Hammelburg
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Georg Schilling geht in Ruhestand

Nach mehr als 38 Jahren verlässt Hauptkommissar Georg Schilling die Hammelburger Polizeiinspektion.
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Dienststellenleiter Alfons Hausmann (links) verabschiedet Georg Schilling.Foto: Arkadius Guzy
Dienststellenleiter Alfons Hausmann (links) verabschiedet Georg Schilling.Foto: Arkadius Guzy
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Im elterlichen Wohnzimmer fällt Anfang der 70er die Entscheidung. Georg Schilling beschließt Polizist zu werden. Heute, 43 Jahre später, endet für "Schorsch" sein beruflicher Weg, und mit ihm verabschiedet sich eines der bekanntesten Gesichter der Hammelburger Polizeiinspektion in den Ruhestand.

"Ich wusste wirklich lange nicht, was ich beruflich machen soll", sagt Schilling. Ein Einstellungsberater - "die gingen damals noch von Haus zu Haus" - überzeugte ihn dann vom Polizeidienst. Seine Ausbildung begann Schilling 1973 als 17-Jähriger bei der Bereitschaftspolizei in Eichstätt.

Während des Baader-Meinhof-Prozesses bewachte er mit anderen Kollegen das Haus des Richters, erzählt Schilling. "Da stand ich dann als junger Bursche mit einem Gewehr." Seine Prüfung machte Schilling 1976 im Hammelburger Kloster Altstadt, wo einst für einige Jahre eine Polizeischule eingerichtet war. Schilling gehörte dem vorletzten Abschlussjahrgang der Einrichtung an.


Fahndungsbücher statt Computer

Nach einer kurzen Zeit bei der damaligen Polizeiinspektion Schweinfurt-Land ließ Schilling sich 1977 zur Hammelburger Inspektion versetzen. Dort blieb er rund 38 Jahre. "Ich war immer froh, in der Heimat Dienst machen zu können", sagt Schilling. Das habe den Vorteil gehabt, manches einfach so zu erfahren. Man werde einfach mal angequatscht, wenn man im Dienstbereich wohnt.

1977, da gab es noch keine Umgehungsstraße und keine Turnhouter Straße. Der ganze Verkehr inklusive Panzer rollte durch die Hammelburger Innenstadt. Und auch der Polizeidienst sah noch ganz anders aus. Schilling berichtet: "Wenn wir telefonierten, haben wir noch gestöpselt." Statt im Computer nach gesuchten Personen zu recherchieren mussten die Beamten in dicken Fahndungsbüchern blättern. "Die Bücher waren natürlich sehr aktuell", scherzt Schilling.

Um einen Fahrzeughalter sogar nach Dienstzeit der Zulassungsstelle ausfindig machen zu können, hatte die Inspektion einen Schlüssel für die Räume. "Wir gingen dann nachts hin, schalteten den Alarm aus und stöberten in den Karteikarten nach dem Kennzeichen", berichtet Schilling.

Unterwegs waren die Beamten auch noch mit einem VW-Käfer. Der letzte ging 1982 außer Dienst - unfreiwillig. Schilling erinnert sich genau: Er nahm mit einem Kollegen einen Unfall auf der Saalebrücke auf, als auf schneeglatter Fahrbahn ein anderes Auto in den Polizei-Käfer rutschte. "Mir fällt nicht ein, was ich während meiner Dienstzeit nicht erlebt hätte", meint Schilling. Besonders einige schwere Verkehrsunfälle wird er nicht vergessen.

Schilling war in Hammelburg zunächst Schichtbeamter, dann stellvertretender Dienstgruppenleiter. Dazu kamen Aufgaben als Sportübungsleiter und als Waffen- und Gerätewart. Ab Ende 2009 war er der verantwortliche Beamte für den Sachbereich Verkehr.

In dieser Funktion war Schilling das Aushängeschild der Polizeiinspektion, wie es Alfons Hausmann ausdrückt. Der Leiter der Hammelburger Dienststelle bedauere es schon, dass Schilling, den er seit Jahrzehnten kennt, nun in Ruhestand geht.

Als Nachfolger übernimmt Polizeihauptmeister Ralf Peter den Sachbereich Verkehr. Peter, 45 Jahre alt, war zunächst bei der Bundespolizei, wechselte später zur Landespolizei und arbeitet seit 2012 in der Hammelburger Dienststelle. Bereits sein Vater war dort Ermittlungsbeamter.
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