Als vollen Erfolg bewerteten die rund 60 Teilnehmer der Oldtimer-Veranstaltung die "ADAC-Herzog-Hedan-Fahrt 2016". Für den veranstaltenden Automobil- und Motorsportclub (AMSC) Hammelburg war es eine Premiere, jedoch nicht völliges Neuland. Gibt es doch alle zwei Jahre die berühmte Bocksbeutel-Rallye der Oldtimer vom AMSC, die nächste im kommenden Jahr.

Schirmherr der Herzog-Hedan-Fahrt war Bürgermeister Armin Warmuth (CSU). "Diese Riesenattraktion passt bestens in unser Jubiläumsjahr - 1300 Jahre Hammelburg", bestätigte Warmuth und bedankte sich beim AMSC, insbesondere bei der Familie Deinlein, für die umfangreichen Maßnahmen zur Hedan-Fahrt.


Mindestalter 30 Jahre

Am Sonntagmorgen, ab 9 Uhr, starteten die am Bleichrasen wartenden Oldies nach und nach. Sprecher Karlheinz Franz vom AMSC stellte sie auf dem Marktplatz vor. Die Bandbreite der Fahrzeuge reichte vom Chrysler Dodge Victory, Baujahr 1929, mit 3,352 Litern Hubraum, bis zu Fahrzeugen aus der Mitte der 1980er Jahre, wie beispielsweise ein Opel Manta, ein BMW 315 oder ein Ford Escort. Alle Autos, die in die Wertung gelangten, hatten ein Mindestalter von 30 Jahren.Unter den Teilnehmern war auch Angelika Kraus aus Gefäll mit ihrem offenen 1300-Käfer Cabrio, Baujahr 1970, 34 PS, samt Dackel anzutreffen. In der Damenwertung erreichte sie den zweiten Platz nach Ariane Ziegler-Heberer, die mit ihrem Opel-Commodore (Baujahr 1975) siegte.
"Bei so schönem Wetter wie heute fahre ich gern am Wochenende offen spazieren", sagte Kraus dieser Zeitung. "Ab und zu biete ich den Wagen als Hochzeitsauto an, wie zum Beispiel gestern erst in Hammelburg", ist Kraus glücklich über den guten Zustand ihres glänzenden Gefährts.

Ein absoluter Blickfang war der Bentley (6,2 Liter Reihen-8-Zylinder, 220 PS) von Thomas Ulsamer aus Bad Kissingen. Er sei recht stolz auf seinen Neuerwerb aus England. Etwa 30 Liter Sprit verbrauche dieser Bolide. Das macht bei 100 Liter Tankinhalt einen Radius von knapp 350 Kilometern und eine Spitzengeschwindigkeit von etwa 80 bis 120 Stundenkilometern, je nach Straßenbeschaffenheit.


Riesen-Fahrspaß

"Dieser Wagen wurde aus Originalteilen aus 1928 bis 1934 erst vor ein paar Jahren aufgebaut", erzählt Ulsamer den erstaunten Besuchern. Trotz mangelnder Servolenkung und fehlender Bremskraftverstärkung sei der Fahrspaß kaum zu übertreffen.

Mit seinem Fiat X 1/9, Baujahr 1975, 1,5 Liter Hubraum und 86 PS Leistung erreichte Christian Endres aus Rohrbach den vierten Platz. Sein Beifahrer Andreas Gossmann kam aus Fuchsstadt. "Mit dem Kauf dieses Oldtimers zu meinem 40. Geburtstag habe ich mir einen Jugendtraum erfüllt", sagt Endres. Der Fiat habe in Italien schon an der historischen Fahrt "Mille Milia" teilgenommen und sei noch im Originalzustand. Klar, im Laufe der Jahre habe man Maßnahmen gegen den Rost vornehmen müssen. Begeistert waren jetzt beide von der guten Streckenführung auf der rund 200 Kilometer langen Strecke, die durch schöne Landschaften auch in Hessen führte.


Gerd Kunert wird Erster

Auf dem ersten Platz landete ebenfalls ein Fiat, nämlich der Spider 124, Baujahr 1980, 2,0 Liter und 104 PS, von Gerd Kunert aus Elfershausen.

Zweiter war Sascha Schmitt aus Waldbüttelbrunn mit seinem MG YA (Bj.1951, 1,25 Liter und 48 PS), gefolgt von Stefan Bauer aus Schonungen auf dem dritten Rang, der einen VW-Porsche (Bj. 1973, 1,964 Liter, 100 PS) fuhr. Die beste Mannschaft der Veranstaltung war VW-Vossiek aus Schweinfurt.