Hammelburg
Kunst

Hammelburger Asylbewerber macht Kunst auf dem Handy

Ramin Parvin zeigt Realschülern, was sie mit etwas Kreativität aus ihren Smartphones herausholen können.
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Ramin Parvin malt digitale Bilder. Fotos: privat
Ramin Parvin malt digitale Bilder. Fotos: privat
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Einigen Hammelburgern ist Ramin Parvin schon bekannt, seitdem er im Herbst mit zwei weiteren iranischen Asylbewerbern eine kleine Ausstellung im Büro des früheren Bundestagsabgeordneten Hans-Josef Fell veranstaltet hatte. Nun lernten die Neunt- und Zehntklässler der Jakob-Kaiser-Realschule den studierten Grafik-Designer, Filmemacher und Künstler kennen.

An zwei Nachmittagen lehrte er die Schüler die Kunst des digitalen Malens. Parvins Werkzeug war dabei ein gewöhnliches Handy. Die Jugendlichen staunten, als sie sahen, zu welchen Ergebnissen sie mit Hilfe der Anleitungen und Tipps des Künstlers kamen. Die Begeisterung war so groß, dass die Schüler ihn baten, noch einen zweiten Nachmittag anzubieten.

Eine Schülerin meinte: "Jetzt kann ich nachmittags wenigstens mal was richtig Sinnvolles mit meinem Handy machen." Die Jugendlichen schufen in ihrem Charakter völlig unterschiedliche, kunstvolle Bilder.

Begegnung im Asylbewerberheim

Maria Albrecht-Martin, eine Lehrerin an der Jakob-Kaiser-Realschule und Unterstützerin des Freundeskreises für Flüchtlinge, hatte Parvin bei einer Feier im Asylbewerberwohnheim kennengelernt. Er zeigte ihr bei der Gelegenheit einige seiner Kunstwerke, die er in Deutschland mangels anderer Utensilien auf dem Handy angefertigt hatte.

Weil die Lehrerin von seinen Arbeiten so begeistert war, bot er an, es ihr beizubringen. Da Maria Albrecht-Martin selbst jedoch kein Smartphone benutzt, lud sie den Künstler in die Schule ein. Denn in den höheren Klassen haben fast alle Jugendlichen ein Smartphone.

Parvin freute sich über die Möglichkeit, mit deutschen Jugendlichen Kunst zu machen. Während des Workshops stellte sich schnell heraus, dass man doch eine große Portion Talent braucht, um Werke der Güteklasse des iranischen Künstlers zu erstellen.

Parvin stammt aus Teheran und ist in seinem Heimatland seit mehr als zehn Jahren als Preisträger zahlreicher Film- und Kunstwettbewerbe bekannt. Dem Regime wurden seine Werke jedoch zu freizügig, da sie auch mal Frauen ohne die vorgeschriebene Verschleierung zeigen. Daher floh der Künstler. Nun wohnt er als Asylsuchender in Hammelburg.












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