Hammelburg
Musikakademie

Jungbrunnen für Senioren

Die Blasmusikfamilie Unterfranken gab ihr Abschlusskonzert zum Jahresende. Und ehrte ihre Ältesten.
Artikel drucken Artikel einbetten
Tenorhornspieler Wolfgang Fella aus Hammelburg ist seit 50 Jahren aktiv. Foto: Gerd Schaar
Tenorhornspieler Wolfgang Fella aus Hammelburg ist seit 50 Jahren aktiv. Foto: Gerd Schaar
+14 Bilder
Wenn die Blasmusikfamilie Unterfranken in der Musikakademie aufspielt, dann ist bald Weihnachten, und das Jahresende ist in Sicht. So auch heuer wieder unter der Leitung von Dirigent Erhard Rada. Die sehr harmonische Stimmung des Seniorenorchesters übertrug sich am Sonntag auf die Zuhörer im voll besetzten Großen Saal.
Im Orchester spielte Saxophonist Kurt Rosenberger aus Gemünden mit. Jetzt wurde er für seine 70 Jahre währende Musikaktivität geehrt. Ernst Oest reicher (Vizepräsident der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände und Bundesdirigent des Nordbayerischen Musikbundes) und Werner Höhn (Vizepräsident des Nordbayerischen Musikbundes und Bezirksvorsitzender für Unterfranken) überreichten die Ehrennadel in Gold und Diamant sowie einen Ehrenbrief von der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände.

"Ich spiele seit meinem zehnten Lebensjahr in den Kapellen", verrät der 80-Jährige. Die Musik hat ihn noch recht jung gehalten. "Ich kann es nur weiterempfehlen", gibt Rosenberger den Jüngeren seinen Rat.

Offene Türen lief er damit bei den "Jüngeren" ein, die jetzt wegen ihrer 50-jährigen Musikaktivität geehrt wurden: Tenorhornspieler Wolfgang Fella aus Hammelburg und Flügelhornist Helmut Schäfer aus Untererthal. Außerdem wurden Alfons Weth aus Grafenrheinfeld, Alfons Herrmann aus Ochsenfurt und Josef Hügel aus Hohestadt für 50 Jahre ihres aktiven Musizierens geehrt. Elmar Stark aus Rannungen brachte es sogar auf 60 Jahre Musik.

"Man kennt sich seit Jahren"

"In diesem Seniorenblasorchester macht es mir großen Spaß zu spielen", verrät Schäfer. Enorme Spielfreude empfindet dort auch Fella: "Man kennt sich über viele Jahre hinweg und genießt die tolle Kameradschaft". Seit 15 Jahren schwingt Erhard Rada den Dirigentenstock für dieses Orchester mit Begeisterung. "Freilich steckt hinter einem solchen Konzert auch eine ordentliche Portion Arbeit", sagt Rada. Musiker, die in ihrem Alter oft aus den heimischen Kapellen schon ausgeschieden sind, würden sich im Seniorenblasorchester bei altersgerechter Musik recht wohl fühlen und erneut aufblühen. Musik habe also auch gesundheitliche Aspekte.

Nein, Langeweile gab es nicht am Sonntag. Der gesamte Tag war total ausgefüllt für die musizierenden Senioren. Nach dem Sonntagsgottesdienst ging es ans Proben, um am frühen Nachmittag fit für das Festkonzert zu sein. Und nach dem Konzert gab es das gemütliche Zusammensein für die Musiker und Angehörige. "Der jährliche Ausflug in die Lüneburger Heide ist heuer leider ausgefallen", bedauerte Edgar Rudloff (Ehrenvorsitzender NBMB Unterfranken). Rudloff ist der emsige Organisator des seit 1991 bestehenden Seniorenblasorchesters, der auch rund um die Konzerte die Logistik in seinen Händen hält. Im kommenden Jahr fahre der Reisebus nach Villach (Osttirol).

Für die Auswahl der Notenliteratur zeichnet Dirigent Rada selbst verantwortlich. "Heuer ist es weniger konzertant", sagt Rada. Vor vier Wochen hat das Seniorenblasorchester einen böhmischen Abend in Leinach präsentiert. Immerhin gab es jetzt neben Polka, Marsch und Schottisch auch ein Medley von James Last zu hören. Und einige Kompositionen von Posaunist Erich Weber aus Gauaschach.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren