Ramsthal
Weinbau

Die Ramsthaler Krone geht an Mirjam

Ramsthal feiert seine neue Weinprinzessin bei einer originellen Weinprobe.
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Strahlen bei der Krönung um die Wetter: Die neue Weinprinzessin Mirjam I., dahinter (von links) Marlene Büttner, Antonia Müller, Irina Neder und Christina Schneider. Foto: Werner Vogel
Strahlen bei der Krönung um die Wetter: Die neue Weinprinzessin Mirjam I., dahinter (von links) Marlene Büttner, Antonia Müller, Irina Neder und Christina Schneider. Foto: Werner Vogel
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So viel Glanz erlebt Ramsthal nicht alle Tage: Ein Stelldichein von gekrönten, dazu noch hübschen Häuptern im Weinort. Im schicken schwarzen Mini, der "Staatskarosse" ihres Amtes, fährt die amtierende fränkische Weinkönigin Christina Scheider aus Nordheim vor, wird empfangen von Melanie Unsleber, eine ihrer Vorgängerinnen, die Ramsthal 2010/ 11 so erfolgreich auch als deutsche Weinprinzessin repräsentiert hat.

Zum illustren Kreis, in dem man mindestens Prinzessin sein sollte, gehören noch die Weinbotschafterinnen aus Wirmsthal und Hammelburg. Dazu die örtliche Prominenz und Weinliebhaber, darunter erstaunlich viele junge Leute. Es gilt Irina Neder zu verabschieden, die sechs Jahre "ihr" Ramsthal und seinen Wein vertreten hat, und Mirjam Gößmann-Schmitt als neue Weinprinzessin von Ramsthal willkommen zu heißen.

Dass man in Ramsthal zu feiern versteht, weiß die ganze Region. Da überrascht es nicht, dass die Inthronisation zu einem gesellschaftlichen Ereignis für das sympathische Weindorf im Herzen des fränkischen Saalestücks wird.

Der Weinbauverein hat eine spezielle Weinprobe mit Rahmenprogramm organisiert, schenkt dem Weinvölkchen zum Anstoßen auf der Straße einen Frankensecco aus, und die Dorfgemeinschaft trifft sich für ein nettes halbes Stündchen zum spontanen kleinen Straßenweinfest im Schatten der St. Vitus Kirche. Nach dem luftigen Entree, steigt man die Stufen zum Pfarrheim hinauf: Vorfreude auf die nächsten Weine und die Zeremonie von Abschied und Neubeginn.

Der Saal ist in eine fränkische Heckenwirtschaft mit weintypischer Dekoration verwandelt. Lorenz Neder, als Vorsitzender des Weinbauvereins der junge Nachfolger des Ramsthaler Wein-Urgesteins Adolf Keller, freut sich über den großen Zuspruch. Er bespricht den nächsten Wein - Rotling "red & white" von 2015: strahlendes Lachsrot mit fruchtiger Verlockung von Himbeere und Pfirsich. Neder erzählt von der Genusstour zu den örtlichen Winzern, um mit der scheidenden Prinzessin die Weine für die festliche Weinprobe auszuwählen.

Irina Neder lässt die sechs Jahre ihrer Weinregentschaft Revue passieren. Humorvoll berichtet sie von der fordernden Aufgabe, aber auch von beglückenden Begegnungen mit fröhlich feiernden Menschen. Sie erwähnt besondere Höhepunkte wie das Schweriner Schlossfest, das sie mit gekrönten Häuptern und der Fußballnationalmannschaft zusammengeführt hat. "Es hat mich immer wieder bewegt, dass man den Menschen Freude gemacht hat, ganz einfach weil man da war."

Spontan witzig fiel ihr Tipp an die Nachfolgerin aus: "Genieß es!" Und: "Nimm jeden Schoppen mit, den Du kriegen kannst." Lorenz Neder und Bürgermeister Alfred Gündling danken für den unermüdlichen Einsatz. "Ramsthal hat viel zu bieten, und Du hast unseren Ort und seinen Wein hervorragend vertreten", fasst der Bürgermeister sein Lob zusammen.


Souveräner Auftritt

Zur Fragerunde mit der neuen Prinzessin holt sich Lorenz Neder - selbst Vize-Europameister der Jungwinzer - mit Melanie Unsleber, dem Ehrenvorsitzenden des Weibauvereins, Adolf Keller, und Altbürgermeister Franz Büttner weitere Fachkompetenz auf die Bühne.

Die Fragen zu Ramsthal und den Wein beantwortet die 22-jährige Mirjam Gößmann-Schmitt souverän. Sie verrät, dass der Mai noch ein weiteres wichtiges Datum für sie bereithält: In der kommenden Woche schreibt sie ihr Fachabitur, um dann ein Studium im Gesundheitswesen zu beginnen.

Ob sie neben der Aufgabe als Repräsentantin für Ramsthaler Wein und dem Studium noch so viel Zeit für ihre Hobbies, unter anderem Fußball in der Ramsthaler Damenmannschaft, hat, lässt sie offen. Mirjam Gößmann-Schmitt überzeugt aber mit Fachwissen und ihrer sympathischen, offenen Art das Gremium und nimmt unter dem tosenden Beifall dann die Krone von ihrer Vorgängerin entgegen.

Der ganze Saal steht, und jeder will die attraktive Brünette umarmen und ihr Glück wünschen. Sie singt ein Loblied auf die einzigartige Lage des Dorfes, weiß das Vereinsleben zu schätzen - und überhaupt "sind die Ramsthaler Spitze im Feiern".

Als Krönungswein hat sie sich eine 2013 Kerner Spätlese vom Weingut Neder ausgesucht. Die neue Weinprinzessin stößt symbolisch mit ganz Ramsthal auf eine erlebnisreiche Regentschaft an. Mit ganz viel Rückenwind vom Weinbauverein, von der Gemeinde und der Ramsthaler Bevölkerung darf sie ihr Ehrenamt beginnen und die fränkische Weinkönigin Christina Schneider freut sich mit ihr: "Du wirst eurem Wein ein sympathisches menschliches Gesicht geben." Schneider rät dem Publikum: "Weintrinken ist wie in einem Buch zu lesen. Mit Aufmerksamkeit, Seite für Seite und Schluck für Schluck."








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