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Hammelburg
Musikgenuss

Ein musikalischer Glanzpunkt zum Jubiläum

Die lange Vorbereitung auf das Haydn-Konzert hat sich für den Projektchor ausgezahlt. Es gab lang anhaltenden Applaus für ein rundum gelungenes Konzert.
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Dieter Blum hatte bei der Aufführung von Haydns Oratorium mit vollem Körpereinsatz am Dirigentenpult alles im Griff. Fotos: Gerd Schaar
Dieter Blum hatte bei der Aufführung von Haydns Oratorium mit vollem Körpereinsatz am Dirigentenpult alles im Griff. Fotos: Gerd Schaar
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Auch nach mehr als 200 Jahren verfehlte Joseph Haydns Oratorium "Die Schöpfung" seine Wirkung nicht. Das vom Hammelburger Stadtkantor Dieter Blum geleitete Konzert faszinierte. Erst nach zwei Stunden durften die Zuhörer zum Konzertende in der vollen Stadtpfarrkirche St. Johannes ihren Beifall spenden. Doch dann brach ein wahrer Orkan der Begeisterung mit einem langen, stehenden Applaus los.


Tragende Säulen

Schon vor dem Konzertbeginn konnte man erahnen, dass hier nicht gekleckert, sondern geklotzt wird. Über die Altarstufen hinweg wurde eine Bühne mit mehreren Etagen für die 65 Chorsänger errichtet. Das rund 30-köpfige Orchester "Primarte" fand gerade noch davor Platz zwischen den Stufen und den Kirchenbänken. Da fielen die drei Solosänger platzmäßig gesehen kaum noch ins Gewicht. Bald stellte sich jedoch heraus, dass die Sopranistin Katharina Bergrath, der Tenorsänger Victor Schiering und der Baritonsänger Sven Fürst Bass die tragenden Säulen dieses Oratoriums waren.
Es passte optimal. Erstklassige Stimmen der Sänger, ein Orchester auf sehr hohem Niveau sowie ein Projektchor aus der Region Hammelburg und Bad Brückenau, der nach monatelangem Üben alles gab. Und ein Dieter Blum, der mit vollem Körpereinsatz am Dirigentenpult alles im Griff hatte. All diese kreativen Elemente wurden dem bombastischen Werk Haydns gerecht. Die Urkräfte der Weltentstehung wirkten musikalisch und optisch in der Stadtpfarrkirche. Nach dem Chaos schuf Gott Himmel und Erde. Es wurde Licht - und die Hauptscheinwerfer für die Bühne konnten wieder angehen.
"Ich bin psychisch und physisch ziemlich aufgebraucht", verriet Blum der Zeitung nach dem Konzert. "Wir kennen uns gar nicht von früheren Konzerten", sagte Sängerin Katharina Bergrath. Sie komme aus Düren (zwischen Köln und Aachen) und finde Hammelburg ganz toll. "Ich war sogar schon auf dem Schloss Saaleck", erzählte sie. Konzertmeisterin Lidia Schlapig: "Uns hat es hier auch Spaß gemacht zu spielen." Von dem Konzert war Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) restlos begeistert: "Fulminanter Aufwand und beeindruckende Wirkung. Das passt zu unserem Stadtjubiläum." Stadtpfarrer Thomas Eschenbacher: "Einfach hervorragend!"


Viele Sponsoren

Haydn habe sein Werk über die Schöpfung (Uraufführung genau am 30. April 1798) als eines seiner gelungensten Werke betrachtet, steht in dem umfangreichen Programmheft zu lesen. "Nie war ich so fromm wie bei der Komposition der Schöpfung. Täglich fiel ich auf die Knie und bat Gott, dass er mich stärke für mein Werk", wird darin Haydn zitiert. Weiterhin ist von der empfindsamen Gottesverehrung des ausgehenden 18. Jahrhunderts und der sorgsam beobachtenden Naturnähe die Rede. Offensichtlich Themen, die den heutigen Menschen noch stark berühren.
Lang ist die Liste der Sponsoren, unter denen neben vielen Firmen, Banken und Personen auch die Stadt Hammelburg und der Landkreis Bad Kissingen zu finden sind.
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