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Gauaschach
Bilanz

Ist die "Pusteblume" doppelt bestraft?

Die Gauaschacher Kindertagesstätte "Pusteblume" läuft sehr gut. Die Einrichtung ist ausgebucht, Erzieher wie Eltern engagieren sich. Gerade deshalb kritisierte der Vorsitzende in der Jahreshauptversammlung des St. Johannis-Zweigvereins die jüngste Stadtratsentscheidung zur Förderung der Kitas als doppelte Bestrafung.
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Die Kinder der Kindertagesstätte "Pusteblume" spielen gerne und regelmäßig draußen. Zur Anschaffung neuer Tretautos wurden Mittel in den neuen Haushalt für 2015 eingestellt. Auf die neuen Geräte freuen sich: (von links) Erik Wiebel, Paulina Geiger, Noel Männl, Alexa Geier, Antonia Geiger, Ronja Feeser, Pauline Heim und Sarah Matthes.  Foto: Jana Keul
Die Kinder der Kindertagesstätte "Pusteblume" spielen gerne und regelmäßig draußen. Zur Anschaffung neuer Tretautos wurden Mittel in den neuen Haushalt für 2015 eingestellt. Auf die neuen Geräte freuen sich: (von links) Erik Wiebel, Paulina Geiger, Noel Männl, Alexa Geier, Antonia Geiger, Ronja Feeser, Pauline Heim und Sarah Matthes. Foto: Jana Keul
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Die Tagesstätte "Pusteblume" hatte in der Jahreshauptversammlung des St. Johannis-Zweigvereins Gauaschach eine sehr gute Bilanz aufzuweisen. Die Kindertagesstätte beherbergt momentan 40 Kinder in zwei Gruppen, zehn davon in der Krippe für unter Dreijährige. Zudem bietet sie Nachmittagsbetreuung für Grundschüler an.
"Ab 1. Mai ist die Kindertagesstätte mit 45 Kindern bis September ausgebucht", infotmierte Vorsitzender Christof Göbel. Durch den Weggang der Krippenleiterin Claudia Kistner-Zink im Juni letzten Jahres und der guten Buchungsauslastung der Tagesstätte wurden Jessica Seubert und Rebecca Bühler neu eingestellt. Die Übergangszeit wurde durch Aufstockung der Stundenzahl der Teilzeitkräfte überbrückt.
Alle Vorschüler nehmen seit März wie auch im Vorjahr bei der Lernförderung "Kini" teil. Die Überarbeitung des Erziehungskonzeptes der Tagesstätte steht kurz vor dem Abschluss und kann demnächst auf der Internetseite der Tagesstätte nachgelesen werden.
Für die Teilnahme an einem EU-Förderprogramm, das kostenlos Obst- und Gemüselieferungen an Kindertagesstätten für einen Zeitraum von drei Monaten fördere, habe man sich beworben. Bei Hammelburger Lieferanten sei die Tagesstätte jedoch abgelehnt worden. Jetzt ist die Tagesstätte bei einem Arnsteiner Rewe-Markt hierfür vorgemerkt. Das bisher verpachtete Gartengrundstück bei den Gärten soll für die Eigennutzung hergerichtet werden.
Die Endabrechnung für die Sanierung der Kindertagesstätte könne bald erfolgen, informierte Göbel. Eine Gewährleistungsabnahme sei mit dem Architekten und Stadtbaumeister Detlef Mohr im November erfolgt. Festgestellte Mängel konnten teilweise behoben werden oder sind in Arbeit.

Förderung an Beiträge gekoppelt

Kritik äußerte Göbel am Stadtratsbeschluss zur Zuweisung von Bundesmitteln an Krippeneinrichtungen, die von der Stadt an die Anpassung der Elternbeiträge gekoppelt wurden. Die Gauaschacher würden somit nur 50 Prozent der Förderung erhalten, da ihre Elternbeiträge mit 95 Euro statt der geforderten 115 Euro für fünf bis sechs Betreuungsstunden täglich für unter Dreijährige niedriger ausfallen. Das sei ungerecht für die zwei im Stadtgebiet kostendeckend arbeitenden Kindergärten Gauaschach und Westheim. " Die Kindergärten, in denen die Eltern mitarbeiten und durch Aktionen und Veranstaltungen Geld einbringen, werden so doppelt bestraft", meinte der Vorsitzende. Andere defizitär arbeitende Einrichtungen, in denen sich die Mitwirkung der Eltern oft in Grenzen halte, erhielten die volle Förderung. Andernorts werde diese Unterscheidung nicht gemacht.
Die Höhe des Beitrages in Gauaschach verteidigte Göbel. Gerade Eltern von Krippenkindern seien nicht immer beide berufstätig. Ein höherer Beitrag würde sich allein deshalb auf die Buchungszahlen auswirken, ist sich Göbel sicher. Generell werde immer mehr Arbeit auf die ehrenamtliche Führung abgewälzt. "Man führt hier einen Kleinbetrieb auf ehrenamtliche Basis", so sein Fazit. Die Kunst sei, das Verständnis zum Einbringen persönlichen Engagements bei den Eltern zu erhalten. "Sonst müssen wir doch noch den Beitrag erhöhen". Der Haushalt wurde genehmigt und der Vorstand entlastet. Dem Haushaltsplan für das kommende Jahr wurde zugestimmt.
Pfarrer Thomas Eschenbacher lobte in seinen Grußworten die gute Arbeit. "Toll, was ihr hier macht," meinte er. "Wenn's rechnerisch geht, dann geht es eben", sagte er im Hinblick auf die Gauaschacher Kindergartenbeiträge. Er gab zu bedenken, dass in anderen Kindergärten bereits bezahlte Geschäftsführer zur Leitung eingesetzt seien und deshalb wohl auch bei den Förderstellen davon ausgegangen werde, dass eine professionelle Führung da sei. Er bot seine Unterstützung an. Weitere Grußworte sprach Ortssprecher Edmund Schaupp, der die Änderungen der Förderpraxis bedenklich findet, wie er sagte.
Eine positive Bilanz zog die Leiterin der Tagesstätte, Elke Weidner. Sie berichtete von Aktionen wie der Walderlebnistag mit Revierleiter Karl Weitzel im Bauholz. Sie lud zum Vater- Kind-basteln am Samstag, 14. März, und zur Oma-Opa Feier ein. In der Faschingswoche arbeitete Praktikantin Lorena Göbel in der Tagesstätte. Zwei weitere Praktikantinnen nehmen mit Lena Steinmetz und Franziska Full am Schulprojekt EMiL (Engagierte Menschen im Landkreis) des Landkreises Main- Spessart teil. Sie leisten bis Ende des Schuljahres freiwillig jeweils 80 Stunden soziale Arbeit in der "Pusteblume". Am Donnerstag, 23. April, findet wieder der "Boys day" in der Tagesstätte statt.
Die Umstrukturierung des Elternbeirates nach dem Rücktritt einzelner Mitglieder konnte mithilfe der Beisitzer und ohne Neuwahl erfolgen. Die Zusammenarbeit zwischen Vorstand, einem engagierten Team und Elternbeirat laufe sehr gut, sagte Göbel. Eine zusätzliche Honorarkraft ist in der Tagesstätte als Integrationskraft mit vier Wochenstunden tätig und wird von der Regierung gefördert. Somit besteht das Team zur Zeit aus sechs Fachkräften zur Betreuung der Kinder, einer Honorarkraft und einer Reinigungskraft. Die momentanen Buchungszeiten ab September erforderten jedoch eine Anpassung der Stundenzahlen der Betreuer.
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