Aura an der Saale
Kirche

Die neuen Glocken läuten in Aura

Die Montage des Geläuts der Klosterkirche ist beendet. Der neue Klang landet gleich im Archiv eines Fans.
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Die größte Glocke im Klosterkirchturm wiegt 835 Kilogramm.Fotos: Winfried Ehling
Die größte Glocke im Klosterkirchturm wiegt 835 Kilogramm.Fotos: Winfried Ehling
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Die Auraer hören wieder das lieb gewonnene Läuten vom Klosterberg. Lediglich die Programmierung muss ein Fachmann noch einstellen, damit die Glocken den Stundenschlag und das Geläute zu den Gottesdiensten richtig treffen. Der neue Klang, noch mechanisch erzeugt, begrüßte bereits vor einigen Tagen die Kreuzberg-Wallfahrer.
"Es ist der kernige Klang, der für die Passauer Gießerei Perner typisch ist", weiß Andreas Greubel. Der Glocken-Fan aus Garitz sammelt Tonaufnahmen. Rund 3000 verschiedene Klänge aus ganz Deutschland lagern im Archiv des 37-jährigen Angestellten. Natürlich befindet sich darunter auch das Läuten der alten Eisenguss-Exemplare der Auraer Klosterkirche.

"Die neuen Bronzeglocken klingen viel besser als die früheren und halten außerdem Jahrhunderte lang", sagt Greubel. Er erklärt: "Sie sind - klanglich angelehnt an das Auferstehungsmotiv - eine echte Bereicherung für das Saaletal."

Auslöser für das ungewöhnliche Hobby war im Jahr 2001 das Geläut der Würzburger Domglocken. "Seither mache ich Tonaufnahmen, wo immer ich kann", berichtet Greubel. Eine CD mit den alten und neuen Glockenklängen aus Aura will der Garitzer für die Singgruppe Pusteblume brennen. Weitere Tonträger stehen auf Anfrage zum Verkauf.

Anstrengende Arbeit

Die gelungene Montage im engen Kirchturm, in dem auch Teile des Glockenstuhls erneuert werden mussten, ist vor allem zwei Männern zu verdanken: Leo Fell aus Aura und Hans Hartl von der Gießerei Perner, der seit dem Aufhängen der Glocken in Aura weilt. Fachliche Unterstützung leistete die Zimmerei Ripas, die die Unterkonstruktion der alten Balken erneuerte, auf deren Erhalt die Denkmalpflege bestanden hatte.

Fell, der rund 100 ehrenamtliche Stunden geleistet hat, räumt ein: "Die Arbeit war nicht ganz einfach. Erst musste der Glockenstuhl errichtet werden. Dazu benötigten wir fast drei Tonnen Eichenholz, das mit Edelstahlschrauben verbunden wurde, damit die Eichenlohe das Metall nicht angreift. Dann ließen wir die im Schlupf hängenden Glocken herunter." Im engen Turmgehäuse in das man nur über "Hühnerleitern" gelangt, eine anstrengende und nicht ganz ungefährliche Aufgabe.

Beim offiziellen Probelauf vor wenigen Tagen sahen die Bewohner die Leistung zwar nicht, aber sie konnten ein Teil davon hören. Der volltönende Klang der neuen Glocken dürfte in der näheren Umgebung ein Alleinstellungsmerkmal sein. Sicherlich hätte auch der große Sohn des Ortes, der Gelehrte und Philosoph Ekkehardus, seine Freude daran gehabt.


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