Ramsthal
Glaube

Die Wallfahrt-Tradition in Ramsthal geht weiter

Auch viele junge Leute nehmen an der Wallfahrt von Ramsthal nach Dettelbach teil. In diesem Jahr tritt sogar eine von ihnen zum ersten Mal in die Rolle der Vorbeterin.
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Jüngere Teilnehmer führen die Pilgergruppe an.  Fotos: Andreas Lomb
Jüngere Teilnehmer führen die Pilgergruppe an. Fotos: Andreas Lomb
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Ein Höhepunkt des Jahres und ein fester Termin für viele Ramsthaler ist die jährliche Wallfahrt nach Dettelbach. Erfreulich ist, dass alle Altersgruppen bei der Wallfahrt vertreten sind. In diesem Jahr waren 82 Teilnehmer unterwegs. Der älteste war 78 Jahre alt und auch ein Achtjähriger absolvierte bereits eine Teilstrecke.
Feststellbar ist, dass die Begeisterung für die Wallfahrt in den Familien weitergegeben wird. Dadurch sind häufig mehrere Generationen einer Familie dabei.

Die Wallfahrt geht auf ein Gelübde zurück, welches die Ramsthaler zur Pestzeit abgelegt hatten. Seit damals wird die Wallfahrt regelmäßig organisiert. Bemerkenswert ist, dass nicht nur aktive Kirchgänger die Strapazen auf sich nehmen, sondern auch Menschen, die weniger engagiert in der Kirche sind.

Gemeinschaftserlebnis

Als Anlass für die Teilnahme wird häufig das Gemeinschaftserlebnis genannt, aber auch Ruhe, Meditation, Zeit zum Nachdenken oder Selbstfindung beim Wallen durch die Natur und beim Gebet. Geistliche Begleitung der Wallfahrt ist der in Ramsthal geborene und aufgewachsene Pfarrer Leo Brand, der bereits seit seiner Jugend zu den Teilnehmern gehört. Gerne gesehen sind auch Teilnehmer aus anderen Ortschaften.

Viele Jahre war Erika Wahler als Vorbeterin auf der Wallfahrt. Sie freut sich, in diesem Jahr in der jungen Isabel Krebs eine Unterstützung und Nachfolgerin gefunden zu haben.

Die junge Frau, die nach Ramsthal geheiratet hat, war neugierig darauf, was Menschen an einer Wallfahrt finden. So nahm sie vor einigen Jahren erstmals daran teil. "Ich bin begeistert", meint sie. Krebs ist zwar religiös aufgewachsen, hatte aber vorher keine Erfahrungen mit Wallfahrten.

Als sie im vergangenen Jahr von Gebetsleiter Toni Büchs gefragt wurde, ob sie sich vorstellen könnte vorzubeten, sagte sie bereits zu. Das Vorbeten des ersten Vaterunser war dann ein besonderer Moment. Der Vorstand des Dettelbacher Wallfahrtsvereins und Toni Büchs sind begeistert, wie gut Krebs ihre neue Herausforderung bewältigt hat.

Dass sie eine neue Zielgruppe erreicht, zeigte sich auch bei der Generalversammlung des Vereins, als sie mit vielen jungen Wallfahrern an einem Tisch saß. Der Einstieg der jungen Generation ist ein Gewinn für den Verein.

Viele Unterstützer

Die Wallfahrt kann nur funktionieren, wenn die Teilnehmer auf dem Weg Unterstützung erfahren. Sei es mit einem Getränkestand, oder mit einem Quartier, das alle Jahre in Schwanfeld zur Verfügung gestellt wird. Geschäftsleute aus Ramsthal stellen Getränke und Fahrzeuge zur Verfügung. Denn die Wallfahrt wird immer von Fahrzeugen begleitet, die auch Fußkranke aufnehmen. Die Euerdorfer Apotheke versorgt die Wallfahrt mit Verbandsmaterial.

Die erste Etappe führt von Ramsthal über Kützberg, Euerbach, Schnackenwerth und Ettleben nach Schwanfeld, wo die Pilger übernachten. Am frühen Morgen geht es dann weiter nach Dettelbach, wo gegen 9.15 Uhr ein Gottesdienst in der Wallfahrtskirche "Maria im Sand" stattfindet. Am Nachmittag beten die Teilnehmer noch einen Kreuzweg auf dem Friedhof. Der Rest des Tages dient der Erholung. Am nächsten Tag geht es nach einem Gottesdienst früh auf den Rückweg, den die Pilger dann in einer Etappe zurücklegen. Bei der Rückkehr ist das ganze Dorf auf den Beinen. Die Hauptstraße ist mit Lichtern und Blumen geschmückt. In der Dämmerung kommt eine besondere Stimmung auf. Von der Pfarrkirche aus gehen die Ramsthaler den Wallfahrern in einer Lichterprozession entgegen und begleiten sie zur Kirche. Nach dem Abschlussgebet in der Kirche kehren sie dann zu ihren Familien zurück.

Bei der Generalversammlung des Dettelbacher Wallfahrtsvereins im Pfarrheim werden dann kurz darauf die Erfahrungen der vergangenen Tage noch einmal ausgetauscht. So dankte Vereinsvorsitzender Hubert Simon allen Unterstützern des rund 500 Mitglieder zählenden Vereins.


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