Thulba
Pilger

Eine Wallfahrt im Zeichen der Maria

Seit mehr als 30 Jahren gibt es die Retzbach-Wallfahrt der Thulbaer. Zur besseren Sicherheit trägt in diesem Jahr eine teils neue Route bei.
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Rund 90 Wallfahrer pilgerten in diesem Jahr zu Fuß von Thulba nach Retzbach und zurück.  Foto: Gerd Schaar
Rund 90 Wallfahrer pilgerten in diesem Jahr zu Fuß von Thulba nach Retzbach und zurück. Foto: Gerd Schaar
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Sie hatten sich auf den Weg gemacht wegen der Retzbach-Wallfahrt "Maria im Grünen Tal". Und trotz ihres zweitägigen Fußmarsches strahlten die 90 Teilnehmer aus Thulba bei der Rückkehr Zufriedenheit und Freude aus, als sie am Parkplatz an der Saalebrücke für eine Kaffeepause hielten.

Die Baustelle an der B 27 in Untererthal war der Auslöser für eine prinzipielle Wegänderung. Nicht mehr längs der Landstraßen, sondern über Feld- und Radwege von Thulba bis Hammelburg führte jetzt die Strecke. So bewegten sich die Teilnehmer oberhalb von der Thulba und der Keß-Mühle. Danach ging es wie gewohnt weiter. Die Route stieß auf Zustimmung: "Wir sind von der verkehrsreichen B 27 weg und fühlen uns sicherer", waren sich die Teilnehmer einig. Das erleichterte auch den Verkehrs-Absicherern die Arbeit.


Kleines Metallkreuz

Als Anerkennung für 25 Wallfahrten erhalten die Teilnehmer ein kleines Metallkreuz in Retzbach, so auch Barbara Wigand. "Über die Musik bin ich zur Wallfahrt gekommen", erklärt die Klarinettistin. "Die Retzbach-Wallfahrt ist für mich ein innerliches Aufräumen, weil ich an den zwei Tagen für mich unterwegs bin", sagt sie. Was sich das ganze Jahr über angesammelt habe, könne auf der langen Strecke durchdacht werden. Außerdem würden die eigenen Grenzen erkundet. "Da löst sich gar manches von alleine auf", ist sich Wigand sicher. Außerdem genieße sie die tolle Gemeinschaft der Wallfahrer.

Seit 26 Jahren nimmt Margit Schneider an der Retzbach-Wallfahrt teil. Dafür reist die gebürtige Obererthalerin extra aus ihrem Wohnort Mainz an. "Ich versäume keine Wallfahrt und freue mich jedes Jahr auf diesen Termin." Die meisten Teilnehmer tragen ein Medaillon, das sie in Retzbach kauften. Darauf ist die Marienfigur abgebildet, wie auf dem Wallfahrtsstab, den der Zweite Bürgermeister von Oberthulba, Jürgen Kolb, vor dem Wallfahrtszug her trug.

Unter den Wallfahrern waren 16 Musikanten, die während des Fußmarsches spielten. Für Bruno Zink, den Leiter der Retzbach-Wallfahrt mit Teilnehmern aus Thulba und umliegenden Dörfern, gaben sie ein ganz persönliches Geburtstagsständchen. Feierte Zink doch am Sonntag seinen 60. Geburtstag.

Früh am Samstag waren die Wallfahrer gestartet. Eine Frühstückspause gab es an der Panzerwaschanlage auf dem Truppenübungsplatz der Bundeswehr. Helfer stellten Sitzbänke auf und lieferten Kaffee. Eine Mittagspause gab es in Bühler. Für die 42 Kilometer hin nach Retzbach waren die Wallfahrer von 5 bis 16 Uhr unterwegs.


Auch per Bus und Rad

Außer den 90 Fußgängern hätten sich auch 51 Radfahrer und ein Reisebus mit etwa 35 Leuten eingefunden, bestätigt Zink. Seit 1982 gebe es die von Thulba startende Retzbach-Wallfahrt. "Elf Jahre nur mit dem Bus und später zu Fuß", sagte Zink.

Ganz im Zeichen der Marienverehrung ist dieses jährliche Ereignis gehalten, das traditionell an den ersten drei Septemberwochenenden stattfindet. Der Geburt Marias, dem Namen Marias und dem Schmerz Marias werde an diesen drei Wochenenden gedacht. "Wir sind immer unter den Ersten, die in Retzbach eintreffen", sagt Wallfahrtsveteran Vincent Täuber.
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