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Hammelburg
Sehenswürdigkeit

Kunst im Hammelburger Winzerkeller

Der Winzerkeller im Roten Schloss ist eine besondere Attraktion in Hammelburg. Kunst soll ihm neues Publikum bringen.
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Stephan Merz und Maria Heckmann probieren mit einem Bild von Elisabeth Kohl-Spies, wie der Fasskeller als Galerie wirkt. Foto: Arkadius Guzy
Stephan Merz und Maria Heckmann probieren mit einem Bild von Elisabeth Kohl-Spies, wie der Fasskeller als Galerie wirkt. Foto: Arkadius Guzy
Das erste Bild lehnt bereits seit einigen Tagen an der Gewölbewand im Winzerkeller. Die Malerei von Elisabeth Kohl-Spies zeigt passenderweise eine Weinrebe. Es ist eine Probe, wie Maria Heckmann erklärt. Mit dem Bild will sie testen, ob das Klima im Keller dem Bild schadet. Denn bald soll noch viel mehr Kunst dort einziehen.

Die Künstlergruppe "KUNSTvereint" will den Fasskeller als regelmäßigen Ausstellungsraum nutzen. Die Idee dazu habe sie schon länger gehab, sagt Heckmann. Premiere ist am Altstadtadvent Ende November. Dann findet unter dem Motto "Wein und Kunst vereint" die erste große Ausstellung im Winzerkeller und zusätzlich im Bocksbeutelkeller statt. Vier oder fünf Künstler aus der Region, die nicht unbedingt zu der Hammelburger Gruppe gehören müssen, werden ihre Werke dem Publikum präsentieren.

Ein Teil der Arbeiten bleibt sogar über den Altstadtadvent hinaus im Winzerkeller hängen. Denn der soll ein dauerhafter Ausstellungsraum werden. Alle zwei Monate soll ein anderer Künstler das unterirdische Gewölbe mit seiner Kunst bestücken.

Ist zwischen den großen Fässern überhaupt Platz dafür? Die Werke unterzubringen, "das ist die Kunst", meint Heckmann. Die Fässer sollen den Rahmen für die Objekte bilden. An den Frontseiten formen die Verstrebungen der Fässer ja auch kleine Nischen.

Heckmann erkennt jedenfalls das Potenzial der Kulisse. Stephan Merz von der GWF-Vinothek im Kellereischloss sieht es ähnlich. Er begrüße die Idee. Die Kunst soll den Winzerkeller beleben und ihm neues Publikum bringen. Das ist der Gedanke hinter den Ausstellungen und Heckmanns Absicht. Sie erinnert an die Zeit als der Winzerkeller am Freitagabend ein fester Treffpunkt war. Der Winzerkeller war die erste Station, von der aus man weiter zog, zum Beispiel zur Diskothek Eisdiele.

Nach dem Urlaub habe man sich immer auf die Federweißer-Zeit gefreut. Heckmann berichtet, dass der Keller dann voll war. Das Gedränge war so groß, dass Besuchern auf der Treppe und sogar bis auf die Kirchgasse standen.

Diese Zeiten sind längst vorbei. Seit Juni öffnet der Keller nach mehrmonatiger Umbaupause zumindest wieder jeden Freitagabend. Seitdem laufe es etwas besser, sagt Merz.

Für den Einzug der Künstler stehen noch einige Vorbereitungen an. Heckmann hat einen Strahler und Farbfolie mitgebracht, um mit Merz die Lichtwirkung auszuprobieren. Die Werke sollen ansprechend in Szene gesetzt werden. Daran wird die kommenden Wochen noch gearbeitet und experimentiert. Ein Test ist schon einmal geglückt: Dem Rebstock-Bild hat der Aufenthalt im Keller augenscheinlich nicht geschadet.

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