Ramsthal
Weinbau

Landwirtschaftsminister besucht Weingut Neder

Landwirtschaftsminister Helmut Brunner besichtigt den Betrieb der Familie Neder. Das Weingut hat sich seit seinen Anfängen im Jahr 1975 stark entwickelt.
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Lorenz Neder (rechts) zeigt Minister Helmut Brunner eine alte Kelter, die für besondere Weine wieder Verwendung findet. Foto: Arkadius Guzy
Lorenz Neder (rechts) zeigt Minister Helmut Brunner eine alte Kelter, die für besondere Weine wieder Verwendung findet. Foto: Arkadius Guzy
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In einer Garage begann die Geschichte des Weinguts Neder. Aus dem Nebenerwerbsbetrieb wurde ein Betrieb im Haupterwerb, der über die Jahrzehnte an Anbaufläche gewann. In diesem Frühjahr wagte die Familie Neder mit der Eröffnung der Vinothek nun einen weiteren, großen Schritt in der Geschichte des Betriebs. Diese beispielhafte Entwicklung war für Helmut Brunner Grund genug für einen Besuch in Ramsthal.

Den bayerischen Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten begleitete eine Delegation aus Vertretern des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, des Fränkischen Weinbauverbands und der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau zu den Neders. Die fränkische Weinkönigin Christina Schneider und Landtagsabgeordneter Sandro Kirchner (CSU) ergänzten den Tross.

Ewald und Lorenz Neder umrissen die Geschichte des Weinbetriebs. Kleine Nebenerwerbswinzer seien auf die Familie zugekommen und hätten ihre Weinberge zum Kauf angeboten, erklärte Lorenz Neder. So vergrößerte sich die Rebfläche auf nun rund elf Hektar.


Kostproben für die Besucher

Bei einer Führung durch die Produktionsräume sowie den Vinotheksneubau und bei der anschließenden Brotzeit im neuen Probierraum durfte der Minister natürlich eine kleine Auswahl der produzierten Wein verkosten. Neben einem fränkisch "Ä Weng weiss" etikettierten "unkomplizierten Wein für die Zielgruppe unter 30" schenkte die Familie einen Grauburgunder in die Gläser ein.

"Als mein Vater 1981 begann Grauburgunder zu pflanzen, wurde er belächelt", erzählte Lorenz Neder. Heute sei Grauburgunder die Sorte mit der sich der Betrieb profilieren könne.

Bei der Diskussion am Brotzeittisch gab Hermann Kolesch, Präsident der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau die Themen vor: Flurbereinigung, Direktvermarktung, Steillagenbewirtschaftung. So berichtete Ewald Neder, dass gerade der Pflanzenschutz in den Steillagen eine Herausforderung sei. Helga Neder ergänzte: "Das Wetter muss dabei auf den Punkt passen." Sohn Lorenz erwähnte, dass der Betrieb versucht, auf den Einsatz von Herbiziden zu verzichten. Bei den Spitzenweinen hält er außerdem Handarbeit statt Maschineneinsatz in den Weinbergen für angebracht.

Kolesch beschrieb den Strukturwandel im bayerischen Weinbau: So habe es vor 30 Jahren 7500 Betriebe gegeben, heute seien es 3600. Der größte Teil davon mit einer Fläche unter 0,5 Hektar, also im Nebenerwerb. Für die Zukunft sei es wichtig, die Region über Qualität zu profilieren und dadurch für den globalen Weinmarkt zu rüsten, sagte Artur Steinmann, Präsident des Fränkischen Weinbauverbands.

Landrat Thomas Bold (CSU) betonte ebenfalls den Stellenwert der Regionalität. Dabei spielte auch für ihn die Förderung der Qualität eine Rolle. Der Hammelburger Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) erklärte als Sprecher für "Frankens Saalestück", dass sich die Zusammenarbeit zwischen den Winzern und den Gemeinden intensiviert habe.

Der Landwirtschaftsminister lobte den Einsatz der Familie Neder und würdigte die Entwicklung, die der Betrieb über die Jahrzehnte genommen hat. "Mir gefällt, was Sie tun", sagte Brunner. Es sei etwas Besonderes selbstständiger Landwirt oder Winzer zu sein, berichtete er von seiner eigenen Erfahrung. Das Ziel des "BayerischenWegs" in der Agrarpolitik sei es, auch dort, wo es schwierig ist, landwirtschaftliche Erzeugung zu ermöglichen.
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