Sulzthal
Gratulation

Karl Spiegel feiert seinen 80. Geburtstag

Wer rastet, der rostet - dieses Sprichwort ist das Lebensmotto von Karl Spiegel. Wenn an diesem Freitag die ersten Gratulanten zu seinem 80. Geburtstag kommen, dann hat er schon seine Morgengymnastik gemacht. Das hält ihn fit - zum Beweis führt er vor, dass er noch mit den Handflächen im Stehen den Boden berühren oder die Zehenspitzen bis zur Nase führen kann.
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Karl Spiegel in seiner Werkstatt. Foto: Irene Spiegel
Karl Spiegel in seiner Werkstatt. Foto: Irene Spiegel
Auch mit dem Fahrrad ist der Sulzthaler viel unterwegs, macht Touren bis nach Bad Kissingen. Und jeden Sonntag wird gewandert, auf den Siebenberg, den Kappberg oder den Datesberg. Die Berge nämlich liebt er. Einmal im Jahr besucht er seinen Freund Karl in Ohlstadt, dann werden Touren gemacht - bis zu den Gletschern hinauf. Auf knapp 4000 Metern war er schon oben, ein Foto zeigt ihn am Gipfelkreuz der Wildspitze. Auf der Alpenpanoramakarte in seiner Werkstatt sind alle Berge rot umkringelt, die er schon bestiegen hat. Es sind viele rote Kreise. Die Zugspitze ist auch dabei.

Weil er die Berge so liebt, hat Karl sie sich nach Hause geholt und in seinem Garten ein Alpenpanorama mit Findlingen aufgebaut. Im Sommer blühen dort Enzian und Edelweiß.

Apropos Garten, den bestellt der 80-Jährige mit Ehefrau Elisabeth völlig alleine. Hier wachsen die größten Tomaten, der beste Salat, die süßesten Erdbeeren - das wissen vor allem die Enkelkinder, die von Oma und Opa gerne mit dem Biogemüse versorgt werden. Kein Wunder, das Gießwasser kommt aus der Sulzthaler Quelle. Karl holt es mit der Schubkarre nach Hause.

Als Kind den Krieg erlebt

Dass er mit einer künstlichen Herzklappe lebt, das sieht man dem 80-Jährigen nicht an. Er hat sich durchgebissen, sein Leben lang. Als Kind den Krieg erlebt, lernte er schon früh, auf eigenen Füßen zu stehen. Nach der Lehre als Elektriker zog es ihn fort. In ganz Deutschland war er als Monteur beim Bau großer Kraftwerke dabei. Mit der Familiengründung war das vorbei. Er heuerte bei SKF in Schweinfurt an, wo er bis zur Rente ein geschätzter Mitarbeiter war. Denn wenn es knifflig wurde, dann war Karl der richtige Mann. "Sogar die Ingenieure haben mich um Rat gefragt", sagt Karl stolz.

Und so ist es auch heute noch: In der Familie ist er die erste Adresse, wenn etwas zu reparieren ist. Seine Werkstatt ist besser ausgestattet als jeder Baumarkt. In hunderten von Dosen sind Schrauben, Dübel, Nägel sortiert. Und dann gibt's noch etliche Schatzkisten, mit Dingen, die es heute gar nicht mehr gibt: Lautsprecher aus dem Volksempfänger oder Röhren, die früher in Radios verbaut waren.

"Eigentlich wollte ich im Ruhestand viel basteln", sagt Karl. Aber es fehlt oft die Zeit. Haushalt und Garten halten ihn auf Trab. Aber er ist stolz, dass er alles noch alleine mit seiner Ehefrau schafft.

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