Hammelburg
Energie

Hammelburger Stadtrat diskutiert über Stromtrasse

Hammelburg will den landkreisweiten Zusammenschluss gegen die Stromtrasse "SuedLink" durch eine Mitgliedschaft unterstützen - auch wenn die Meinungen im Stadtrat nicht einheitlich sind.
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Die geplante Leitungstrasse beschäftigt die Saaleregion. Foto: Arkadius Guzy
Die geplante Leitungstrasse beschäftigt die Saaleregion. Foto: Arkadius Guzy
Der Protest gegen die geplante Stromtrasse "SuedLink" soll am 20. Juni in einem landkreisweiten Verein gebündelt werden. Hammelburg tritt dem noch zu gründenden Verein bei. Die Stadt sieht sich über mögliche Auswirkungen auf den Tourismus durch die Leitungsstrecke betroffen, wie Armin Warmuth (CSU) im Stadtrat erklärte.
Außerdem sprach der Bürgermeister davon, dass sich Hammelburg mit den Nachbargemeinden solidarisch zeigen müsse. "Wir müssen Geschlossenheit zeigen", sagte Warmuth. Doch diese Geschlossenheit fehlte im Stadtrat. Nur mit 13:9 Stimmen billigte das Gremium den Vereinsbeitritt.

"Der Ablehnung der Stromtrasse werden wir uns nicht anschließen", sagte Florian Röthlein (Grüne/ BfU). Die Strecke sei die einzige Alternative für die regenerativen Energien. Für Röthlein war außerdem der Zeitpunkt der Entscheidung zu früh. Er wollte erst die Anhörungstermine des Netzbetreibers Tennet abwarten. Christian Fenn (Junge Liste) erklärte, dass man für Klimaschutz und Energiewende in den "sauren Apfel beißen" müsse. "Das heißt aber nicht, dass ich die Trasse will", betonte er.

Fenn erwähnte, wie schwierig eine Auseinandersetzung mit dem Thema ist. Denn man sei in der Wahrnehmung gleich entweder für oder gegen die Trasse. Dabei meinte Fenn: "Ich kenne keinen, der abschätzen kann, ob die Leitungen wirklich notwendig sind." Für Rita Schaupp (SPD) war die Trasse beschlossene Sache, daher bezeichnete sie den Vereinsbeitritt als nicht sinnvoll. Es sei vergeudete Energie.

"Wenn die Trasse kommt, werden wir wieder einen Einknick erleben", sagte CSU-Fraktionssprecher Martin Wende. Er sah den Landkreis und Hammelburg bereits "überproportional strapaziert". Wende nannte die Truppenreduzierung als Beispiel. Auch Alexander Stolz (CBB) begrüßte für seine Fraktion den Vereinsbeitritt. Dadurch könne ein "Gleichgewicht der Interessen" hergestellt werden. Stolz sagte: "Wenn wir Stärke zeigen, ist ein Diskussionsprozess auf Augenhöhe möglich."

In diesem gegensätzlichen Stimmungsbild appellierte Warmuth an die Solidarität mit den anderen Gemeinden. Er erläuterte noch einmal ausführlich die Vereinszwecke, wie sie der Satzungsentwurf vorsieht. Demnach will der Verein unter anderem die Notwendigkeit der Leitungstrasse überprüfen und Alternativen wie die Erdverkabelung unterstützen. "Ich bin in die Sitzung gegangen, um gegen den Beitrittsantrag zu stimmen. Aber es geht offenbar auch darum, Alternativen aufzuzeigen. Das ist ein Weg den ich mitgehen kann", erklärte Norbert Schaub (SPD). Christian Fenn und Dominik Sitter (Bürgerliste Obereschenbach) baten, die Entscheidung zu vertagen. Sitter: "Nach dem 20. Juni wissen wir, wo wir beitreten."

Doch Warmuth wollte gleich in der Sitzung eine Entscheidung herbeiführen, zumal die kommende Stadtratssitzung erst Ende Juni stattfindet. "Ich möchte mir nicht die Blöße geben, über den Beitritt nicht zu entscheiden." Damit nahm Warmuth ein nicht-einstimmige Ergebnis in Kauf.

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