Hammelburg
Verkehr

Es kracht oft auf den Straßen im Altlandkreis Hammelburg

Die Zahl der Unfälle im Altlandkreis Hammelburg lag im Jahr 2015 auf dem höchsten Stand der vergangenen zehn Jahre. Zur Ursache gibt es eine Vermutung.
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Ein Unfall an der Autobahnanschlussstelle bei Oberthulba kostete im vergangenen August einen Motorradfahrer das Leben. Foto: Archiv/ News5
Ein Unfall an der Autobahnanschlussstelle bei Oberthulba kostete im vergangenen August einen Motorradfahrer das Leben. Foto: Archiv/ News5
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Ein Autofahrer will an der Anschlussstelle Bad Kissingen-Oberthulba nach links auf die Autobahn abbiegen. Ein 33-jähriger Biker kommt ihm entgegen. Der Autofahrer übersieht das Motorrad. Der Biker wird bei der Kollision so schwer verletzt, dass er später im Krankenhaus stirbt. Das war einer von zwei tödlichen Unfällen im Altlandkreis im vergangenen Jahr. Doch auch abgesehen von diesen tragischen Fällen, ist auf den Straßen viel passiert.


Zunahme von 21 Prozent

Das zeigt die Statistik der Hammelburger Polizei für das vergangene Jahr. Die Zahl der Verkehrsunfälle stieg auf 729. Das bedeutet ein Zunahme von rund 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2014: 601 Unfälle). Mehr noch: Der Wert ist der höchste der vergangenen zehn Jahre.
Laut Auswertung der Polizei ist die Zunahme der Unfälle flächendeckend zu verzeichnen. "Es hat sich kein Unfallschwerpunkt herauskristallisiert", sagt Alfons Hausmann. Der Leiter der Hammelburger Inspektion vermutet eine größere Verkehrsdichte hinter der Steigerung.
Vor allem aber stecken die vielen Wildunfälle dahinter. Ihre Zahl stieg im Altlandkreis ebenfalls, von 203 im Jahr 2014 auf 256 im Jahr 2015. Die Dunkelziffer liegt vermutlich noch viel höher, zum Beispiel wenn kleinere Wildtiere beteiligt sind. Denn der Polizei werden nur die für die Versicherung relevanten Zusammenstöße gemeldet, erklärt Hausmann. Als ein Schwerpunktgebiet hat die Polizei die Verbindungen im Dreieck Fuchsstadt-Lager Hammelburg-Gauaschach ausgemacht.
Entbuschungsmaßnahmen an den Straßenrändern sollen Wildunfällen vorbeugen, indem sie den Tieren die Verstecke nehmen und die Übersichtlichkeit erhöhen, wie beispielsweise auf der Strecke zwischen Euerdorf und Bad Kissingen geschehen. "Die Entbuschung hat dort geholfen", berichtet Polizeihauptmeister Ralf Peter.
Die Zahl der Unfälle mit Sachschäden stieg im Jahr 2015 stark an auf 647 (2014: 518). Die Häufigkeit der Unfälle mit Personenschäden bewegt sich auf Vorjahresniveau. Die Statistik verzeichnet trotz der zwei Todesopfer aber eine geringere Anzahl an Verletzten: 2014 waren es 122, 2015 nur 107.


Mit hohem Tempo unterwegs

Die Polizei bittet wie jedes Jahr um Verständnis für ihre Kontrolltätigkeit. Sie verweist auf Erfolge dieser Präventionsarbeit. Dazu zählt sie die relativ niedrige Zahl alkoholbedingter Unfälle. Im Jahr 2015 waren es drei Unfälle mit insgesamt nur einem Verletzten. In der Vergangenheit sah das anders aus. "Ich kann mich noch an Zeiten mit zehn oder acht schweren Unfällen im Jahr erinnern", meint Polizeihauptkommissar Georg Schilling.
Bei Geschwindigkeitskontrollen fiel der Lagerberg wieder auf: Ein 53-jähriger Biker war dort bei erlaubten 60 Stundenkilometern mit Tempo 147 unterwegs. Und auf der Bundesstraße 287 bei Fuchsstadt war ein Pkw-Fahrer auf einem Tempo-80-Abschnitt 170 Stundenkilometer schnell.
Künftig wird die Hammelburger Polizeiinspektion die Kontrolltätigkeit auf kleinere, sporadische Überprüfungen des Schwerlastverkehrs ausweiten - unabhängig von der Verkehrspolizeiinspektion Schweinfurt-Werneck. Dafür verfügt die Dienststelle nun über speziell geschultes Personal. Die Polizisten werden insbesondere die Fahrtenschreiber auswerten.


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