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Hammelburg
KIP II

Hammelburger Rathaus wird barrierefrei

Die Stadt Hammelburg und die Gemeinde Fuchsstadt erhalten 90 Prozent Zuschuss, um ihre Gebäude auf Vordermann zu bringen. Andere sind enttäuscht.
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Der Hammelburger Bürgermeister Armin Warmuth (von links) und Stadtbaumeister Detlef Mohr planen derzeit noch an den Details für den barrierefreien Umbau und die energetische Sanierung des Rathauses. Die Fassade soll dabei unverändert bleiben. Foto: Ralf Ruppert
Der Hammelburger Bürgermeister Armin Warmuth (von links) und Stadtbaumeister Detlef Mohr planen derzeit noch an den Details für den barrierefreien Umbau und die energetische Sanierung des Rathauses. Die Fassade soll dabei unverändert bleiben. Foto: Ralf Ruppert
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Die Stadt Hammelburg hat erfolgreich gepokert: "Ursprünglich hatten wir vor, ein komplettes Paket einzureichen, aber dann haben wir die Anträge aufgeteilt", berichtet Bürgermeister Armin Warmuth (CSU). Anstelle von einem großen Brocken mit 1,21 Millionen Euro beantragte die Stadt zwei Projekte: Auf 760 000 Euro ist der barrierefreie Umbau des Rathauses veranschlagt, der Freistaat schießt hier 684 000 Euro zu. "Das hatte bei uns auch Priorität." Für die 460 000 Euro teure energetische Sanierung gibt es dagegen keinen Zuschuss, trotzdem soll auch dieses Vorhaben angegangen werden: "Sonst müssen wir in ein paar Jahren ja wieder anfangen."


Fürsorgepflicht und Einsparung

Das Hammelburger Rathaus ist eines der markantesten Gebäude der Stadt, die denkmalgeschützte Hülle hat aber auch ihre Tücken: Im Winter sei es in den Büros so kalt, dass viele Mitarbeiter zusätzlich Elektro-Heizungen einschalten. "Wir haben ja auch eine Fürsorgepflicht für unsere Mitarbeiter", betont Warmuth. Zudem soll die energetische Sanierung aber auch Kosten sparen. Dass die Fenster ausgetauscht werden, ist bereits beschlossen, viele andere Punkte dagegen seien noch offen.
Geplant werden muss unter anderem der genaue Standort für den Aufzug: "Wir hatten auch mal über eine externe Lösung nachgedacht", berichtet Stadtbaumeister Detlef Mohr, mittlerweile stehe aber fest, dass alles im Innern des Gebäudes untergebracht wird, um die denkmalgeschützte Fassade nicht zu beeinträchtigen. Wie genau und wie in Zukunft die Treppe aussieht, sei aber noch offen. Die Besucher der Verwaltung oder Gäste von Hochzeiten sollen voraussichtlich ab 2018 trotz Behinderung in die Obergeschosse des Hammelburger Rathauses kommen.


Gedeckeltes Landkreis-Budget

Ein Grund für die Aufteilung des Förderantrags sei auch die Deckelung des Gesamtbudgets für den Landkreis. "Wir wollen ja auch ein gutes Miteinander mit den umliegenden Gemeinden", betont Armin Warmuth. Zumindest bei den Nachbargemeinden Fuchsstadt und Wartmannsroth hat das geklappt (siehe Info-Kasten). Dagegen gingen viele andere leer aus: "Ich bin sehr enttäuscht, weil die Bürger vor allem hier vor Ort im Rathaus ihre Dinge erledigen", sagt zum Beispiel der Elfershäuser Bürgermeister Karlheinz Kickuth (SPD).


Nicht alleine finanzierbar

Auch die Gemeinde Elfershausen hatte ihren Antrag gesplittet: Für 80 000 Euro sollte ein barrierefreier Zugang zum Rathaus geschaffen werden, die energetische Sanierung des Schlossgebäudes würde 250 000 Euro kosten. Beides fiel bei der Bezirksregierung durch.
"Das ist jetzt vorerst alles gestoppt", sagt Kickuth. Die Gemeinde könne sich die Maßnahmen alleine nicht leisten. Besonders ärgerlich ist für den Elfershäuser Bürgermeister, dass die Gemeinde vor einigen Jahren auch bereits beim Konjunkturpaket II leer ausgegangen sei. Nicht nachvollziehen kann er zudem, dass es keine Förderung für sein Rathaus als Sitz der Verwaltungsgemeinschaft gibt, aber die zweite VG-Gemeinde Fuchsstadt zum Zug kommt, obwohl dort im Rathaus lediglich der Sitzungssaal und das Dienstzimmer des Bürgermeisters untergebracht seien.
"Gar nicht enttäuscht, im Gegenteil" ist der Auraer Bürgermeister Thomas Hack (CSU). Auch er reichte zwei Projekte ein: Die energetische Sanierung der Festhalle Aura mit Kosten von 786 500 Euro kam nicht zum Zug, aber die Sanierung des örtlichen Kindergartens. 266 000 Euro Zuschuss sind dafür in Aussicht gestellt, obwohl die Gemeinde gar nicht Träger ist. "Wir erarbeiten in den nächsten Wochen zusammen mit dem Planer und dem Kindergarten-Träger ein abgestimmtes Konzept", kündigt Hack an. Bis November muss feststehen, wie Vollwärmeschutz, Heizung, Fenster, Türen und Dachdämmung ausgeführt werden sollen. "Die Planung soll bis Herbst stehen, dann ist eine zügige Realisierung geplant."
Auch bei der Stadt Hammelburg wird noch eifrig geplant: "Überlegungen gab es schon länger, aber der Grundsatzbeschluss fiel doch kurzfristig", berichtet Warmuth. Die endgültigen Pläne würden nun unter Zeitdruck ausgearbeitet: "Nach der Sommerpause steht die endgültige Beratung an, im September werden wir es noch nicht schaffen, aber im Oktober muss es ja entschieden werden."

Bewilligt Neben dem barrierefreien Ausbau des Hammelburger Rathauses wurden im Raum Hammelburg folgende Projekte bewilligt: Die 266 000 Euro teure energetische Sanierung des Auraer Kindergartens wird voraussichtlich mit 239 400 Euro bezuschusst, die energetische Sanierung und der barrierefreie Umbau des Fuchsstädter Rathauses mit 278 600 Euro und die Sanierung der Wartmannsrother Grundschule in Dittlofsroda mit 494 900 Euro.

Abgelehnt Nicht im KIP berücksichtigt wurden die Sanierung des Rathauses Elfershausen, die Sanierung der Thulbatal-Halle und ein Projekt am Marktplatz Oberthulba, die energetische Sanierung des Ramsthaler Hauses "erLebenskunst " (geschätzte Kosten: 98 600 Euro), die Sanierung der Turnhalle der Einhard-Schule durch die VG Euerdorf (1,57 Millionen Euro) sowie die energetische Sanierung der Sulzthaler Mehrzweckhalle (139 400 Euro).
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