Hammelburg
Freizeit

Es gibt doch noch ein Ferienprogramm

Wie seit Jahrzehnten gewohnt, stellt die Stadt ein Veranstaltungsprogramm für Kinder zusammen. Es könnte allerdings das letzte Mal sein.
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Das Ferienprogramm bietet EntdeckungenFoto: Arkadius Guzy
Das Ferienprogramm bietet EntdeckungenFoto: Arkadius Guzy
Heide Gerlach-Hirt hat die Ferienprogramm-Hefte der vergangenen Jahrzehnte archiviert. Das erste stammt von 1988, noch mit der Schreibmaschine geschrieben. Das neueste erscheint in wenigen Tagen. Es könnte vielleicht das letzte Heft in der Sammlung werden.

"Wir haben festgestellt, dass es im vergangenen Jahr sehr schlecht mit den Anmeldungen lief", sagt Gerlach-Hirt. Fast die Hälfte der Veranstaltungen sei ausgefallen. Daher beschränkt sich das Ferienprogramm in diesem Jahr nur auf die Sommerferienwochen.

Im vergangenen Jahr und 2015 hatte Gerlach-Hirt noch ein ganzjähriges Ferien- und Freizeitprogramm zusammengestellt. Sie wollte damit das frühere Kapriolen-Freizeitangebot wiederbeleben - was aber gerade im vergangenen Jahr auf keine große Nachfrage stieß.

Und die Vorbereitungen des neuen Sommerferienprogramms gestalteten sich auch zäh. Zur Vorbesprechung kamen nur sehr wenige Veranstalter, wie Gerlach-Hirt erklärt. Das Ferienprogramm stand schon auf der Kippe.
Nach und nach liefen dann doch noch unaufgefordert einige Veranstaltungsvorschläge ein, sodass es auch in diesem Sommer ein Freizeitangebot für die Ferien gibt. Damit habe sie ein Signal an die Veranstalter geben wollen, die gerne mitmachen, sagt Gerlach-Hirt. Die Leiterin der Kinderkiste in Diebach ist in der Stadt für das Ferienprogramm, die Kontaktpflege zu den Veranstaltern und die Erstellung des Übersichtshefts zuständig.

Insgesamt 20 Programmpunkte sind zusammengekommen. In vergangenen Jahren waren es für die Sommerferien auch schon mal an die 40. Die Broschüre, die jetzt in Druck geht, fällt daher dünner aus als gewohnt. Und noch etwas ändert sich: Es gibt zum ersten Mal keinen zentralen Anmeldetag in der Stadtbibliothek.

In der Vergangenheit konnten Eltern an einem Samstagvormittag vor den Sommerferien ihre Kinder für die einzelnen Veranstaltungen anmelden. Das sollte den größten Schwung der Interessenten abfangen. "Die Leute standen früher Schlange. Sie reichte bis auf die Straße", erinnert sich Gerlach-Hirt. Für die wenigen Anmeldungen heutzutage ist dieses organisatorische Extra nicht mehr notwendig. Die Stadtbibliothek nimmt generell keine Anmeldungen mehr an. Eltern müssen sich direkt an den jeweiligen Veranstalter wenden.

Ein Blick in die alten Ferienprogrammheftchen verrät, dass das Angebot früher und heute sich sehr ähnelt: Bastelnachmittage, Märchenstunde, Sport und Spiele. Die eifrigsten Ferienprogrammbesucher konnten einst an einem Gewinnspiel teilnehmen.

Sollte es künftig kein Ferienprogramm mehr geben, ist es eben so. Gerlach-Hirt sieht es nüchtern, auch wenn ein Stück kulturelle Vielfalt wegfalle. Für die Vereine sei es einfach schwierig Helfer zu finden. Und das Freizeitverhalten der Kinder habe sich wohl geändert, vermutet Gerlach-Hirt.

Das Ferienfreizeit-Heft 2017 mit einer Übersicht des Programms für die Sommerferien erscheint in der ersten Juliwoche. Das Faltblatt wird an Schulen und Kindergärten verteilt und ist in der Stadt erhältlich. Für die Termine müssen Eltern ihre Kinder direkt beim jeweiligen Veranstalter anmelden.
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