Hammelburg
Aktionstag

Helfer für fairen Handel bleiben am Ball

Die Stadt Hammelburg trägt seit Samstag den Titel "Fairtrade-Town". Das wurde ausgiebig gefeiert. Zu den Attraktionen gehörte ein Torwandschießen, natürlich mit fair gehandelten Bällen.
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Robert Röthlein aus Untererthal gewann mit drei Treffern das Torwandschießen, Enkel Jonas freute sich über den Gewinn. Foto: Gerd Schaar
Robert Röthlein aus Untererthal gewann mit drei Treffern das Torwandschießen, Enkel Jonas freute sich über den Gewinn. Foto: Gerd Schaar
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Nach Rom, New York, Hamburg und Hannover ist jetzt auch Hammelburg eine Stadt des fairen Handels geworden. Als Anerkennung überreichte Hannah Rüther, Botschafterin und Referentin der Kampagne "Fairtrade-Towns" für die Region Süddeutschland, eine Urkunde an den 2. Bürgermeister Reimar Glückler.
Für die künstlerische Umrahmung sorgte eine Gruppe von Asylbewerbern aus dem Ofenthaler Weg, die zu äthiopischen Klängen tanzte. Harald Drescher moderierte am Marktbrunnen den offiziellen Veranstaltungsteil.
"Unsere Stadt Hammelburg zeichnet sich durch Wein, Musik und die Garnison aus. Jetzt hat sie eine vierte Säule erhalten, denn Hammelburg ist jetzt auch eine Fairtrade-Stadt", freute sich der 2. Bürgermeister. Mit seinem einhelligen Beschluss aus dem Vorjahr stehe der Stadtrat geschlossen hinter dieser Entscheidung. "Die angemessene Entlohnung der Bauern in den Ursprungsländern und ein gerechter Handel, welcher der Geizmentalität entgegensteht, ist das weltweite Ziel von Fairtrade", betonte Glückler.

Zweite Stadt im Landkreis

Auch stellvertretende Landrätin Monika Horcher gratulierte und hielt fest, dass Hammelburg die zweite Fairtrade-Stadt im Landkreis Bad Kissingen sei. Dass Hammelburg die Zertifizierung verdient habe, hänge von einer Reihe Kriterien ab, erläuterte Rüther. Dazu gehört auch die neue Sicherungsgruppe vor Ort, die von Annemarie Fell geleitet wird. "Das Siegel für den weltweit sozialen Handel unterliegt strenger Kontrolle", wies Rüther auf die regelmäßige Überprüfung hin. Weitere Kriterien seien zum Beispiel auch Beteiligungen von Gastronomie und Einzelhandel an dem Projekt. "Hammelburg hat dazu das Mindestsoll weit überschritten", lobte Rüther.

Lob für großes Engagement

Fairtrade gebe es nicht nur in Hammelburgs zivilen und kirchlichen Gesellschaften, Vereinen, Gemeinden und Organisationen, führte Rüther weiter aus. "Auch im Schwimmbad und im Frobenius-Gymnasium trifft man Fairtrade-Produkte an", dankte sie den Engagierten.
Ausgegangen sei die Initiative vom örtlichen Weltladen und der Lebenshilfe. Rüther erinnerte an zahlreiche Aktionen, vom fairen Brunch bis hin zur fairen Woche. "Sie alle haben viel bewegt und zum Erfolg beigetragen", gratulierte die Botschafterin.
Beim anschließenden fairen Torwandschießen vor dem Rathaus gewann Robert Röthlein aus Untererthal mit drei Treffern. Freilich war der hierfür benutzte Fußball aus fairem Handel, und Enkel Jonas freute sich über den Gewinn.
Fair gehandelt waren auch die Lebensmittel und der Kaffee, die es am Brunchstand gab. Die Besucher konnten sich zudem in eine Liste eintragen und ihr Engagement mit einer freiwilligen Verpflichtung bekunden, mindestens einmal monatlich fair gehandelte Waren zu kaufen.

Eine Wette der besonderen Art

Auf eine Wette der besonderen Art ließen sich der katholische Pfarrer Thomas Eschenbacher und Hammelburgs Bürgermeister Armin Warmuth ein. Sie wollen bis zum Dezember fünf weitere Geschäfte dazu bringen, fair gehandelte Waren in ihr Sortiment aufzunehmen. Gelingt es den beiden nicht, werden sie ihren Wetteinsatz einlösen und im Advent auf dem Hammelburger Marktplatz singen.

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