Langendorf
Event

Langendorf: Atemberaubende Akrobatik

Absolventen der Staatlichen Artistenschule in Berlin zeigten in der Manege von Circus Luna, was sie in den vergangenen drei Jahren gelernt haben.
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Vorstellung der Absolventen der Staatlichen Artistenschule Berlin im Circus Luna Foto: Gerd Schaar
Vorstellung der Absolventen der Staatlichen Artistenschule Berlin im Circus Luna Foto: Gerd Schaar
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Die Zirkuskuppel hatte sich aufgeheizt, es herrschten Temperaturen wie in einer Sauna, als die frisch gebackenen Absolventen der Staatlichen Artistenschule Berlin im Circus Luna eine atemberaubende Show lieferten. Die Vorstellung mit einem zweistündigen Programm unter dem Motto "Initial" war ausverkauft.

Zusammen mit ihrer Partnerin Mona tritt Laura als "Duo Vertikaltuch" auf. Beide stammen aus Hamburg und absolvierten die Ausbildung in jener Artistenschule, die es nur einmal in der Bundesrepublik gibt. "Drei Jahre lang habe ich auf den erfolgreichen Abschluss hingearbeitet", sagt Laura, während sie sich vor ihrem Auftritt noch schminkt.


Hundertprozentiges Vertrauen

Anfang Juni war die Abschlussprüfung. Seitdem sind die neun Absolventen dieses Jahrgangs mit ihren Auftritten bundesweit unterwegs. Es ist die zwölfte Absolventenshow, mit der die jungen Künstler den professionellen Schritt in ihre Zukunft gehen. Sie hängen gemeinsam an dem durchsichtigen Tuch, Laura ganz oben und Mona unterhalb. "Das Vertrauen zueinander ist für unsere Arbeit im Duo sehr wichtig", sagt Laura. Neben dem Vertrauen und Teamgeist seien auch Körperbeherrschung, Disziplin und Kreativität für eine perfekte Show gefragt.
"Zum größten Teil haben wir unsere Auftritte, zu denen auch die Artistik auf einem großen Kubus am Boden zählt, selbst erarbeitet", erklärt Laura. Dynamik, Technik, Eleganz und Originalität seien für den perfekten Auftritt unter einen Hut zu bringen.

"Vor etwa eineinhalb Jahren haben wir damit angefangen, an dieser Nummer zu arbeiten", sagt Mona. Schon seit fünf Jahren bewege sie sich artistisch in der Luft. "Für mich ist es mehr als der bloße Wille, der Spaß oder die Lust", bestätigt Mona. "Da ist nämlich eine gehörige Menge Disziplin und Durchhaltevermögen nötig", fügt sie an. Wenn man die charmante Equilibristin Rosalie in der Manege erlebt, wie sie aus dem Handstand heraus ihren zarten Körper verbiegt und dann noch eine Rose mit den Zehen scheinbar spielerisch ergreift, dann ist das Publikum fasziniert. Und wenn sich Rosalie diese Blume dann noch elegant mit dem Fuß an den Kopf steckt, sind alle begeistert. "Ich könnte mir nichts anderes vorstellen, als den Beruf einer Artistin auszuüben", sagt Rosalie. Denn schließlich stamme sie aus einer Artistenfamilie, und schon als kleines Kind habe sie Bühnenluft geschnuppert.


Weltneuheit präsentiert

Begeisterung gab es auch für die übrigen Artisten. So zum Beispiel für Carlos, der mit seinem selbst kreierten Gerät "Spinning Pole" seine Weltneuheit präsentierte. An einer festen und einer beweglich montierten, zweiten Stange gelangen ihm abenteuerliche Stunts. Faszination mit Atem beraubender Eleganz erzeugte Anna am Doppeltrapez. Die Grenzen der Schwerkraft schienen zu verschwinden, als Saleh auf dem schwingenden Holzpferd seine meisterliche Akrobatik präsentierte. Die Diabolos gehorchten Sir Adam, und das Duo Sienna faszinierte mit Luftakrobatik. Die Besucher waren begeistert von der vitalen Kraft aller Absolventen.

In den kommenden sechs Wochen gibt es Workshops für Ferienkinder, sagt Luna-Chef Peter Bethäuser. Die "Räubertochter Ronja" stehe weiterhin auf dem Programm. Die Vorstellungen finden an den sechs Ferienwochenenden statt. Die Hälfte der Teilnehmer komme aus dem Landkreis Bad Kissingen, der Rest aus Unterfranken. Erstmals seien heuer junge Leute als Helfer bei Circus Luna im Einsatz, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) dort absolvieren. Luna gibt es seit 2003 in Langendorf.

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