Laden...
Neuwirtshaus
Landwirtschaft

Eierhof vergrößert sich

Die Familie Vogler baut ihren Betrieb für die Freilandhaltung aus. Sie berücksichtigt dabei nicht nur die Wünsche des Marktes, sondern denkt auch an Besucher.
Artikel drucken Artikel einbetten
Das Fenster zum Stall: Von einem Besucherraum aus lassen sich die Tiere beobachten. Fotos: Arkadius Guzy
Das Fenster zum Stall: Von einem Besucherraum aus lassen sich die Tiere beobachten. Fotos: Arkadius Guzy
+2 Bilder
Die Zahl der Tiere auf dem Hof der Familie Vogler wird sich demnächst fast verdoppeln. Ein neuer Stall - mittlerweile der dritte auf dem Gelände - ist fertig. Er bietet 24 000 Hennen Platz. Die Hälfte davon ist bereits seit einigen Wochen mit Eierlegen beschäftigt. Im Herbst soll der Stall komplett bestückt sein.

Dank des neuen Gebäudes kann der Betrieb zum ersten Mal Eier aus Freilandhaltung anbieten. Ab Herbst werden sich jeden Tag ab 10 Uhr die Luken öffen, sodass die Tiere aufs Feld können. "Pro Huhn stehen vier Quadratmeter Außenfläche zur Verfügung", erklärt Frank Vogler. Wobei nur die Hälfte der 24 000 Hennen nach draußen darf. Die andere produziert wie gewohnt in Bodenhaltung Eier.

Über einen "Wintergarten", einen überdachten Vorraum, erreichen die Tiere das Freigelände. Vogler selbst ist gespannt, wie das funktionieren wird. Vor allem fehlen Erfahrungswerte, wie viele Verluste auf das Konto des Bussards und anderer natürlicher Räuber zu rechnen sein werden.

Mit den Freilandeiern will der Betrieb Kundenwünsche bedienen. Der Markt verlange nach den Eiern, sagt Vogler. Der Produzent beliefert eigenen Angaben nach Abnehmer in einem Umkreis von 100 Kilometern. Alle 14 Tage geht das Verkaufsfahrzeug auf Tour, zum Beispiel nach Hammelburg und Gemünden. Daneben testet Vogler seit wenigen Wochen auch eine neue Form der Direktvermarktung: In Rimpar steht an der Tankstelle ein Eierautomat. "Er funktioniert im Prinzip wie ein Getränkeautomat", erklärt Vogler. Die Eier werden gekühlt. Ein Mechanismus sorgt dafür, dass die Packungen unbeschadet ausgeworfen werden.

Auch sonst versucht der Landwirtschaftshof sich modern zu präsentieren. So setzt er auf Transparenz. Das neue Stallgebäude, das aus zwei spiegelbildlich aufgebauten Teilen für je 12 000 Hühner besteht, verfügt über einen speziellen Beobachtungsraum. Besucher können durch eine Glasscheibe von oben in einen der beiden Legebereiche schauen. Vogler will vor allem Kindergärten und Schulklassen diese Besichtigungsmöglichkeit anbieten. Die können sich jederzeit anmelden.

Er wolle gerade die Kinder informieren, wie moderne Landwirtschaft aussieht und funktioniert, sagt Vogler. Denn: "In der Werbung werden nur grüne Wiesen vorgegaukelt."

Wenn die Freilandhaltung im Herbst startet, sollen sich auch die Neuwirtshäuser von der Produktionsweise ein Bild machen. Vogler will zeigen, dass es keine großen Beeinträchtigungen gibt. Denn der Betrieb will einen weiteren Stall auf Freilandhaltung umstellen. Es wären rund 7500 Hennen. Doch aufgrund der größeren Nähe zur Wohnbebauung gibt es Widerstand aus der Nachbarschaft. Das Vorhaben ist daher zunächst ausgesetzt. Vogler will die Kritiker am konkreten Anschauungsbeispiel von seinen Plänen überzeugen.








Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren