Dittlofsroda
Abschluss

Landwirt-Facharbeiter werden in Dittlofsroda geprüft

Oft als zweites Standbein gewählt: Der Beruf des Landwirtes steckt voller Detailwissen. Auf Adrios Florianshof wird dieses getestet.
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Prüfung am lebenden Objekt: Der angehende Landwirt-Facharbeiter Andre Schneider stillt einem Kalb im Milchviehstall von Adrios Florianshof den Durst. Foto: Gerd Schaar
Prüfung am lebenden Objekt: Der angehende Landwirt-Facharbeiter Andre Schneider stillt einem Kalb im Milchviehstall von Adrios Florianshof den Durst. Foto: Gerd Schaar
Im Milchviehstall von Adrios Florianshof traten fünf angehende Landwirt-Facharbeiter an, um den praktischen Teil ihrer Gesellenprüfung abzulegen. Solche Abschluss-Prüfungen unter der Aufsicht des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) gibt es derzeit mit verschiedenen Terminen an rund anderthalb Dutzend unterfränkischer Höfe.


Wissen aus der Winterschule

Der gekonnte Umgang mit dem Jungvieh des Dittlofsrodaer Florianshofes stand im Blickfeld der Prüfer. Aus diesem Dorf trat auch Prüfling Andre´ Schneider an. "Ich fühle mich sicher für die Prüfung, denn ich habe mich lange mit dem Lernstoff vorbereitet", sagt er. Außerdem komme er aus dem landwirtschaftlichen Bereich. "Daheim haben wir 30 Milchkühe und Nachzucht", bestätigt er. Trotz momentan schlechter Prognosen für den Beruf des Landwirtes sehe er für sich persönlich Positives. "Meine Sicherheit ist außerdem mein erlernter Beruf als Landmaschinen-Mechaniker", betont Schneider. In der Winterschule habe er sich das nötige Wissen für die Landwirtschaftsprüfung beim AELF angeeignet.


Drei von fünf sind Quereinsteiger

Ausbilder Martin Mack vom AELF Schweinfurt ist zuständig für ganz Unterfranken. "Nach erfolgreicher Prüfung können die landwirtschaftlichen Facharbeiter nach einem Jahr weiterer Ausbildung die Meisterprüfung ablegen", berichtet er dieser Zeitung. Bis zur Facharbeiterprüfung dauere es in der Regel drei Jahre Ausbildungszeit. "Doch heute handelt es sich bei drei von den fünf Prüflingen um Quereinsteiger, die schon ihre Gesellenbriefe in anderen Berufszweigen in ihren Taschen haben", verrät Mack Details. Laut Berufsbildungsgesetz könne sich ein Geselle nämlich nach mindestens viereinhalb Jahren Tätigkeit in seinem erlernten ersten Beruf zu einer Abschlussprüfung in einem zweiten Beruf anmelden. Die angehenden Landwirte wurden in verschiedenen Fachbereichen geprüft. "Es gibt einige Schwerpunkte der Tierhaltung, wie zum Beispiel Schweinehaltung oder Milchviehhaltung, die heute Thema ist", sagt Mack.


Auswahl für die spätere Aufzucht

Besonders die Aufzucht von Jungrindern stand im Vordergrund. "Die Kälber sind auf den Gesundheitszustand zu prüfen und ihre Entwicklung zu beurteilen", erklärt Mack. Futterberechnungen und die frühe Auswahl von Jungrinder-Bullen für die spätere Aufzucht gehören ebenfalls zum Prüfungsstoff.


Zitzengummis tauschen

Aber auch die technischen Kenntnisse wurden geprüft, wenn im Melkstall die Zitzengummis getauscht und mechanische Teile der Melkmaschine richtig zusammengesetzt werden mussten. Freilich gehöre auch die Analyse der Milchqualität samt Rückschlüsse für die geeignete Fütterung zum Prüfungsumfang, sagt Mack. Beim Thema Pflanzenbau auf dem Acker, als es schon im Vorfeld um die exakte Beurteilung des Winterrapses und Winterweizens samt Aussaat-Bedingungen ging, sei das Wissen schon geprüft worden, bestätigt er.


Nährstoffbilanzierung

Auch gehöre die Kenntnis über den Pflanzenschutz dazu, Bodenuntersuchung inklusive. Düngeplan und Nährstoffbilanzierung seien das greifbare Ergebnis. Der Bauer von heute muss also richtig gewieft sein.

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