Hammelburg
Blaulichttag

Einsatzkräfte stellten in Hammelburg ihre Arbeit vor

Rotes Kreuz, Technisches Hilfswerk, Polizei und Floriansjünger präsentierten ihre Arbeit und ermöglichten einen Blick hinter die Kulissen. Gerade die jüngsten Besucher fanden das spannend.
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Johann hat beim Blaulichttag in Hammelburg im Feuerwehrfahrzeug Platz genommen.  Foto: Gerd Schaar
Johann hat beim Blaulichttag in Hammelburg im Feuerwehrfahrzeug Platz genommen. Foto: Gerd Schaar
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Die Feuerwehr Hammelburg, das Bayerische Rote Kreuz, die Polizei und das Technische Hilfswerk (THW) haben sich gemeinsam beim Blaulichttag präsentiert. Besonders die Jugend zeigte großes Interesse für diese Premiere.

"Einen Blaulichttag dieser Größenordnung, die über den Tag der offenen Tür beträchtlich hinausgeht, hat es noch nie in Hammelburg gegeben", sagte Michael Merz, einer der drei Vorsitzenden des Feuerwehrvereins Hammelburg. Kreisbrandinspektor Peter Sell meinte: "Heute wird für die Hammelburger Wehr eine hervorragende Möglichkeit zur Jugendwerbung geboten."

Ehrenamtliches Engagement

"Es ist eine sinnvolle Veranstaltung, bei der sich die Rettungsdienste gebührend präsentieren können", sagte Bürgermeister Armin Warmuth (CSU). Es sei ein beeindruckender Leistungsstand in der Zusammenarbeit der Sicherheitsorganisationen. Dahinter stecke oft großes ehrenamtliches Engagement.

Schnelleinsatzgruppen- und Bereitschaftsleiterin Michaela Dabitsch vom Roten Kreuz war gern zur Stelle: "Es ist eine willkommene Gelegenheit, unser Aufgabenfeld der Bevölkerung und vor allem der Jugend näherzubringen." Das Rote Kreuz sei mehr als Rettungswagen und Blutspendedienst. "Auch Wasserwacht, Hundestaffel und Bergrettung gehören dazu", erklärte Dabitsch. "Es geht um das komplexe Hilfeleistungssystem quer über alle Behörden und Organisationen hinweg", ist Dr. Alexander Siebel, Vorsitzender des Kreisverbandes Bad Kis singen, überzeugt. Auch Einsatzleitfahrzeuge für die Großschadensfälle inklusive der Feldküche zur Versorgung für rund 200 Leute präsentierten sich.

"Almost Blue" sorgten für Musik

Die Rotkreuzküche blieb kalt, und die Besucher standen bei der Küche in der Hammelburger Feuerwehr Schlange. Die Feuerwehrautos waren zur Besichtigung auf einem Supermarkt-Parkplatz ausgelagert, und so war im Gerätehaus genügend Platz für die Gäste, die sich auf den Bänken zu den Klängen der Band "Almost Blue" niederließen. Die Veranstalter bezifferten die Besucherzahl auf etwa 1000.

Begehrt bei der Jugend war der Ausstellungsstand der Polizei. "Wir sind solidarisch mit den BOS-Behörden und zeigen Prävention, was unsere ureigenste Aufgabe ist", sagt Alfons Hausmann, Chef der Polizeiinspektion Hammelburg. Bei BOS-Behörden handelt es sich um Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, kurz auch Blaulichtorganisationen genannt.

Simulation mit Spezialbrille

Dass Alkohol im Straßenverkehr zu Orientierungsschwierigkeiten führt, konnten die Besucher anhand von Spezialbrillen nachempfinden. Handy, Gurt und die sichere Unterbringung von Kindern in den Fahrzeugen waren weitere Themen. Ebenso der Schutz vor Kriminalität. Hausmann: "Die Anzahl der Wohnungseinbrüche ist bundesweit gestiegen." Auch die Betrugsfälle im Internet nähmen stetig zu. "Das Personal reicht momentan aus", sagt er. "Freilich können wir auf lange Sicht noch qualifizierten Nachwuchs gebrauchen", sagt Hausmann.

Sebastian Sebald vom Ortsverband des Technischen Hilfswerkes Bad Kissingen und Zugführer Dominik Pfister präsentierten die Superpumpen, mit denen zum Beispiel beim Hochwasser enorme Pumpleistungen erzeugt werden können. "Das sind bei uns 12 000 Liter Schmutzwasser in der Minute statt der üblichen 400 bis 800 Liter bei der Feuerwehr", sagt Sebald. Das THW sei keine Konkurrenz zu den Feuerwehren, sondern eine gute Ergänzung, betonte Pfister. Zum Einsatz kam das THW im vergangenen Jahr zum Beispiel in Oberwildflecken, wo beim Abriss des Kirchengebäudes der Giebel auf den Baggerfahrer fiel. In den Aufgabenbereich für das THW falle auch die Einsatzbereitschaft für die Autobahnen A 7 und A 71.

Die Nachwuchszahlen gingen bei allen Hilfsorganisationen zurück. Dies stehe in Verbindung mit dem Wegfall der Wehrpflicht in der Bundeswehr, sind die Vertreter der Organisationen überzeugt. Mittlerweile habe sich die Situation gebessert.

Vermisstensuche mit Hund

Keine Sorgen hat wohl die Staffel der Rettungshunde, die mit ihrer Vorführung beeindruckte. Leiterin Melanie Dittmayer erklärte, wie die speziell ausge bildeten Hunde vermisste Personen auf offener Fläche auffinden. Schnelleinsatzgruppen-Leiter Stefan Fella von der Wasserwacht erzählte: "Auf dem Alarmplan stehen jetzt 18 Leute. Unser Einsatz geht manchmal über die Landkreisgrenze Bad Kissingen hinaus. So zum Beispiel nach Weickersgrüben oder Arnstein, koordiniert über die Leitstelle." Die Wasserwacht zähle etwa 400 Mitglieder, wovon rund 30 aktiv seien.
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