Fuchsstadt
Bestattung

Diskussion um Waldfriedhof für Fuchsstadt

Für den Fuchsstädter Waldfriedhof kommen mehrere Flächen in Betracht, wie sich im Gemeinderat herausstellte.
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Ein Ruheforst an der Lauerbach-Kapelle ist nicht für alle Räte eine tragfähige Lösung. Insbesondere sprechen waldwirtschaftliche Gründe gegen diesen Vorschlag. Foto: W. Ehling
Ein Ruheforst an der Lauerbach-Kapelle ist nicht für alle Räte eine tragfähige Lösung. Insbesondere sprechen waldwirtschaftliche Gründe gegen diesen Vorschlag. Foto: W. Ehling
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Gegen den geplanten Waldfriedhof in Fuchsstadt gibt es offensichtlich Vorbehalte im Gemeinderat, zumal mehrere Standorte neben der Kohlenberg-Kapelle in Frage kommen. Bei einer Ortseinsicht konnte sich ein Teil der Gemeinderäte auch für einen Standort im Waldgebiet zwischen dem Kohlenberg und den Weinbergen oder in der Lauerbach erwärmen.
"Nägel mit Köpfen" wollte Bürgermeister Peter Hart (CSU/ UWG) machen. Aber selbst die anwesenden Fachleute - Revierförster Rainer Breunig und Bestatter Rüdiger Fehr - hatten zum Thema unterschiedliche Vorstellungen. Breunig favorisierte das Gelände an der Kohlenberg-Kapelle, das - mit Schwarzkiefern bewachsen und steinigem Boden - als Zuwachsfläche "uninteressant" sei.


Anfahrt wäre zu asphaltieren

Auch im gegenüberliegenden Waldstück in Richtung Weinberge sah er Chancen für dieses Projekt. Dort wäre sogar eine Ausweitung möglich. Auf Anfrage von Gemeinderat Martin Keller (CSU), ob Misch- oder Nadelwald, meinte Bestattungsunternehmer Rüdiger Fehr: "Das ist den Leuten nicht so wichtig, auch nicht, ob das Gelände etwas abschüssig ist. Der Gedenkplatz kann die Kohlenberg-Kapelle sein, die Beisetzung wäre gegenüber."
Für den Bürgermeister verband sich mit dem Standort Kohlenberg die Herstellung des Zufahrtswegs. Bisher eher ein Landwirtschafts- und Forstweg, müsste im Falle einer Realisierung eine vernünftige Anfahrt geschaffen werden. Doch gegen eine Asphaltierung gab es Einwände wie zum Beispiel von Willibald Kippes und Vize-Bürgermeister Manfred Öftring (beide CSU).


Weg macht viel Ärger

"Es muss ja keine Autobahn sein. Mit dem Weg zum Kohlenberg haben wir ohnehin jedes Jahr viel Ärger", versuchte Hart einzulenken, was die Kritiker nicht wirklich befriedigte.
Gegen die Lage an der Lauerbach-Kapelle sprach sich vor allem Förster Breunig aus. Aus wirtschaftlichen Erwägungen lehnte er diesen Standort ab "denn hier steht eine wesentlich bessere Holzqualität".
Die Ansicht einiger Räte, hier wären naturnahe Ruheplätze anzubieten, teilte Bestatter Fehr nicht. "Es wird keiner nach Fuchsstadt ziehen wegen eines naturnahen Grabplatzes", kommentierte er.
Ohnehin dürften die wenigsten Einheimischen eine solche Ruhestätte in Erwägung ziehen, angesichts des umfangreich sanierten und schmucken Friedhofs im Ort, der zudem derzeit noch genügend Möglichkeiten für Bestattungen vorhält. Hier waren sich die Anwesenden einig, dass es sich um "einen Trend" handele.


Erst mal Kosten überprüfen

Die - vorläufige - Entscheidung des Gemeinderats fiel im Rathaus mit acht gegen fünf ablehnende Stimmen zugunsten einer Ausweisung des Waldfriedhofs. Jedoch soll die Verwaltung vor weiteren Entscheidungen eine Kosteneinholung in die Wege leiten.
Für eine erfreuliche Nachricht sorgte Bürgermeister Hart mit seiner Information, dass die Regierung von Unterfranken die Rathaussanierung mit 278 000 Euro aus dem Kommunal-Investitions-Programm (KIP) fördert. Fuchsstadt hatte sich mit einer "energetischen Sanierung des Rathauses und Barrierefreiheit" um einen Zuschuss beworben, diesen erhalten und kann damit sofort mit der Maßnahme beginnen.


Sanierung bis 2018 fertig

Der Gemeinderat stimmte dem Projekt einmütig zu, dessen Umsetzung bis zum Ende des Jahres 2018 abgeschlossen sein muss. Die Planung soll von Architekt Thomas Ruser erstellt werden.
Keine Einwände gab es im Gremium gegen die verschiedenen Bauanträge. Demnach können der Umbau und die Erweiterung des bestehenden Nebengebäudes an einem Einfamilienhaus am Gräfenberg vonstatten gehen. Auch der Bau einer Leichtbau-Kaltlagerhalle im Gewerbegebiet "Neumühle" erhielt "grünes Licht" vom Gemeinderat. Der Rechnungsauszahlung für die Dacharbeiten am ehemaligen Anwesen Wahler in Höhe von ca.2 370 Euro stimmte der Rat ebenfalls zu.



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