Fuchsstadt

Fuchsstadt: Kommunikation via Satellit

Die Arbeit am Standort Fuchsstadt der Firma Intelsat passiert weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit. Dabei reichen die Wege der hier gesendeten und empfangenen Daten bis nach Australien oder Amerika. Heimische Politiker haben sich jetzt einen Eindruck von der Anlage verschafft.
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Die Satelliten der Firma Intelsat sind schon von weitem zu sehen. Fotos: Winfried Ehling
Die Satelliten der Firma Intelsat sind schon von weitem zu sehen. Fotos: Winfried Ehling
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Intelsat ist zwar kein Unternehmen, das Hunderte von Arbeitsplätzen offeriert, gehört aber zu den Top-Firmen der Branche "Satellitengestützte Kommunikation und Informationsübertragung". Der Standort Fuchsstadt ist der einzige in Deutschland und weltweit der größte Teleport der Firma.

Der Empfang und die Weiterleitung von Daten reichen aus dem Saaletal bis nach Asien, Australien und Amerika. Für die Aufgabe benötigt Intelsat gerade mal 30 Mitarbeiter. Einen konkreten Ausbildungsberuf gibt es für solche Fachkräfte nicht, wenn auch viele Bewerber über Vorkenntnisse verfügen, die zum Beispiel in der Sende- und Übertragungstechnik geschult sind oder dies studiert haben.

Selbst um Fachkräfte kümmern

"Im Zeitfenster von ein bis zwei Jahren schulen wir geeignete Bewerber ein. Einige kamen von der Telekom (die Vorgängerin von Intelsat in Fuchsstadt, Anm. d. R.) zu uns", informiert Betriebsleiter und Geschäftsführer, Franz Russ, der seit zwölf Jahren hier verantwortlich zeichnet. Bei einer Besichtigung von High-Tech-Betrieben im Kreis - quasi als Kontrast zu den Kureinrichtungen - nahmen Landrat Thomas Bold, Landtagsabgeordneter Sandro Kirchner und Fuchsstadts Bürgermeister, Peter Hart, die Möglichkeit zur Führung bei Intelsat wahr.

Russ informierte vorab die Kommunal- und Landespolitiker über das US-Unternehmen, das auch Satelliten bauen lässt, die mit Trägerraketen im kasachischen "Weltraumbahnhof" Baikonur, in Kourou in Französisch-Guayana oder von einem Standort in Nordamerika in eine Erdumlaufbahn gebracht werden. Seit 1998 verbucht Intelsat 38 Starts von Trägerraketen, deren Satelliten ein globales Kommunikationsnetz weben.

Bei einem Rundgang durch die Funktionsräume und die größte Antenne offenbarte sich ein imposantes Maß einschlägiger Technik, deren Funktionen wohl nur Fachleuten zugänglich ist. Ein ausgeklügeltes Sicherheitssystem schützt die Anlage und ihre Einrichtungen, zum Beispiel im Brandfall oder bei extremen Wetterbedingungen.

Rund 1500 Kunden

Warum hört man eigentlich so wenig von Intelsat, dass sozusagen "vor der Haustüre" liegt? "Wir brauchen keine Werbung, uns sucht keiner in Deutschland. Wir haben rund 1500 Kunden, das genügt. Denn die haben wieder Kunden", meint Russ.

Von der mehrere Hektar großen Anlage behauptet Bürgermeister Hart: "Wir sind froh, dass wir sie haben." Zum einen sei Intelsat ein willkommener Gewerbesteuerzahler - "auch wenn sie nicht unseren Haushalt finanziert", zum anderen knausert sie nicht als Sponsor, der zum Beispiel bei der Skater-Anlage, dem Biotop oder den FC-Trikots "etwas springen ließ".

Ein Thema, das besonders zum Start der Firma in Fuchsstadt für Kritik, Misstrauen und Ängste sorgte - die vermutete, gefährliche Strahlung, die sich negativ auf die Menschen auswirken könnte, sei vom Tisch. Auf Wunsch der Gemeinde ließ das Unternehmen vor rund drei Monaten von einem neutralen Institut eine Messung vornehmen.

Das Ergebnis: Eine Bestrahlung, die den Menschen schaden könnte, sei nicht nachweisbar. Denn die Strahlen seien gebündelt und genau auf die Satelliten ausgerichtet. "Die Gemeinde und die Betreiberin sind diesbezüglich offen miteinander umgegangen. Der Widerstand gegen die Anlage ist längst verschwunden", erklärt Hart.

Einige "Spiegel" folgen noch

Derzeit mit 75 Sende- und Steuerungsantennen bestückt, befindet sich die Anlage nach Worten von Russ im Endausbau. Das heißt, einige "Spiegel" - die inzwischen auch in wesentlich kleinerer Ausführung die gewünschte Leistung erbringen - werden noch folgen. Danach ist Intelsat Fuchsstadt komplett.

Betriebsleiter Russ verlässt zum Ende des Jahres Fuchsstadt. Er nimmt bei seiner Firma am Standort Luxemburg eine neue Aufgabe wahr. An seine Stelle tritt Wolfgang Frank, ein gebürtiger Auraer.

Das gewachsene Vertrauen zwischen der Gemeinde Fuchsstadt und dem Unternehmen drückt die Versicherung von Franz Russ an Bürgermeister Hart aus: "Ich werde trotzdem hin und wieder in Fuchsstadt vorbeischauen."

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