Hammelburg
Konzert

Die Vielfalt des "Ave Maria"

Die Sopranistin Ruth Gerhard und der katholische Kirchenchor Hammelburg begeisterten das Publikum.
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Beeindruckend, was der katholische Kirchenchor Hammelburg - unter der musikalischen Leitung von Dieter Blum - den Zuhörern bot.
Beeindruckend, was der katholische Kirchenchor Hammelburg - unter der musikalischen Leitung von Dieter Blum - den Zuhörern bot.
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Wer die Hammelburger Kirchenmusiktage aktiv verfolgt, ist überrascht von der Vielfalt der Kirchenmusik und dem besonderen Ambiente der Kirchen in der Saalestadt. So war die Klosterkirche Altstadt diesmal die illustre Bühne für ein geistliches Konzert für Chor, Solo-Sopran, Querflöte und Orgel unter der musikalischen Leitung von Stadtkantor Dieter Blum. Unter dem Motto "Laudate Dominum" wirkten mit der katholische Kirchenchor Hammelburg und die Solisten Ruth Gerhard (Sopran) sowie Eckehard Holzschuh (Flöte).


Überzeugend intoniert

Als erster Programmpunkt stand die festliche Motette "Laudate Dominum" von Robert Jones auf den Notenblättern und wurde vom katholischen Kirchenchor Hammelburg überzeugend intoniert. Dabei zeigte der Kirchenchor bei dem mehrstimmigen Satz eine beachtliche gesangliche Leistung, die beeindruckte. Auch mit Felix Mendelssohn Bartholdys Lied "Herr, zu dir will ich mich wenden" zeigte sich der Chor mit einer bemerkenswerten Professionalität und Klangvielfalt, die bezauberte. Eckehard Holzschuh, an der Orgel von Dieter Blum begleitet, setzte mit der "Sonate F-Dur" von Georg Friedrich Händel und der "Sonate G-Dur" von Carl Philipp Emanuel Bach einen instrumentalen Glanzpunkt.
Mit einer beeindruckenden Interpretationsweise seiner Solostücke ließ er den Tönen freien Raum sich zu entfalten und die Zuhörer zu beeindrucken. Dieter Blum hatte gelungen ein Programm ausgewählt, das dem Namen der barocken Klosterkirche "Mariä Empfängnis" stets gerecht wurde. Dabei stand das "Ave Maria" im Fokus.


Die Anrufung Marias

Ave Maria (Gegrüßet seist du, Maria) ist der lateinische Beginn und gleichzeitig die Bezeichnung eines Grundgebetes der katholischen Kirche zur Anrufung Marias, der Mutter Jesu Christi. Ave ist dabei ein in das Lateinische eingedrungenes semitisches Lehnwort und stammt ursprünglich wohl aus Karthago. Die Anrufung besteht aus zwei Teilen: Der erste Teil besteht aus den biblischen Marienanreden des Erzengels Gabriel bei der Verkündigung des Herrn (englischer Gruß) und der Elisabeth beim Besuch Marias. Dieser Teil wurde schon seit dem 11. Jahrhundert im Stundengebet und in Andachten gebetet. Der zweite Teil ist die Bitte um den Beistand in der Todesstunde, die von Pius V. 1568 offiziell ergänzt wurde.
Das Ave Maria gehört nach dem Vaterunser zu den meistgesprochenen Gebeten der Christenheit und ist auch Bestandteil des Angelus und des Rosenkranzes. Die französischen Komponisten Charles Camille Saint-Saëns, Jehan Alain, Anatol Levergeois, der Italiener Giuseppe Verdi, der Österreicher Wolfgang Amadeus Mozart oder die deutsche Sängerin Mathilde C. Marchesi komponierten wunderbare Melodien, die das "Ave Maria" neu auslegten. Mit all den von den jeweiligen Komponisten ausgedrückten Gefühlswelten setzte sich die Sopranistin Ruth Gerhard - an der Orgel von Dieter Blum begleitet - auseinander. Mit einer faszinierenden Stimme ausgestattet, interpretierte sie das jeweilige "Ave Maria", so brillant, dass man als Zuhörer tief in der Seele berührt wurde.


Von Plätzen erhoben

Ihr Sohn Paul Gerhard leitete mit seiner sonoren, melodisch getragenen Stimme von Stück zu Stück über, rückte mit theologischen Betrachtungen und fundiertem Fachwissen die Stücke vor das geistige Auge des Zuhörers, der die folgenden Melodien nur so aufsog. Kein Wunder, dass die unzähligen Kirchenmusikfreunde in dem gut besuchten Konzert sich von den Plätzen erhoben und mit stehenden Ovationen dem Chor, den Musikern, dem Moderator und der Sängerin huldigten.


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