Ramsthal
Wanderung

Grenzgang hat Tradition

Wanderung   Die Begehung der Ortsgrenzen von Ramsthal fand unter großem Zuspruch statt. Auch Bürgermeister Alfred Gündling spürte die Tradition am eigenen Leib: Er wurde kräftig gestaucht.
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Neubürgermeister Alfred Gündling wurde beim Stauchen auf die Grenzen seiner Gemeinde hingewiesen.
Neubürgermeister Alfred Gündling wurde beim Stauchen auf die Grenzen seiner Gemeinde hingewiesen.
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Die Grenzbegehung in Ramsthal fand großen Anklang bei der Bevölkerung. Interessierte Bürger aus Ramsthal und den Nachbargemeinden fanden sich beim Start ein, um unter Leitung der Ramsthaler Feldgeschworenen die rund zwanzig Kilometer lange Strecke entlang der Grenzen zu sechs Nachbargemeinden abzugehen. Die Tradition verlangt die regelmäßige Durchführung des Grenzganges, der 2010 zum letzten Mal stattgefunden hat.

Dank an Vorgänger

Am Start begrüßten Bürgermeister Alfred Gündling und Feldgeschworenenobmann Reinhard Unsleber die Teilnehmer. Unsleber, der das Amt seit 1. April 2015 von Max Warmuth übernommen hat, dankte seinem Vorgänger für den jahrzehntelangen Einsatz in diesem Ehrenamt. Aus der Nachbargemeinde Oerlenbach wurde Bürgermeister Franz Kuhn begrüßt, der die ganze Strecke mitging. Der neue Obmann stellte den Teilnehmern die Ramsthaler Feldgeschworenen vor. Neben seinem Stellvertreter Bernhard Sixt gehören auch Erich Greubel und als neuestes Mitglied Ewald Brand dazu. Passive Geschworene sind Theo Sixt und Max Warmuth.
Als Erstes erreichten die Wanderer die Sulzthaler Grenze, wo sie von Bürgermeister August Weingart und den Sulzthaler Feldgeschworenen erwartet wurden. Auf einem der Grenzsteine dort wurde dann der neue Ramsthaler Bürgermeister Alfred Gündling kräftig gestaucht. Das Stauchen ist ein alter Brauch der Feldgeschworenen, dadurch soll dem Gestauchten die Gemeindegrenze und vor allem sein Stein dauerhaft in Erinnerung bleiben. Auch der neue Feldgeschworene Ewald Brand und etliche Gemeinderäte wurden im Lauf des Tages noch Opfer dieser Tradition.

Lebenslanges Ehrenamt

Die Wanderung ging dann zur ersten Rast über die Aussiedlerhöfe zur Kützberger Straße. Zwischendurch gab es für die Teilnehmer immer wieder interessante Informationen. Ehrenbürgermeister Franz Büttner erklärte, dass der Drei-Märker-Grenzstein Ramsthal/ Sulzthal/ Kützberg der älteste Stein im Landkreis Schweinfurt ist. Er erklärte, dass Feldgeschworene für die Gemeinde sehr wichtig sind. Ins lebenslange Amt berufen werden können nur ehrenwerte Bürger. Ihre Arbeit ist wesentlich günstiger als der Ein satz von Vermessungsbeamten. Theo Sixt erklärte noch einmal genau die Aufgaben und Möglichkeiten der Feldgeschworenen. Das Amt gibt es in Deutschland nur in Bayern, Rheinland-Pfalz und Teilen Thüringens. Reinhard Unsleber berichtete vom Ramsthaler Protokollbuch, in dem der älteste Eintrag aus dem Jahr 1872 stammt. Hierin ist auch der Leitspruch der Feldgeschworenen niedergeschrieben: "Tue recht, fürchte Gott und scheue niemand."
Unsleber stellte klar, dass keiner außer den Feldgeschworenen Änderungen an den Grenzsteinen vornehmen darf. Edwin Metzler berichtete über die Zeit, als die Amerikaner den Truppenübungsplatz Hammelburg erweitern wollten und auch große Teile von Ramsthal eingliedern wollten. Auch Erich Greu bel und Andreas Günder hatten interessante Informationen über den Wald und die Natur.
Die nächsten Grenzen gehen nach Kützberg und Poppenhausen und sind nur 200 Meter lang. Hier war früher der "Drei-Märker" für die drei Landkreise Hammelburg, Bad Kissingen und Schweinfurt. An der Grenze nach Ebenhausen kamen dann die dortigen Feldgeschworenen dazu.
Bei der Mittagsrast traf der Forstdirektor Wilhelm Schmalen vom Landwirtschaftsamt und die Vertreter aus Arnshausen und Wirmsthal die Gruppe. Diese Gemeinden machten die Route komplett. Zum Ausklang ging es dann abends ins Ramsthaler Feuerwehrhaus. Hier sorgten die Ramsthaler Musikanten für gute Unterhaltung, und der Fideliaverein hatte für die Bewirtung gesorgt. Brotzeit und Getränke wurden von der Gemeinde und den Feldgeschworenen gestellt.
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