Hammelburg
Beratung

Jugendsozialarbeiterin für die Hammelburger Grund- und Mittelschule

In der Hammelburger Grund- und Mittelschule startet die Jugendsozialarbeit. Natalie Gerbersdorf bietet Familien Unterstützung, die die Bildungseinrichtungen allein nicht leisten könnten.
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Natalie Gerbersdorf ist die neue Jugendsozialarbeiterin für die Hammelburger Grund- und Mittelschule. Foto: Arkadius Guzy
Natalie Gerbersdorf ist die neue Jugendsozialarbeiterin für die Hammelburger Grund- und Mittelschule. Foto: Arkadius Guzy
Schulen sind heutzutage mit ganz unterschiedlichen Problemen konfrontiert, die die Kinder mitbringen. "Wenn sich zum Beispiel die Eltern trennen, merken wir das an den Kinder", erklärt Ingeborg Hoffmann. Allerdings können Schulen solche familiären Problemlagen oft nicht auffangen, da dafür die Ressourcen fehlten, so die Leiterin der Hammelburger Mittelschule. Doch seit dem Start des neuen Schuljahrs gibt es nun professionelle Unterstützung.

Jugendsozialarbeiterin Natalie Gerbersdorf steht für Schüler, Eltern und Lehrer als Ansprechpartnerin bereit. Die Grund- und die Mittelschule Hammelburg teilen sich das Angebot. Die Aufgabe von Gerbersdorf besteht aus Einzelfallberatung und Gruppenarbeit. Sie kann bei Alltagsproblemen, sozial-emotionalen Auffälligkeiten und Problemen in der Familie eingreifen. "Manchmal sind Eltern mit einer Situation überfordert und ratlos, scheuen sich aber nach Hilfe zu fragen", sagt Grundschulrektorin Simone Albert. Die Jugendsozialarbeit an Schulen soll daher eine niederschwellige, direkte Unterstützung bieten.

"Es geht darum zu schauen, wie der Alltag wieder gelingen kann", meint Thorsten Ukena von der Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration (gfi). Die gfi organisiert als freier Träger die Jugendsozialarbeit. Ukena nennt auch die Prävention als Aufgabenfeld, zum Beispiel Kurse zum Umgang mit sozialen Medien.

Die Integration von Flüchtlings- und Einwandererkindern wird in Hammelburg sicher ebenfalls eine Rolle spielen. Gerbersdorf sagt: "Ich kenne viele Hintergründe. Ich weiß um die Schwierigkeiten, die entstehen, wenn Eltern die Sprache nicht beherrschen." Die 35-jährige Mutter zweier Kinder ist selbst Anfang der 1990er Jahre als Russlanddeutsche aus Kasachstan eingewandert. Sie arbeitete im Bereich Ausbildung und Arbeitsmarktförderung. Später studierte Gerbersdorf soziale Arbeit an der FH Würzburg.

Bei der Jugendsozialarbeit an Schulen geht es aber nicht nur um Migration, betont Bürgermeister Armin Warmuth (CSU). Das Angebot stehe allen zur Verfügung. Zwar beschloss der Stadtrat die Jugendsozialarbeit an Schulen noch im Frühjahr 2014, also am Ende der vergangenen Wahlperiode, doch schon damals war Warmuth ein ausdrücklicher Fürsprecher des Angebots. Die Vollzeitstelle kostet rund 52 000 Euro. Es gibt einen Zuschuss vom Freistaat. Rund 30 000 Euro kommen zu gleichen Teilen von Stadt und Landkreis. Warmuth erklärt: "Ich bin dem Landkreis Bad Kissingen dankbar, dass er das Angebot vorangetrieben hat."

Die Jugendsozialarbeit ist längerfristig angelegt. Gerbersdorf ist Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr in ihrem Büro in der Grundschule zu erreichen. Sie kann Familien aber auch außerhalb der Schule begleiten, was Lehrkräften nicht möglich ist. In den kommenden Wochen wird Gerbersdorf sich in den Klassen und bei den Eltern vorstellen, um Bindungen aufzubauen.

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