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Hammelburg
Musik

Die Besten spielen zusammen

Beim Abschlusskonzert des Jugendblasorchesters des Nordbayerischen Musikbundes zeigen die jungen Musiker, was sie musikalisch inzwischen drauf haben.
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Pauline Weck hat zum ersten Mal an der Probenwoche in der Musikakademie teilgenommen.  Fotos: Gerd Schaar
Pauline Weck hat zum ersten Mal an der Probenwoche in der Musikakademie teilgenommen. Fotos: Gerd Schaar
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Sie gehören zu den besten Jungmusikern aus dem Nordbayerischen Musikbund (NBMB) und haben mindestens die Leistungsstufe Gold in der Tasche. Sie lieben das gemeinsame Musizieren, ihre Instrumente und vor allem die fantastischen Möglichkeiten, welche die Bayerische Musikakademie ihnen bietet. Seit Montag proben die Register des etwa 60-köpfigen NBMB-Jugendblasorchesters eifrig unter der Anleitung von einem halben Dutzend Dozenten. Am Samstag, 3. September, gibt es das Abschlusskonzert um 17.30 Uhr im Serenadenhof. Bei schlechtem Wetter verlagert sich das Konzert in den Großen Saal.


Absolutes Neuland

Das erste Mal dabei ist die 18-jährige Musikerin Pauline Weck aus Egenhausen. Sie hat sich die große Tuba ausgewählt. Recht ungewöhnlich für eine junge Frau von zarter Gestalt. "Es hat gedauert, bis ich mir die Namen meiner wichtigsten Mitspieler merken konnte", sagt sie. Klar, es war absolutes Neuland für die junge Tubaspielerin, inmitten des großen Orchesters zu spielen. "Daheim spiele ich in einer recht überschaubaren Dorfkapelle", verrät Weck. Nein, eine leichtgewichtige Flöte sei nicht ihr Ding. Weck: "Schon als kleines Kind war ich von der Tuba fasziniert." Dozent Oskar Schwab, der das Register für Tuba, Tenorhorn und Euphonium leitet, freut sich über kompetenten jugendlichen Zuwachs.
Bereits seit sechs Jahren ist Schlagzeuger Benedikt Feustel aus Untertheres in diesem Orchester anzutreffen. "Ich bin schon am Sonntagabend angereist, und ich hatte mich ein ganzes Jahr auf Hammelburg gefreut", sagt Feustel.
Die Bedingungen in der Musikakademie seien geradezu paradiesisch. "Für das Schlagzeug muss ich gelenkig sein und brauche eine gute Kondition", sagt Feustel.


Neun Stunden am Tag

An normalen Tagen daheim übe er ein bis zwei Stunden täglich. Jetzt in der Musikakademie seien es bis zu neun Stunden am Tag. In diesem Orchester gebe es sechs Schlagzeuger. "Es ist hier ein Blasorchester auf höchstem Niveau, in dem das Mitspielen ungeheuren Spaß macht", umschreibt Feustel die Situation. Schade, dass er aus Altersgründen heuer das letzte Mal mitspielt, denn mit 27 Jahren ist Schluss im Jugendorchester. Bundesdirigent Ernst Oestreicher wird auch heuer das Abschlusskonzert des Nordbayerischen Jugendblasorchesters leiten. "Dieses jährliche Konzert erfreut sich hier in Hammelburg seit 1988 großer Beliebtheit", sagt er. Weiterhin gebe es ein Orchesterprogramm und ein Soloprogramm.


Programm noch offen

Das Konzert am Samstag beinhaltet Musik aus den USA, so zum Beispiel ein Klavierkonzert von Lee Roy Anderson oder eine Komposition von Leonhard Bernstein. Aber auch europäische Klassiker wie Gioachino Rossini, Georges Bizet oder Richard Wagner sind neben optionalen Jazzklängen in Reichweite.
Bundesdirigent Oestreicher: "Das genaue Programm steht noch nicht endgültig fest." Im Blasorchester sei der Übergang zwischen Klassischer Musik und Unterhaltungsmusik sowieso fließend. "Eigentlich sollte jeder Musikverein die Gelegenheit suchen, seine jungen Musiker in kleinen Ensembles zusammenzuführen", sagt Oestreicher. Gegenseitiges musikalisches Verstehen werde freilich auch bei der Kammermusik gefördert. Der NBMB bietet mit seinem Wettbewerb "Concertino" zurzeit eine hervorragende Möglichkeit für die entsprechende Motivation.

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