Thulba
Wassersport

Eine Frage des Gleichgewichts

Die Wake-Board-Anlage vom Thulbaer See ist bundesweit beliebt. Die Fahrer kommen aus der Umgebung, aber auch aus Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und sogar aus Bremerhaven.
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Bei den sommerlichen Temperaturen zieht es Wake-Board-Freunde aus vielen Bundesländern nach Thulba. Foto: Gerd Schaar
Bei den sommerlichen Temperaturen zieht es Wake-Board-Freunde aus vielen Bundesländern nach Thulba. Foto: Gerd Schaar
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Das Wetter war gut für die Wake-Boarder und Wasserskifahrer. Am Wochenende standen die Benutzer der Wasserskianlage von Thomas Golla Schlange. Permanent klinkten sich Anfänger und Könner in die trapezförmigen Schlaufen der Zugseile ein.
"Es ist eine Frage des Gleichgewichts", erklärt Golla. Anfänger würden es spätestens nach einer Stunde Übung geschafft haben, einen perfekten Start auf die Beine zu bringen. "Und dann fängt es an, Spaß zu machen", sagt er. Mit viel Übung komme die Eleganz beim Fahren und an den Sprungschanzen. Für Anfänger gebe es ein Video mit Studienmaterial zum Lernen. Am Aushang der Anlage weisen informative Hinweise auf den richtigen Start hin.
Wake-Board-Fahrer Ivo Nemetz ist aus Würzburg angereist. "Jedes Jahr komme ich ein paar Mal nach Thulba und treffe hier Freunde, die ebenfalls gerne auf dem See zu ihrem Vergnügen fahren", sagt er. Vor kurzem habe er seinen Geburtstag hier gefeiert. "Es macht ganz einfach riesigen Spaß", bestätigt er. Auch er müsse sich jedes Jahr erneut an den Start gewöhnen: "Es ist der ungewohnte Ruck, mit dem ich aus dem Stand heraus per Seil auf Tempo 30 beschleunigt werde". Aber nach ein wenig Übung gehe es ganz gut. "Locker bleiben und nicht verkrampfen", schildert er das Geheimnis eines erfolgreichen Umgangs mit dem Board.
Heute ist Nemetz im Kreise von sechs begeisterten Wake-Boardern. "Die Leute hier in Thulba sind super nett, helfen und geben Tipps", sagt er. Und überhaupt - die Anlage vom Thulbaer See sei die beste weit und breit, berichtet er von Kiesgruben-Erlebnissen in Erfurt, Mannheim sowie der Region um Nürnberg und Regensburg.
Regelmäßig kommen Besucher nicht nur aus der Rhön. Zu den Stammgästen zählen mittlerweile Wake-Board-Fahrer aus Hessen, Thüringen, Südbayern, Baden-Würtemberg und Nordrhein-Westfalen. Sogar aus Bremerhaven waren Fans angereist. Die wenigsten haben ihre Ausrüstung mitgebracht. "Kein Problem, bei mir kann man sich alles ausleihen", sagt Golla. Einen Neopren-Anzug brauchten die Wake-Board-Fahrer am Wochenende nicht, war doch das Seewasser angenehme 23 Grad warm. Allerdings war es erfrischend kälter als die 32 Grad warme Luft. Da ließ man ab und zu gerne die Leine los für ein Bad im See.

Im Winter investiert

"Wasserski und Wake-Board sind schon lange kein Extremsport mehr", sagt Golla. Die ehemalige Skinautika-Anlage in Thulba von Albin Schipper stammt aus dem Jahr 1974. Golla betreibt sie seit 1997. Allerdings hatte er in der Zeit zwischen 2009 und 2014 verpachtet. "Jetzt kommt unsere familieneigene Generation zum Zuge", weist er auf seine 21-jährige Nichte Lisa Schmitt als designierte Nachfolgerin "auf lange Sicht" hin.
Bundesweit gebe es 42 Wasserski-Seilbahnen, die teilweise für die Tourismusstandorte von Bedeutung seien, sagt Golla. Eine gute Grundausstattung mit Wake-Board und passender Bekleidung sei um die 1000 Euro teuer. "Es ist wie bei den Schuhen. Schlechtes Material hält nicht lang." Genau so hält er es mit seiner Wake-Board-Anlage, in die er über das Winterhalbjahr viel investierte. Resonanzen per Facebook und Twitter bestätigen ihm, dass die Besucher von der technischen Qualität der Anlage, vom netten Ambiente rund um den malerischen See und von der Hilfsbereitschaft vor Ort begeistert seien.


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