der Innenstadt. Ein architektonischer Rundgang "Hammelburger Treppenlauf" soll das Gebäude stärker an die Altstadt anbinden. Dabei soll die Nähe zum Baderturm helfen: Der Turm wird geöffnet und bekommt eine Innentreppe, um ein begehbarer Aussichtspunkt zu werden.

Alles in allem kostet die Modernisierung ungefähr 573 000 Euro. Die Stadt will sich um Fördermittel aus dem europäischen Leader-Topf, des Bezirks Unterfranken, der Landesstelle für nichtstaatliche Museen und des Bundesumweltministeriums bewerben. Außerdem steht noch Geld aus einer Erbschaft zur Verfügung, die der Stadt vermacht worden ist. Somit bleibt ein Eigenanteil von knapp 71 000 Euro, verteilt auf die Jahre 2015 bis 2017.

Die Stadträte begrüßten die Investition quer durch die Fraktionen - mit Ausnahme der Bürgerliste Obereschenbach. Thomas Reuter und Dominik Sitter stimmten gegen die Ausgaben. "Wir können uns das nicht leisten", begründete Reuter. Das Projekt sei zwar wünschenswert, aber nicht notwendig. Es gehöre nicht zu den Pflichtaufgaben der Stadt. Reuter sah andere Maßnahmen als dringender an. Er sprach als Beispiel von Sanierungsstau in den Stadtteilen.

Er wisse um die Stimmen in der Allgemeinheit, die für eine Schließung des Museums sind, erklärte Bürgermeister Armin Warmuth (CSU). Doch dem setzte er entgegen: "Wir haben das Gebäude nun mal und müssen was tun." Und selbst eine Schließung brächte Kosten mit sich.

In der Anfangszeit besuchten schon mal mehr als 4000 Personen pro Jahr das Museum. Ungefähr seit dem Jahr 2000 sind die Besucherzahlen stetig zurückgegangen auf zuletzt 1200 Gäste. Hinter der Investition steckt die Hoffnung, dass sich dieser Trend umkehren lässt.

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