Trimberg
Kultur

Literatur auf der Trimburg

Auch nach dem Tod von Rudolf Herget findet die Nacht der Poesie auf der Ruine der Trimburg eine Fortsetzung.
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Peter Huub rezitiert im Kreis der Zuhörer Werke großer Literaten.Foto: Winfried Ehling
Peter Huub rezitiert im Kreis der Zuhörer Werke großer Literaten.Foto: Winfried Ehling
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Die Nacht der Poesie soll auf der Burgruine weiterhin eine Heimat haben. Das wünschen sich zahlreiche Besucher aber auch die Rezitatoren, Peter Huub und Christine Hadullah, die in der Nachfolge des verstorbenen Rudolf Herget den literarischen Abend nun zum zweiten Male präsentierten.

Der Vize-Vorsitzende der "Freunde der Trimburg", Matthias Schiebl, hieß dazu mehrere hundert Gäste willkommen. Die richteten sich im westlichen Burggraben mit Gartenstühlen, Decken und Schlafsäcken gemütlich ein, um den Vortragenden zu lauschen. Die Rezitatoren wirken auch in der Theatergruppe der Kulturwerksstatt Disharmonie Schweinfurt unter Regie von Bernd Lemmerich mit.

Jeans, ob kurz oder lang, Turnschuhe und Sommerkleidchen, waren bei den Zuhörern angesagt. Lockerer Umgang und ein bisschen verträumtes Kuscheln im Gras zwischen den Burgmauern bestimmte die Szenerie, in der Werke namhafter Poeten zu hören waren. An dem lauen Augustabend durfte man in dieser entspannten Atmosphäre auch durchaus einmal kurz wegdämmern.


Liebeserklärungen für die Zuhörer

Die Nacht der Poesie stand diesmal unter dem Leitgedanken "Liebeserklärungen". Die Akteure scheuten sich nicht, dem Thema einen kräftigen erotischen Hauch zu verleihen mit der "Untreuen Ehefrau" von Federico Lorca, Clemens von Brentanos "Ich weiß wohl, was dich bannt in mir" oder Johann Wolfgang von Goethes "Verschiedene Drohungen".

Doch gab es auch Raum für neuzeitliche Prosa wie etwa Villons "Erdbeermund" oder die neckischen Reime von Joachim Ringelnatz und Wilhelm Busch. Nicht nur die menschlichen Geschlechterbeziehungen, sondern auch die Liebe zur Natur, zu Flora und Fauna, zur irdischen und zur himmlischen Welt kamen zur Geltung.

Genannt seien die Werke "Morgensonne" des Schweinfurter Dichters Friedrich Rückert, die "Mondnacht" von Joseph von Eichendorff oder Rainer Maria Rilkes "Wunderweiße Nächte". Novalis, Theodor Fontane und Matthias Claudius fanden ebenfalls ihre Würdigung.

Mit der Weiterführung der Nacht der Poesie sind Huub und Hadullah in die Fußstapfen von Rudolf Herget getreten, dessen Anspruch sie erfüllen können. In Schweinfurt beheimatet, bereiten sie außerhalb ihres Engagements in der Kulturwerkstatt Soloprogramme als Rezitatoren auf, zum Teil auch mit Musikern. "Unsere erste Poesie-Nacht auf der Trimburg im vergangenen Jahr wurde gut angenommen und hat Appetit auf mehr gemacht", erklärte Huub. Er sprach sich wie Haddullah für eine Fortsetzung "in diesem tollen Ambiente" aus.


Mehr Veranstaltungen

Das war Wasser auf die Mühle von Thomas Bayer. Der in Poppenhausen in der Rhön Beheimatete war schon für den Hamburger Rudolf Herget PR-Manager und hatte ihm den Weg für Auftritte in der ganzen Rhön geebnet.
Von den Nachfolgern überzeugt, will Bayer sich nicht nur für die Veranstaltung auf der Trimburg, sondern in der gesamten bayerisch-hessischen Mittelgebirgsregion verwenden. "Ich habe da einiges im Blick - historisch interessante Orte in Bad Salzschlirf, Fulda, et cetera", gab er preis. Gelingt dies, wäre die Nacht der Poesie auch fürderhin ein Leckerbissen für alle Literaturfreunde.

Renate Strauß, Vorstandsmitglied der "Freunde der Trimburg", winkt damit eine neue Beschäftigung. Ihre Idee - zum Thema passend - gebutterte Teigherzen anzubieten, fand den ungeteilten Zuspruch der Besucher.
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